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Heimkehr
Ich hätte nicht hierher kommen sollen, hab mich mal wieder bequatschen lassen. Erst vor einer Woche bin ich mit meinem neuen, starken Selbstbewusstsein zu meiner – nicht „in meine“ – Familie zurückgekehrt, aber unfassbar schnell bin ich wieder im Spinnennetz dieser ewigen Eltern-Kind-Sache gelandet. Zwar kann ich mich am Rand halten, aber es kostet gnadenlos viel Energie, diese anhänglichen, klebrigen Fäden los zu werden. Und es wird fleißig weiter gesponnen!
Aber ich widerstehe tapfer allen Versuchen, mich wieder “auf Kurs“ zu bringen. So nennen es meine Eltern, wenn ich mich unauffällig genug verhalte, dass es keine Diskussionen gibt, alles Unerfreuliche sorgsam ausgeblendet werden kann. Wie auch immer sie es angehen wollen, die Uhr kann nicht zurück gestellt werden. Die Veränderungen haben bereits stattgefunden, man kann sie nicht durch Leugnung ungeschehen machen. Wir sind keine Einheit, schon lange nicht mehr. Es ist aber dennoch möglich, anständig zusammen in einem Haus zu leben. Zumindest war das meine Hoffnung, wenn auch mit Zweifeln vermischt, als ich meinen Entschluss zur Heimkehr fasste.
Schon als ich nach meinem Handy griff, um meine Eltern von meiner Rückkehr zu unterrichten, befiel mich Unwohlsein, eine Art unguter Vorahnung, dass meine Entscheidung eventuell übereilt gewesen sein könnte. Der Gedanke, es könne zu einer Wiederholung all jener Abläufe kommen, die in der Vergangenheit für so viele zerstörerische Stürme in meinem Kopf gesorgt hatten, beunruhigte mich. Zitternd wählte ich dennoch die Nummer, machte mir aber gleichzeitig bewusst, dass ich den Versuch, denn das war es schließlich, jederzeit abbrechen konnte, sobald dadurch Schaden entstehen würde. Mein Vater meldete sich am Ende der Leitung. Das war gut, denn er neigte nicht dazu, allzu viele Worte machen. Es reichte eine kurze Textinformation, dass ich heute noch heimkäme und dann alles erklären würde. Wir legten gleichzeitig auf. Mein Herzschlag normalisierte sich langsam.
Vier Stunden später stand ich dann vor der Haustür. Ein abwandlungsfähiger Textentwurf im Kopf für die notwendige Aussprache gab mir die Sicherheit, dass zumindest der Auftakt gelingen würde. Meine Mutter öffnete, begrüßte mich freundlich und musterte mich misstrauisch. Offensichtlich suchte sie nach Zeichen der Verwahrlosung. Ich musste lachen. Im Wohnzimmer saß mein Vater in seinem Lesesessel, schaute kurz auf und faltete sorgfältig seine Zeitung zusammen. Ein kurzes “Hallo!“, dann tranken wir Kaffee zusammen. Es war wohl an mir, das Gespräch zu beginnen.
Ich hatte mir meine Formulierungen sorgfältig überlegt. Klar, ehrlich, aber nicht so fordernd, frei von Ablehnung, einsichtig, keine langen Pausen. Jeder Einwurf meiner Eltern würde mich aus dem Konzept bringen.
„Also erst einmal hoffe ich, ihr habt Euch nicht allzu viele Gedanken gemacht. Wie in meinem Brief stand, war ich erst einige Zeit auf einem Zeltplatz. Danach bin ich sozusagen als Untermieter in die Wohnung von Arianes Cousin Christoph gezogen. Der ist gerade in Australien. Also alles ganz ordentlich. Dort hab ich viel gelesen, gelernt und nachgedacht. Das hat mir eine Menge gebracht. Außerdem hab ich in einem Café als Bedienung gearbeitet. Dies Zeit hat mir gezeigt, dass ich sehr gut alleine für mich sorgen kann.
Das möchte ich auch hier so beibehalten: um mein Essen, meine Wäsche und das Zimmer kümmere ich mich alleine. Ich bin nun zurückgekommen, um mein Abi zu machen. Auch das kann ich alleine regeln. Danach werde ich ausziehen und mir irgendwo ein kleines Zimmer suchen.
Und dann wollte ich noch fragen, ob ihr mein Zeugnis abgeholt und mich von der Schule abgemeldet habt?“
Lange Pause, meine Mutter sprach zuerst.
„Natürlich haben wir uns Sorgen gemacht, was denkst du denn? Du hättest dich ruhig einmal zwischendurch melden können, damit wir wissen, wo du bist. Ich wusste schon gar nicht mehr, was ich den Leuten erzählen soll. Und ich weiß auch nicht, warum du alles so kompliziert machst. Du isst natürlich mit uns. Ich kann das nicht leiden, wenn jemand anders in meiner Küche rummacht.
Das mit deinem Zeugnis haben wir erledigt. Das war ganz schön peinlich für uns. Aber du bist wenigstens versetzt.“
Mein Vater ergriff nun das Wort. Ihm schien das alles ziemlich lästig zu sein. Außerdem war er wohl ziemlich enttäuscht von mir und meinem Verhalten.
„Also du willst über dein Leben selbst bestimmen. Wir werden ja sehen, wie weit du damit kommst. Gut, dass du wenigstens dein Abitur machen willst. Dann gehst du am besten morgen gleich zu deinem Direktor und klärst, wie das noch klappen kann. Du wirst dich für dein Verhalten entschuldigen müssen. Egal, wie du das findest, du bist hier nicht zu Besuch und wir sind auch kein Hotel. Das heißt, du musst dich einfügen, solange du bei uns lebst. Du kannst nicht unser ganzes Leben auf den Kopf stellen.“
Mutter wieder:
„Und wenn die Nachbarn dich fragen, du warst im Schüleraustausch.“
Auch wenn sich alles in mir dagegen wehrte, das würde ich tun, um meine Ruhe zu haben. Sie hatten mir schon wieder ganz schöne Grenzen gezogen, das musste ich für ein reibungsloses Miteinander wohl erst einmal so hinnehmen. Zum Teil verstand ich sie auch, weshalb ich dazu keinen Kommentar abgab. Aber es passte mir nicht, weil es ein ungeliebter Rückschritt war. Zum Thema Schule gab es doch noch etwas zu sagen.
