Die Nöte einer Pflegerin

Heute habe ich mich lange mit der Hilfe meiner Mutter unterhalten. Sie wirkte bedrückt. Nun habe ich erfahren, dass ihre 17jährige Tochter Diabetes hat und im Krankenhaus ist. Die Familie lebt in Rumänien. Ist eh nicht leicht, für Monate getrennt zu sein und in einem fremden Haushalt zu leben.

Ich hab sie gefragt, ob sie nach Hause fahren will, ich würde das verstehen. Aber sie kann nicht, weil sie das Geld braucht für die Medikamente und manchmal auch die Ärzte. Das hat mir so leid getan. Aber ich hab echt nicht genug Geld, ihr für die Hälfte der Zeit den vollen Lohn zu zahlen. Ein bisschen mehr kann ich ihr höchstens zusätzlich geben. Das bedrückt mich, auch weil ich keine zusätzliche Verantwortung haben will.

Zu Hause hab ich mich über das Gesundheitssystem erkundigt und war entsetzt. Ärztemangel, marode Bruchbuden-Krankenhäuser – außer denen für betuchte Ausländer – Korruption. Millionen von europäischen Geldern sind einfach so versickert.

Wie gut es uns hier doch geht und wie ungerecht das ist.

 

8 Gedanken zu “Die Nöte einer Pflegerin

  1. Mich macht das auch sehr betroffen. Ich hatte erst Montag ein Gespräch mit einer Freundin, die mir ähnliches von der Pflegekraft ihrer Mutter berichtet hat. Wir (ich ) denke oft wie hart der Kampf um`s Überleben hier sein kann und wie schlecht vieles läuft…. das ist in vielerlei Hinsicht auch so, da gibt es nichts zu deuteln. Aber wenn man den Blick über den Tellerrand hinaus lenkt, dann relativiert sich auch vieles wieder. Wir können ja nicht alles ändern, aber hinzuschauen hilft mir auch wieder dankbar zu sein, dafür was ich habe und schenkt mir die Kraft an den Stellen zur Veränderungen beizutragen, an denen es mir möglich ist.
    Liebe Grüße Daniela

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      1. Ich auch. Ich achte da arg auf mein Bauchgefühl.
        Und hier schlug es Alarm.
        Leider kann man sich nie sicher sein und landet hin und wieder trotzdem auf die Schnute.

        Gefällt 1 Person

  2. Das ist mehr als ungerecht! Und es macht mich traurig. Und dann versuche ich es wieder einmal mit beten und entzünde eine Kerze. Und weiß genau, es wird ihr nicht helfen.
    Aber mein Gewissen – ist etwas beruhigt. 🙄

    Liebe Grüße,
    Werner

    Gefällt 3 Personen

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