Sonntag voll leer

3. November – so viele Jahre her und doch alle Jahre wie grad eben geschehen:

Habe gerade Einkäufe und Mahlzeiten bei meiner Mutter abgeliefert. Will evtl. noch nach Heidelberg zu Nele. Erste Dialyse nach totalem Blutaustausch im Krankenhaus, Besprechung des weiteren Vorgehens, wird kompliziert. Stehe im Flur und kann die Tränen nicht zurückhalten. Schon beim Einkaufen kam es aus mir unerfindlichen Gründen über mich. Nele ist schon seit neun Jahren an Lupus erkrankt und es gab viele lebensbedrohliche Situationen/Schübe. Ein Organ nach dem anderen war betroffen. Immer hatte ich Hoffnung, konnte handeln, verhandeln. Das Gefühl ist weg.

Muss mich jetzt beeilen, um den Zug zu erreichen. Mein Mann passt mich mit dem Auto ab. Er ist kreidebleich. Nele ist nach Atemstillstand sehr lange reanimiert worden, liegt jetzt im Wachkoma. Der Anfang vom Ende.

Dies im Hinterkopf, die anstrengende Woche noch in den Knochen, bin ich einfach nur leer. Also einfach nur ruhen, atmen, Kerze ins Fenster, warten auf den nächsten Tag. Der wird besser werden – er wird immer besser.

 

16 Gedanken zu “Sonntag voll leer

  1. Dies zu lesen macht mich sehr betroffen … traurig. Ich bin in Gedanken bei dir und wünschte, es wäre nur ein böser Traum, den du erlebst. Doch es ist Realität und sie verlangt dir viel ab, mutet dir viel zu. Ich kann dir leider auch nur viel Kraft wünschen, um diese Realität zu ertragen.

    Alles Liebe, Christel

    Gefällt 2 Personen

  2. Hat dies auf Rudel-Leben rebloggt und kommentierte:
    Ich möchte diesen Beitrag von Caro hier teilen, weil der Lupus als seltene Erkrankung noch immer viel zu wenig Beachtung in Diagnostik ,Therapie und im Bewusstsein der Öffentlichkeit findet. Und weil die Betroffenen und ihre Angehörigen noch immer viel zu oft mit dieser Erkrankung alleine gelassen werden. Ich teile diesen Beitrag weil der Lupus Menschen tötet und weil er Herzen bricht. Danke, liebe Caro, dass Du uns teilhaben lässt an Deiner Trauer und das Du niemals müde wirst, Dich dafür einzusetzen, dass dieser heimtückischen Erkrankung mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird und dass die Betroffenen mehr Unterstützung erhalten. Du weißt, ich bin in Gedanken bei Dir!! Alles Liebe für Dich und Deine Familie, Daniela

    Gefällt 1 Person

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