„In diese Schule gehe ich nicht wieder zurück. Ich werde versuchen, noch Unterlagen für ein externes Abi in diesem Jahr zu bekommen. So viel wie ich gelernt habe, kann ich das schaffen. Was diese Angelegenheit betrifft, möchte ich nicht kontrolliert werden, ich muss mich ganz auf meine Aufgaben konzentrieren können. Sobald es wichtige Informationen gibt, bekommt ihr die natürlich von mir.
Wenn ihr meine Unabhängigkeit in diesem Punkt nicht akzeptieren könnt, sollte ich vielleicht lieber nach einer Alternative suchen und nicht hierbleiben. Ich will einfach keine Streitereien und Diskussionen mehr.“
Meine Mutter hatte schon wieder das große “P“ für Panik auf der Stirn. Was sollen denn die Leute sagen? Nach dem Abi ausziehen ist normal, aber vorher geht gar nicht. Sie beeilte sich zu sagen:
„Oh Gott, nein. Du bleibst natürlich auf jeden Fall hier, bis du dein Abitur geschafft hast. Was das Lernen betrifft, lassen wir dich ganz in Ruhe. Halt dich einfach an die Regeln, dann gibt es schon keine Diskussionen.“
„Ja gut. Ich mein ja bloß, falls das Zusammenleben für beide Seiten zu nervig wird, dann macht es keinen Sinn.“
Natürlich gab es doch Fragen. Wie weit ich denn wäre mit dem Lernen, Mahnungen, nicht immer nachts zu üben und vielleicht besser ohne Musik, Kritik an meiner Kleidung. Am unerfreulichsten, waren Besuche von Nachbarn oder Bekannten, zu denen ich dazu gerufen wurde, um von meinem “Schüleraustausch“ zu erzählen. Meine Mutter meinte, es sei einfach zu auffällig, wenn ich mich gar nicht blicken ließe.

 

Schlusspunkte
Und dann rückte der Tag näher, an dem es mir endgültig reichte, in dieser Lehranstalt meine Lebenszeit zu verschwenden und seelisch und geistig immer weniger zu werden. Es kamen zu diesem Zeitpunkt mehrere Dinge zusammen: mein geliebter lebensfroher Opa, mit dem ich über alles hatte reden können, der mich immer wieder aufgebaut und meinen Widerspruchsgeist unterstützt hatte, war ganz plötzlich gestorben. Das war ein wirklich harter Schlag für mich.
Auch die endgültige Trennung von meinem Freund Lukas, die schon länger in den Startlöchern stand, setzte mir zu. Höchstwahrscheinlich hatte der Tod meines Großvaters mir bewusst gemacht, dass das Leben jeden Tag vorbei sein kann, man wirklich keine Zeit zu verlieren hat und man sich rechtzeitig von Ballast befreien sollte.
Genau das würde ich tun. Ich verabredete ein Treffen für den Freitagabend und warnte Lukas schon vor. Wir hatten schon länger nicht mehr miteinander gesprochen. Aufgrund unerfreulicher Ereignisse hatte ich den Kontakt seit Wochen verweigert. Irgendwie ging ich deshalb auch davon aus, dass er genau wie ich vom definitiven Aus unserer Beziehung überzeugt war. So kann man sich täuschen!
Lukas hatte sich gut vorbereitet, um den erahnten Schritt zu verhindern. Er kam mit Blumen, wollte mich küssen, was ich aber abwehrte. Als hätte er das gar nicht bemerkt, erzählte er mir strahlend von “unserem“ gemeinsamen Urlaub in Griechenland, für den er bereits die Route festgelegt und die besten Strände zum Surfen herausgefunden hatte. Er redete ohne Punkt und Komma. Mein versteinertes Gesicht schien ihn nicht im Geringsten zu interessieren oder aus der Fassung zu bringen. Die Szene erschien mir völlig absurd.
Ungeduldig mit dem Fuß wippend wartete ich auf den Moment, an dem ihm die Luft ausginge. Endlich war er still. Eines hatte er erreicht. Ich fühlte mich schlecht und war nach dem Redeschwall meilenweit von der Sachlichkeit in meiner Vorstellung entfernt. Ich musste mich schon ein wenig überwinden, ihm meinen Entschluss mitzuteilen. Aber ich hatte an dessen Richtigkeit keinerlei Zweifel. Als nach einem kurzen Nachdenken darüber, wie der Schnitt zu vollziehen sei, Empörung über sein ignorantes Verhalten in mir aufstieg, ging dann alles ganz schnell.
„Lukas, ich will unsere Beziehung beenden. Das funktioniert nicht mehr, nicht für mich. Es tut mir leid, wenn du das nicht so empfunden hast. Anders wäre es mir lieber. Aber mein Entschluss steht fest, versuch jetzt bitte nichts mehr!“,
sagte ich mit bewusst fester Stimme. Dennoch startete Lukas noch einen Versuch:
„Aber wir könnten doch in Ruhe noch einmal über alles reden. Vielleicht finden wir noch eine Einigung.“
„Nein Lukas. Wir sprechen hier nicht über einen Vertrag. Wir reden über eine Beziehung, die zu Ende ist. Den wahren Grund kennst du.“
„Aber du hast doch gesagt, du verstehst mich! Du wolltest versuchen, damit klarzukommen.“
„Hab ich ja versucht. Aber ich habe meine Leidensfähigkeit überschätzt. Es gibt keine Diskussion. Akzeptier das bitte!“
„Aber lass uns doch…“
„Keine Diskussion!“
Meine Stimme wurde schärfer.
„Darf ich dich mal anrufen?“
„Nein, ich brauche jetzt meine Ruhe!“
„Können wir nicht Freunde bleiben?“
„Nein! Das will ich nicht! Freunde, denen ich nicht vertrauen kann, brauche ich nicht.“
Ohne auf weitere Einwände zu warten, drehte ich mich um und ging. Im Nachhinein war ich erstaunt und auch etwas erschrocken über meine Härte. Aber ein Schnitt ist ein Schnitt – vorbei ist vorbei. Wozu dann noch viele Worte machen, die doch zu keiner anderen Entscheidung führen? Zwei Querstraßen weiter setzte endlich die erwartete Erleichterung ein. Ich lief singend nach Hause.
In der folgenden Nacht setzte tiefe Traurigkeit ein über das, was ich verloren hatte. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass es eine Illusion gewesen war. Ich fühlte mich leer, entsetzlich allein und weinte mich in den Schlaf……..

 

………Damit ich nicht noch einmal im Chaos der geistigen Rückblicke versinke, lege ich zuerst großzügig einige auf Zukunft gerichtete Rahmenbedingungen fest:
  • Um eine richtige Entscheidung zu treffen, muss ich alle Möglichkeiten kennen.
  • Um die beste Möglichkeit auszuwählen, muss ich alle Konsequenzen kennen.
  • Um eine Beurteilung vorzunehmen, muss ich wissen, wie die Welt funktioniert. Eigentlich weiß ich nichts – nichts von den Fakten, die wirklich wichtig sind. Meine mageren Kenntnisse stammen aus der Erzählung Anderer und können deshalb lückenhaft oder fehlerhaft sein.
In den kommenden Tagen verbringe ich meine Zeit vorwiegend am Computer, mit Zeitungen und mit fernsehen – Nachrichten, Dokus, sammle Wissen. Es stürmen brutal viele neue Eindrücke und wertvolle Gedanken auf mich ein. Nach einiger Zeit habe ich Bedenken, dass ich diese alle in meinem Gedächtnis behalten und abrufen kann, wenn ich sie benötige. Daher wächst in mir das Bedürfnis, alles schriftlich festzuhalten. Umgehend beginne ich damit und fühle mich gleich sicherer. Ich schreibe in den folgenden Wochen und Monaten auf alles, was mir in die Hände fällt. Nicht immer habe ich einen Block zur Hand, während wichtige Gedanken oder plötzliche Eingebungen wie Blitze mein Hirn erleuchten. Volle Zettel wandern in einen Schuhkarton. So entsteht Stück für Stück eine Art Tagebuch.
Zwischenzeitlich kümmere ich mich auch noch um einen Job. Vom Nachdenken allein kann man schließlich nicht leben. Außerdem ist es hilfreich, wenn die Tage eine gewisse Struktur bekommen, damit man nicht ganz aus der Zeit fällt und den Kontakt zur Außenwelt nicht völlig verliert. Das Zurückkommen kann sonst sehr schwierig werden.
Ich sehe mich gezielt nach Stellen als Bedienung in Lokalen um, weil dort die Arbeitszeiten besser zu meinem gegenwärtigen Lebensrhythmus passen. Die Suche erweist sich als ziemlich zeitraubend, da in den Sommermonaten sehr viel Studierende diese Arbeitsplätze besetzt haben. Endlich finde ich jedoch etwas in einem Café im Bankenviertel. Vier Stunden pro Tag im Schichtdienst, bei Bedarf auch Doppelschichten, die Bezahlung ist gut, die Trinkgelder fallen meist üppig aus. Die allein reichen schon aus, um mich für den Winter einzukleiden. Geldsorgen sollte ich also nicht bekommen.
So ziehen die Monate dahin, während ich zwischen Arbeit, gelegentlichen Vergnügungen, intensivem Nachdenken und Lernen pendle. Den Großteil dieser Zeit empfinde ich als anstrengend, aber auch sehr Gewinn bringend. Mehr und mehr nähere ich mich dem Ziel an, einen durchführbaren Entwurf für meine Zukunftsplanung zu entwickeln. Schließlich bringe ich diesen erfolgreich zu Ende und freue mich darauf, noch einige Zeit befreit meine totale Unabhängigkeit zu leben, bevor ich für einige Zeit zurück muss, um meine Angelegenheiten vor Ort zu regeln. Denn arbeiten und mich aufs Abitur vorbereiten, ganz gleich wo und wie ich den Abschluss machen werde, halte ich für ausgeschlossen. Außerdem will ich das Kapitel so schnell wie möglich beenden, um die Zeit bei meinen Eltern auf das Nötigste zu begrenzen.
Leider muss ich meinen Aufenthalt vorzeitig abbrechen. Im Januar erreicht mich die Nachricht, dass Ellen sich das Leben genommen hat und die Beerdigung ansteht. Ich fühle mich mehr als verpflichtet, daran teilzunehmen. Es erscheint mir sinnvoll, dann auch gleich den nächsten Schritt zu machen und mein Vorhaben direkt anzugehen. Zögern bringt mich nicht weiter. Also ist es entschieden. Ich schließe diesen Lebensabschnitt ab, nicht ganz ohne Bedauern, und werde für eine begrenzte Zeit, zu meinen Eltern zurückkehren.
Das Tagebuch
Ja, und hier bin ich nun, schlaflos und aufgedreht. Erinnerungen können sehr anstrengend sein, mich aber beleben sie. Ich verspüre überhaupt keine Müdigkeit, während ich die zurückliegenden Erlebnisse in meinem Kopf abspule wie einen spannenden Film. Allerdings merke ich zunehmend, dass es auch Lücken gibt, besonders was Schlussfolgerungen und die detaillierte Planung meiner Zukunft betrifft. Ob das an der Vielzahl der Eindrücke liegt oder an der Tatsache, dass ich wieder in dieser häuslichen Umgebung bin, die Prozesse eher dämpft als sie voranzutreiben, kann ich nicht sagen. Ist aber auch nicht wirklich bedeutsam.
Mein Leben hat extrem an Fahrt gewonnen, die Erfahrungen oder besser gesagt Entdeckungen der vergangenen Monate waren so vielfältig, dass ich gar nicht mehr alles zusammen kriege. Unmengen an Zeitungen gelesen, mitten in der Nacht ferngesehen, Neues erfahren, Gedanken kreisten, machen sich selbstständig, versteckten sich wieder, verhedderten sich. Wer bis hierher gelesen hat, weiß ja schon, wie ich es hasse, wenn mein Kopf nicht so funktioniert, wie ich es will.
Gut, dass ich während der Zeit meiner selbst gewählten Klausur Aufzeichnungen gemacht habe. Die sind sozusagen zu meinem geistigen Rückgrat geworden. Erstens hatte und wollte ich in dieser Zeit keine Gesprächspartner, mit denen ich mich hätte austauschen können. Jede Form der Ablenkung hätte mich in meinem Prozess der Suche nach einer Perspektive für mein zukünftiges Leben nur zurückgeworfen. Zweitens konnte ich beim Notieren auf jede Art von Höflichkeitsfloskeln und Filter der sprachlichen Korrektheit verzichten. Niemandem außer mir selbst musste ich etwas erklären. Dadurch blieb alles wahrhaftig, ungekünstelt und unverfälscht. Außerdem überprüfte ich noch während des Aufschreibens meine Gedanken und entwickelte sie weiter.
Die hierbei entstandenen Zettel und Blätter krame ich nun hervor und lese mir alles noch einmal durch. Dabei gerate ich mehrmals in Versuchung, Dinge umzuformulieren, weil mich die Begrifflichkeiten nicht ganz überzeugen. Auch störende Wiederholungen finde ich und fragwürdige Zeichensetzung. Schließlich entscheide ich mich dagegen: Es ist ein Tagebuch! Entstanden aus Gedankenblitzen und sehr persönlichen Befindlichkeiten. So wie es da steht, ist alles echt und niemand hindert mich, weiter zu denken.
…….Habe beschlossen, Tagebuch zu schreiben. Kein „Liebes Tagebuch“, eher eine Art ungefiltertes Wut-Tagebuch ohne Datum oder Gliederung, das meine wahren spontanen Gedanken, Beurteilungen und Ergebnisse festhält. Alles was mich umtreibt, setzt brutal viele Energien frei, die ein Ventil brauchen. Also lass ich hier einfach alles raus!
Denke nicht, dass ich damit irgendjemandem Unrecht tue. Schließlich starten die meisten nach Beendigung ihrer politischen Laufbahn eine Karriere als Berater oder Vorsitzende im Vorstand großer Firmen oder Lobbygruppierungen. Ob das einen Unterschied machen würde, wenn man den Laden ab sofort einfach schließt? Ist doch alles nur ein Riesenschaulaufen. Beschlossen und verhandelt wird im Geheimen, die neuen Gesetze werden dann irgendwann später mit Hilfe von Schreibern so geschickt und unkonkret in Interviews „kommuniziert“, dass man kaum überschauen kann, was für Folgen daraus entstehen.
Ja Interviews, auch so`n Ding. Muss man sich wirklich mal voll konzentriert anhören. Du kriegst doch als Journalist kaum mal ne Antwort auf deine Fragen. Auch das eine bodenlose Unverschämtheit! Das macht mich so aggressiv! Auch kein Beruf für mich, jedenfalls nicht in dieser Form. Ich würde glaub ich bei fast Jedem aufhören mit den Worten: „Da Sie offensichtlich nicht vorhaben, genau auf meine Fragen zu antworten, breche ich das Interview an dieser Stelle ab. Für den Zuschauer und für mich ist das auf diesem Niveau Zeitverschwendung und eine Beleidigung der Intelligenz.“ Aber die stecken ja auch alle in ihren Anhängigkeiten fest.
Wenn der Chef vom Sender sehr viel Nähe zur Politik hat, riskieren sie u.U. eine Kündigung. Frage mich nur, ob es das nicht im Sinn der Sache wert ist? Wo bleibt der freie, wahrhaftige Journalismus? Ich hör mir dieses verlogene Rumgeeiere jedenfalls nicht mehr an. Mit den Nachrichten ist es genau das Gleiche. Trennt man Fakten von manipulativen Sätzen, schrumpft der Informationsgehalt auf ein Minimum. Und selbst diese Trennung ist gar nicht mal so einfach.
Ein Beispiel: Ehemaliger Politiker hat Vorsitz in Großkonzern übernommen. Er bringt`s nicht, Konzern macht zweimal hintereinander riesige Verluste. Betrieb trennt sich umgehend vor Beendigung des Vertrages von dem Mann. Meldung 1: Herr Soundso hat auf Grund einer zweiten Gewinnwarnung seinen Posten „freiwillig zur Verfügung gestellt“. Wer soll das denn glauben? Meldung 2: Firma XY musste zum zweiten Mal eine Gewinnwarnung herausgeben. Der Vorstandsvorsitzende Soundso gibt seinen Vorstandsposten mit sofortiger Wirkung auf. Was für eine Frechheit! Hier werden sogar Ursache und Wirkung sowie die Verantwortung dem Leser/Zuhörer geschickt verdreht untergejubelt. Man muss also entweder genau zuhören, klar und logisch alles überdenken oder besser gar nicht mehr zuhören. Noch härter manipuliert wird nur noch bei Berichterstattung über Kriege, die mit Vorliebe „Konflikte“ genannt werden und bei den jährlichen Warnungen vor weltumspannenden drohenden Seuchen mit dem dringenden Rat, sich umgehend impfen zu lassen. Wem nützt das? Na eh klar!
Habe längst die Angewohnheit, bei allen mir wichtigen Meldungen eine Grundsatzfrage zu stellen. Welchen Interessen nützt der Vorgang und wer profitiert davon? Dann kann ich einigermaßen herauskriegen, was gelogen ist und was nicht. Aber wer hat schon so viel Zeit? Ist wohl auch gar nicht erwünscht.

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………Komme nun zurück zu den Grundlagen der Demokratie. Hatte schon seit langem Zweifel, dass hier Demokratie herrscht. Fühle mich bestätigt. Demokratie = Herrschaft des Volkes. Da aber bei vielen Menschen nicht jeder seinen Text aufsagen kann – dann würde nämlich niemals etwas entschieden – werden gewählte Volksvertreter geschickt. Durch die Wahl erhalten die Abgeordneten ihre Legitimität. Sie wird ohne Zwang durchgeführt. In einer Demokratie gibt es eine Opposition und Regierungen können durch Wahlen wechseln, also ohne Revolution. Die Demokratie sichert die Grundrechte sowie die Bürgerrechte und achtet die Menschenrechte. Ich gehe davon aus, dass dies uneingeschränkt gelten sollte. So viel zur Theorie.
Wenn also, wie in diesem Land und auch einigen anderen „demokratischen“ Staaten das Meiste – außer direkt vor Wahlen – gegen den erklärten Willen der Bürger entschieden wird und Volksbefragungen entweder nicht durchgeführt werden oder nur zeitlich begrenzt Beachtung finden, dann ist das keine! Demokratie. In diesem Falle müsste es eigentlich möglich sein, die Regierenden sofort wieder abzuwählen. Haben sie mit ihren Entscheidungen der Mehrheit der Bevölkerung entscheidenden Schaden zugefügt, so sollten sie dafür haftbar gemacht werden. Vielleicht würden sie sich dann wieder daran erinnern, worin ihre Verpflichtung liegt. Sehr viele Politiker haben gänzlich vergessen, dass sie den Willen des Volkes durchzusetzen haben – daher das Wort Volksvertreter! Zum Wohle des Volkes, nicht zum Wohle einiger weniger einflussreicher Kreise, nicht zum eigenen Wohle oder zum Vorteil von Familie und Freunden. Mir kommt es so vor, als wenn man direkt nach der Stimmabgabe sämtliche Bürgerrechte aberkannt bekommt und sie erst kurz vor der nächsten Wahl kurzfristig zurück erhält.
Mit dem Handeln gegen die Bürger hat sich die Legitimität übrigens erledigt. Außerdem muss überprüft werden, inwiefern die gezielte Manipulation der Wähler durch Lügen und Halbwahrheiten – oft unter Beistand der Medien – nicht auch einem Zwang gleichkommt. Eigentlich ist das sogar noch viel übler, weil man sich gegen offenen Zwang wenigstens gerichtlich zur Wehr setzen könnte.
Hab mal eher zufällig verfolgt, wie nach einem Brandanschlag auf eine Parteizentrale kurz vor der Wahl die betroffene Partei laut Umfragen einen enormen Zuwachs an Stimmen bekam. So ein Zufall!? Kein Mensch, der halbwegs bei Verstand ist, würde doch so etwas durchziehen, wenn er die Wahl dieser Partei verhindern will. Oder spinn ich jetzt? Ja ich weiß – der Gedanke der Demokratie ist ein Ideal. Aber was spricht eigentlich dagegen, diesem so weit als möglich nahe zu kommen? Oder ist Ideal mittlerweile ein Synonym für Schwachsinn geworden?
Tendiere mehr und mehr zu Revolution!
Nachtrag Demokratie (supergeschickte Ablenkungsstrategie!):
Serien – Brot und Spiele – man darf frei wählen – per SMS, wer Superstar, Topmodel, Supersonstwas wird – wer aus dem Dschungel fliegt – und dafür Gebühren zahlen. Toll, diese Umformung/Neudefinition von Basisdemokratie. Reizt erst mal schon. Soll das Gefühl vermitteln, man hätte doch etwas zu bestimmen. Viele Emotionen – Gewinnerreflexe – Zufriedenheit – Glücksgefühle! Nebenbei laufen im Hintergrund die wichtigen Sachen unbemerkt ab.
Nächste Zerstreuung zum gleichen Zweck – Pseudo-Dokus mit Polizei, „Ordnungshütern“!, Gerichtsvollziehern, Hartz IV Strafbataillonen usw. – ist doch alles sicher und in Ordnung bei uns. Geht`s noch? Volk von Kontrolleuren, Überwachern, Spitzeln, Denunzianten und Bestrafern – super Entwicklung! Das rettet die Welt! Dient gleichzeitig dem Plan, einzuschüchtern, denn die Kontrolleure sind ja scheinbar überall – auch im Fernsehen, also im eigenen Wohnzimmer oder – schlimmer noch – Schlafzimmer. Also bloß nicht aufmucken! Albtraum im Quadrat!!! Aber bereitet uns natürlich perfekt vor auf eine tatsächliche Totalüberwachung. Mir wird schlecht! Wollt Ihr das wirklich? Nein? Dann sagt doch endlich etwas!!! Dann tut doch endlich etwas!!!

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…..Hurra, wir haben eine Bankenkrise – wer wundert sich – wer empört sich scheinheilig? Das war lange fällig. Der Dax leidet? Was ist das denn für eine Nachricht? Wie kann ein Kunstprodukt, das auf nichts als virtuellem Geld beruht, das nur als Zahlen über die Bildschirme huscht, leiden? Warum gibt man dem so viel Bedeutung? Wie viele Menschen haben denn überhaupt Aktien? Ich bin eigentlich froh, wenn der Laden abschmiert. Dann merken endlich alle, wie verfault das Prinzip ist. Übrigens: Menschen und Tiere leiden, auch wenn der Dax jubelt.
Alles kam ganz plötzlich und völlig überraschend? Tausende von Familien verlieren ihre Häuser – sind natürlich selbst dran schuld. Müssen selbst zusehen, wo und ob sie eine neue Unterkunft finden. Banken sind in „Schieflage geraten?“ – eigentlich pleite – man muss ihnen helfen, sie unbedingt retten! Warum eigentlich? Wird als einzige Möglichkeit verkauft – weil systemrelevant – neues Adjektiv – bedeutet was? Relevant in welchem Ausmaß für welches System? Für das, was sich gerade als völlig zerstörerisch, unethisch und unbrauchbar erwiesen hat? Das muss also gerettet werden – total unlogisch. Aber O.K., dann sollen Banker, Vorstände, Hedgefonds und Trader mal zusammenlegen und ihr System wieder auf die Füße bringen. Aber nein, der Staat muss retten. Die Geschädigten retten ein völlig krankes, kaputtes System – unter Zwang und gegen den eigenen Willen – absurd.
In diesem Fall ist der Staat plötzlich wieder das Volk, speziell der Steuerzahler. Was hat der denn damit zu tun? Versteh ich nicht. Hey, was soll denn schon passieren? Lass die Banken doch pleite gehen wie jeden normalen Betrieb auch. Ist das nicht der erwünschte freie Wettbewerb? Dann macht man sein Konto eben bei einer anderen auf und bringt sein Erspartes dort hin.
Aber was wundere ich mich eigentlich? Gerade ein wenig recherchiert. Wenn solche Konstrukte wie Hedgefonds und Rating-Agenturen zugelassen werden, sind die Folgen doch vorhersehbar. Ich glaube nicht, dass Politiker so dumm oder kurzsichtig sind, dass ihnen das nicht klar war. Eher sind da abhängige Verbindungen entstanden, sodass die Geldwelt mittlerweile die Politik bestimmt. Damit erklärt sich auch die Bankenrettung.
Wenn das Geschäftsmodell darin besteht, zur größtmöglichen Gewinnerzielung Häuser oder kleine Firmen billig zu ersteigern, die von den Eigentümern nicht mehr bezahlt werden können und diese anschließend teuer zu verkaufen, gibt es nur eine Strategie. Ich sorge dafür, dass Zinsen so erhöht werden, dass sie nicht mehr bezahlbar sind. Als Bankenableger überhaupt kein Problem. Allerdings ein großes für die Gesellschaft. Ganz klar ein gigantischer, gesetzlich abgesicherter, globaler und geförderter Betrug.
Ähnlich bei den sogenannten Ratingagenturen – auch so eine kranke Wucherung und Bankenableger. Wer hat denen das Recht eingeräumt, Länder und Währungen im großen Stil zu bewerten? Die können ja nur verdienen, wenn jemand einen Nutzen von deren Aussagen hat. Und wer hat einen Nutzen, wenn ein Land dadurch in den Abgrund gestürzt wird, weil die Zinsen steigen? Diejenigen, die das Geld verleihen. Auch hier machen Banken und Hedgefonds wieder Kasse und kaufen alles billig auf, wenn nicht zurückgezahlt werden kann…..

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……Kindererziehung- frühkindlich, nur nichts auslassen – Vorschule – Sprachschule – Samstagsschule – Musikschule – pädagogisches Museum. Jedes für sich manchmal sinnvoll – im Paket eine Katastrophe! Gibt es denn überhaupt noch einen Raum, in welchem Kinder nicht zugetextet werden? Wo sie sich ungestört und in Ruhe ihrer Entwicklung und Phantasie widmen können? Dürfen sie noch einfach Dinge auf sich wirken lassen und instinktiv verstehen? Eigene Ideen entwickeln?
Filmbericht über „Eliten“ – beängstigend – verstörend. Mutter von zwei Söhnen, Rechtsanwältin oder Steuerberaterin – nicht so wichtig – erzählt davon, wie wundervoll sie ihre Kinder fördert oder wohl eher fördern lässt. Dabei schiebt sie immer wieder ein, wie gerne die Jungs das alles machen, was sie so für sie ausgesucht hat. Ich habe etwas Anderes gesehen.
Die Jungs sind noch im Kindergartenalter, ein knappes Jahr auseinander. Mutter berichtet, wie wichtig Förderung von Anfang an ist für erfolgreiche spätere Karriere und Zugehörigkeit zur Elite! Deshalb haben ihr Mann und sie beide Kinder bereits vor der Geburt in privater Krippe und Kindergarten angemeldet. Ab 5 Jahren ist Privatschule geplant, die Chinesisch anbietet – neue Märkte und so – ungeheuer wichtig! Sechs Wochen nach der Geburt hat sie jeweils wieder gearbeitet – Kinder in Krippe bis 15.30 Uhr, im Kindergarten bis 17.00 Uhr. Ganz toll für soziale Entwicklung der Kinder – Aussage der von ihrer eigenen Genialität überwältigten Mutter.
Jetzt sind beide Jungen im Kindergarten – zusätzlich Musikschule und ausgewählte Sportkurse – wichtig für Schulerfolg. Also Musikunterricht nicht aus Liebe zur Musik oder wegen besonderer Begabung – alles für Bestnoten. Sport aus gleichem Grund – nicht etwa zum Spaß oder aus Freude an Bewegung. Samstag zusätzlich ab 8.00 Uhr Spezialunterricht – unter anderem Native Englisch, Mathematik und Physik – das bis zum Mittag. Originalton: „ Da gehen die Beiden sehr gerne hin.“
Ausschnitt aus dem Englischunterricht wird gezeigt – blasse, müde Kinder – liegen mehr auf den Tischen als dass sie sitzen. Die Lehrerin bemüht sich sehr – benutzt viel buntes Material – spricht Kinder an – fordert sie auf, nach vorne zu kommen – versucht zu begeistern. Kinder antworten eher automatisch, wirken gequält. Einer der Söhne formt mit der Hand eine Pistole, zielt auf die Lehrperson, der andere verdreht die Augen. Auf die Frage, was sie sich denn zu Weihnachten wünschen, antwortet der Ältere: „ I want a bed. I wish to have my bed here and want to sleep.” Hier bricht der kurze Filmbericht ab. Bin entsetzt, zu wie viel Selbsttäuschung Eltern in der Lage sind – wie sehr sie bereit sind, ihre Kinder zu quälen. Wo bleibt hier das Jugendamt?
Nächstes Kapitel – Internate in Deutschland und England – Schüler aus den reichsten Elternhäusern unseres Landes. Direktoren erklären sie zu den Hoffnungsträgern der Zukunft. Alles ganz große Talente. Müssen sie ja auch – werden schließlich von den Eltern bezahlt. Sag denen mal, eins ihrer Kinder sei nicht so furchtbar begabt für den Wissensbetrieb und sollte vielleicht lieber ein Handwerk erlernen. Gehe davon aus, dass hier auch massiv auf die Lerninhalte Einfluss genommen wird. Grausig!
Ich sehe eingebildete, total abgehobene Jungen, deren Selbstverständnis wenig zu den meist einfältigen Aussagen passen will – Zukunftsplan Geld machen, Geld vermehren, Konzerne auf- oder ausbauen, an die Börse. Reporterin fragt, ob sie sich vorstellen könnten, später mal als Politiker die Zukunft des Landes mitzugestalten. Die meisten müssen lachen. Nicht, dass ich etwas Anderes erwartet hätte. Sie erklären übereinstimmend, dass mal abgesehen von der schlechten Bezahlung nicht die Politik, sondern sie als Inhaber/Vorsitzende von Banken und Großkonzernen über Länder und deren Schicksal bestimmen und etwas verändern würden – zum eigenen Vorteil natürlich.
Schon erschreckend, so etwas von diesen fast noch Kindern zu hören.
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Große Aufregung – Handys und Emails werden großflächig überwacht! Klar ist das eine Riesenschweinerei, eine von vielen. Aber was dachtet ihr denn? Das verstehe ich nicht – war doch von Anfang an klar. Die Überwachungsvereine der einzelnen Länder – allen voran die USA – werden jedes Mittel nutzen, alles von jedem Einzelnen zu wissen – und gegen ihn einzusetzen. Und wenn du eine Offenlegung der Einzelheiten und des Ausmaßes willst, kommen sie dir mit der nationalen Sicherheit – die blödeste Ausrede der Welt. Mir geht es aber um die wahre Sicherheit und Freiheit jedes Einzelnen. Ach ja – und du kommst gleich auf eine ihrer Listen. Hoffe nur, dass sie bald selber den Überblick verlieren. Je mehr Informationen, umso näher kommen wir der Überlastung der Netze bis zum Totalzusammenbruch. Also schreibt Emails!!!
Sie haben sich die besten Hacker geholt – viele gegen Aussetzen einer Bestrafung nach Verhaftung – haben sie abhängig gemacht – die kommen überall rein. Da die Programme von Menschen geschrieben werden, sind sie auch von Menschen zu kontrollieren – logische Folgerung. Da auch die Firewalls und Schutzprogramme von Menschen erstellt werden, können ebenso diese von – den gleichen oder anderen – Menschen umgangen werden. Diesen Geheimorganisationen kann man nicht beikommen – bestehen aus so vielen kleineren, ausgelagerten Gruppen und Untergruppen, die sich jeweils auf Geheimhaltung berufen, dass da niemand durchblickt – ist genau so geplant. Einzige Lösung – Auflösung und Zerschlagung! Macht aber keine Regierung – bis jetzt. Wenn man wenigstens wüsste, was sie alles mit den Informationen machen.
Also weiß nun Jeder, dass Handys abgehört werden können – dass sämtliche Daten jederzeit gehackt werden können – dass jeder mit ein bisschen Routine sich bei dir einklinken und daraus seinen Vorteil ziehen kann. Willst du immer noch mit dem Teil deine Bankdaten abrufen – die Heizung oder das Licht einschalten, bevor du nach Hause kommst – die Rollläden bewegen, während du im Urlaub bist – die Einbrecher werden dir für die konkreten Informationen dankbar sein – dich nach den Werten deiner Münzsammlung erkundigen – vernetzt sein mit deinem Kühlschrank und die Bestellungen aufgeben – damit jeder Geübte nachsehen kann, was du dir leisten kannst, welchen Lebensstil du pflegst usw. usw.? Hoffentlich hast du niemandem Unrecht getan – die Lieferung könnte fingiert sein – ein ganz anderer kann sie dir geschickt haben – man könnte die Pralinen in deiner Lieferung mit Arsen gespritzt haben – bis du`s merkst, bist du tot. Ein Hotelzimmer zu buchen kann für unliebsame Überraschungen bei deiner Ankunft sorgen – wer weiß, wer dort schon auf dich wartet und zu welchem Zweck.
Wie dumm kann man sein, solche Möglichkeiten nicht zu bedenken? Wer diese Errungenschaften der Technik immer noch für begrüßenswert hält, dem ist nicht zu helfen. Von wegen Vereinfachung – das Leben wird dadurch immer komplizierter – du musst immer mehr deiner Zeit verschwenden, um dich vor Schaden zu schützen – bist total abhängig von dieser Technik. Auf der einen Seite machst du alles auf – auf der anderen Seite musst du ständig neue Schutzwälle hochziehen. Damit schließt du dich nur selber ein.
Mal ehrlich – brauchen wir eigentlich noch Geheimdienste? – ich meine Nein! Der kalte Krieg ist vorbei und Betriebsspionage ist verboten. Unvorhergesehenes passiert kaum noch – manipulierte Ereignisse sind eh schon vorher bekannt. Frag mich schon länger, für wie viele Zwischenfälle und aufbrechende Konflikte genau diese Geheimdienste selbst gesorgt haben – Erstens zum Selbstzweck, um ihre Existenzberechtigung nicht zu verlieren – zweitens, um den jeweiligen Regierungen Feinde und Bedrohungsszenarien zu liefern, damit das Volk genug Angst hat, um sich weiter manipulieren zu lassen.
Nur so ist es auch zu verstehen, dass bei genauer Beobachtung ganz schön halbherzig gegen wirklich gefährliche, brutale Extremistengruppen aller Schattierungen vorgegangen wird. Lieber werden immer mal wieder Einzelpersonen als Satan persönlich präsentiert – gewisse Kulturen im Ganzen böser Absichten und Neigungen verdächtigt – vorsätzlich verleumdet – wird una allen unterstellt, Straftaten begehen zu wollen – warum sonst würden wir alle überwacht?
Für die Verfolgung des organisierten Verbrechens gibt es Europol und Interpol – den Geheimdiensten bieten sich selbst die besten Möglichkeiten zu kriminellen Handlungen durch das absolute Verschwiegenheitsgebot. Wer bestraft die? Und wer die Wahrheit sagt, die Geschädigten warnt, ist ein Verräter und wird hart bestraft. Ich dachte, das gibt`s nur bei der Mafia (böses Wort) – sollten da etwa gewisse Zusammenhänge bestehen? Oder hat man in den Geheimdienstkreisen einfach diese Kommando- und Unternehmensstruktur als äußerst vorteilhaft und wirksam erkannt?

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Kriege und Konflikte – provoziert (Waffenindustrie), ungerecht, selbstgerecht, unmenschlich. Das ist ja nicht auszuhalten. Wenn ich dann noch höre und merke, dass Nachrichten verfälscht, verdreht, manipuliert werden, kann ich nur noch ausrasten. Wenn ich das Elend der Menschen sehe in so vielen Ländern – nur wegen Bodenschätzen, Profit und übersteigerter Selbstüberschätzung, Geltungsbedürfnis und Gier, ist das die einzig bleibende Realität. Eigentlich – alles zusammen genommen – haben wir doch längst den Dritten Weltkrieg. Ich möchte schreien, helfen – will Rache für all die Qualen und Schmerzen. Und die Kinder da mitten drin mit all den Bildern im Kopf sollen sich völlig unbeeinflusst davon zu “wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft“ entwickeln? Das schaff ich ja nicht mal als Zuschauer.
Am liebsten möchte ich zusammenpacken und sofort gegen all diese Unterdrücker und Despoten kämpfen. Den Unschuldigen helfen. Endlich einmal etwas Sinnvolles machen in meinem Leben. Richtig reinschlagen! Die Schuldigen gnadenlos hart bestrafen für ihre Unmenschlichkeit. Aber wer ist wer? Wer macht sich diese Wut dann zunutze und manipuliert wieder anders herum? Vor einem Rattenfänger geflohen und beim nächsten gelandet – wer kann so etwas wollen? Doch wie soll man das durchschauen ohne Wissen und geschultes Denken? Gar nichts tun ist auch keine echte Alternative.
Ich muss noch viel mehr wissen, das ist der einzige Weg zur halbwegs objektiven Wahrheit. Gibt es eine allumfassende Wahrheit, eine Wahrhaftigkeit, die allen Dingen zugrunde liegt? Das Beste zu wollen ist sinnlos und schadet nur, wenn lauter Mist dabei rauskommt. Das Beste für wen? Ist eh meistens nur eine Ausrede. Aber kann man sich denn einfach raushalten? Auf keinen Fall! Die Erde ist Eins, die Menschheit ist Eins. Ausnahme – die Regierungen! Eigentlich bin ich gegen Kriege. Wie vereinbart sich das? Gar nicht. Trotzdem!
Sind nicht die Meisten gegen Krieg? Wollen in Frieden ihr Leben leben? Warum machen sie dann mit? Gehen gegen einen „Feind“, mit dem sie selbst eigentlich gar keinen Stress haben? Sterben für den jeweiligen Machthaber, der nur eigene Interessen verfolgt und selbst gar nicht dabei ist, aber allein die Vorteile nach dem Sieg genießt? Wie logisch ist das denn? Wenn man dann noch weiß, dass „Beweise“ gefälscht werden, gefakte Propagandafilmchen verbreitet werden, um den Kampf als unser Interesse zu verkaufen. Kommt – wir machen da alle nicht mehr mit! Ab sofort!!! Lassen wir sie doch selber kämpfen, wenn sie es unbedingt wollen! Mann gegen Mann – war gar nicht so schlecht. Dann trifft es auch keinen Unschuldigen mehr. Es bleiben keine traumatisierten Völker zurück, keine dauerhaft gestörten Kinder wachsen so auf, Terrorismus hat keinen Nährboden mehr. Die Streithähne werden es sich dreimal überlegen, ob sie nicht eine bessere Lösung finden. Ich bin für Duelle.
Kann jemand etwas dagegen haben? Würde der Rüstungsindustrie nicht gefallen. Neue Waffen braucht keiner mehr – alte können nicht mehr kostengünstig entsorgt werden. Großes Problem. Heißt ja oft, die Menschheit hätte aus Kriegen nichts gelernt – stimmt nicht ganz. Kommt wie immer auf den Standpunkt und die Interessen an. Wer profitiert von Kriegen? Die Rüstungsindustrie! Alles klar? Die größten Absatzmöglichkeiten ergeben sich im Sinn der Gewinnmaximierung also durch möglichst viele Kriege. Und das am besten in kleineren, weit entfernten Ländern, die wenig Beachtung in den Nachrichten finden, weil da nicht viel zu holen ist. Dadurch besteht dort auch wenig bis gar keine Kontrolle.
Frage mich, ob alle, die dort arbeiten, mal darüber nachdenken, was für Werte und welches Weltbild sie ihren Kindern weitergeben. Was Ihr tut, prägt uns – nicht was Ihr redet! – wenn Ihr lügt, fühlen wir es. Ihr gebt die Atmosphäre und die Leitgedanken des Ortes weiter, an dem Ihr den Hauptteil der Zeit verbringt. Und es geht etwas kaputt, wenn wir als Heranwachsende merken, dass Beides nicht zusammenpasst und Eure Arbeit schreckliche Folgen hinterlässt. Vorbild tot – Vertrauen im Eimer! Zu dramatisch? Stimmt es nicht, dass die meisten Amokläufe an Schulen in Orten geschehen sind, wo große Rüstungsfabriken, Waffenfirmen o.ä. existieren, zumindest in den USA? Immer noch zu dramatisch? Sucht schon mal nach Ausnahmen, damit Ihr Euch wieder besser fühlt und nicht weiter nachdenken müsst.
Einer, einige Wenige müssen anfangen, sich öffentlich diesem Wahnsinn zu verweigern – möglichst in allen Ländern gleichzeitig. Im Zeitalter des Internets kein Problem mehr. Wir, die Jungen, die sich noch was trauen, müssen etwas unternehmen. Und ein paar Ältere, die wieder klar sehen – die gibt`s – sollten uns helfen. Erwartet nichts von den Erwachsenen im „besten Alter“. Die werden nichts tun – sie sitzen in ihren sicheren Nestern und haben ständig nur Angst, dass der nächste Bankensturm sie von den Bäumen bläst.
Kommt mir jetzt nicht wieder mit Vernichtung von Arbeitsplätzen. Es gibt genug zu tun: erneuerbare Energien, Bodensanierung, Umweltschutz, Tierschutz usw..