Brandmelder

Ich würde wirklich gerne mal wissen, wieviel Plastik und Batterien jährlich für die Brandmelder draufgehen, die man uns aufgedrückt hat.

Sechs Monate rotblinkende Punkte an der Decke, jeweils unterbrochen durch penetrantes Piepen, wenn die Batterien gewechselt werden mussten, waren genug. Besonders wenn keine Leiter zu finden und man zu klein ist, mithilfe eines Stuhles ihrer habhaft zu werden. Ich hab sie abmontiert.  Sie machen flächendeckend einfach keinen Sinn. Bei großen Gebäuden sicher, in Hotels, Büros und Altenheimen. Wobei es dort ja auch Feuermelder gibt, die Alarm auslösen. Bei meiner sehr alten Mutter auch, dort haben wir welche installiert.

Ansonsten halte ich sie – wie so viele andere „Sicherheitsmaßnahmen auch – für reine Geldmacherei. Ja, ab und zu brennt es, ab und zu sterben Menschen. Allerdings auch Menschen mit Rauchmeldern – dann allerdings an etwas anderem.

Bei einem Brand kommt die Versicherung nicht für den Schaden auf? Na dann eben nicht. Wie oft brennt denn ein Ein- oder Zweifamilienhaus? Wovor soll ich mich denn noch alles fürchten?

19 Gedanken zu “Brandmelder

  1. Das ist mit vielem so … all diese „Absicherungs-Maßnahmen“
    So viel Energie-Aufwand für den Fall, der wahrscheinlich nie eintritt
    Auch meine Energie … ich steh auf die Bankkarten, die man nur mal kurz auf das Maschinchen halten muss und Fertig – weitergehen
    Entsetzter Aufschrei – Aber was, wenn du die mal verlierst ?
    Dann lass ich sie sperren
    Aber bis du die gesperrt hast, da haben die schon …
    Was ? Maximal 25 € pro Laden
    Und überhaupt – Leute ! Ich bin nicht der Verlierer Typ und ’n bisschen Risiko ist immer 😛

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  2. Ich habe viele Jahre mit einem freiwilligen Feuerwehrmann beruflich zusammengearbeitet. Lange bevor Rauchgas(!)melder gesetzlich verpflichtend wurden, hat er jedem dringend geraten, diese zu installieren. Die meisten Toten, die Feuerwehrleute finden, sind körperlich intakt, also nicht verbrannt, sondern erstickt. Und die Melder warnen sehr schnell vor tödlichen Gasen. Kohlendioxid in einer Konzentration von über 10% führt innerhalb von weniger als 1 Minute zum Tod.

    Und ich behaupte hier einmal (ich weiß es nicht) ohne Gewähr, dass die Versicherung für eine lebensversicherte Leiche, die vorsätzlich auf Rauchgasmelder verzichtet hat, wohl kaum die Lebensversicherungssumme auszahlen wird.

    Auch die Haftungsfrage wird interessant: wenn das Feuer in der eigenen Wohnung nicht oder nicht rechtzeitig bemerkt und bekämpft wird und dadurch fremdes Eigentum beschädigt wird, dürfte die eigene Haftpflicht die Kosten zumindest teilweise vom Schädiger zurückfordern; das kann leicht ein Millionenschaden sein.
    Strafrechtlich relevant könnte es dann auch werden.

    Ich möchte nicht neben Menschen wohnen, die sich nicht rechtzeitig warnen lassen.

    Auch wer die regelmäßige Wartung vernachlässigt steht in der Haftung (und im Haftungsausschluss der Versicherung) und ggf. mit einem Bein im Gefängnis.

    Das habe ich gerade gefunden: http://www.rauchmelder-shop.de/rauchmelderpflicht/gesetzeslage/keine-rauchmelder-wer-haftet-im-schadensfall.php

    In der Bundesrepublik Deutschland sind Rauchgasmelder in allen Bundesländern mittlerweile verpflichtend.

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    1. Selbstverständlich akzeptiere ich diese Einstellung, die übrigens auch mein mittlerer Sohn teilt. Ich habe nicht dieses Sicherheitsbedürfnis, auch aus Gründen, die ich in einer vorherigen Antwort ausgeführt habe. Wenn im Leben Schreckliches geschieht, so ist das meist unabhängig von technischen Sicherungen. Eine Lebensversicherung habe ich nicht mehr, weil meine Kinder nicht mehr von mir abhängig sind und aus Altersgründen ginge das auch gar nicht.
      Ich habe mehr Vertrauen in meine stets wachen Sinne als in Geräte. Auch denke ich, dass diese verkümmern, wenn wir uns zu sehr von Technik abhängig machen. Da wäge ich sorgfältig ab. Wie handlungsfähig sind wir noch, wie sehr können wir uns noch selber schützen und versorgen, wenn Systeme versagen?
      Natürlich kann man mich durch hohe Geldbußen zwingen, an meiner Einstellung ändert das nichts. Es war ja auch ohne gesetzliche Verpflichtung nicht verboten, sich solche Geräte bei Bedarf zu kaufen.
      Dass es im vergangenen Jahr mehr Badetote gab als Brandopfer lässt mich sowohl denken, dass die flächendeckende Vorschrift für jedermann übertrieben ist als auch zunehmend schwindenden gesunden Menschenverstand befürchten.

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  3. Stimmt, früher standen bei uns auch reihenweise ganze Straßenzüge in Flammen …
    Doch ganz gleich, wer jetzt für die kleinen Dinger ist oder auch nicht-
    irgendwer wird alsbald ein smarte Lösung haben …

    Ach ja, und bitte verlaßt euch nicht auf euer Vermögen, zu Denken, zu Tun oder gar zu entscheiden – da haben wir doch ganz tolle Experten … vom Marketing hin bis zur Wissenschaft.
    Und so schliefen sie schön, die kleinen Kinder, dankten Vater Staat und temporär Mutter Merkel — und wenn sie nicht gestorben sind, so hört man sie noch heute schlafen…

    Doch man bekommt sie alle auf Linie, spätestens mit der Versicherung, nicht nur in diesem Fall.

    Alles Liebe,
    Raffa.

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  4. Für vergleichsweise wenig Ungemach, die die Dinger bereiten, empfinde ich die Deinstallatiion davon als nahezu fahrlässig. Ein bisschen so, als würde man aus seinem Auto den Airbag ausbauen, um durch das geringere Gewicht ein Schnapsglas voll Sprit zu sparen.

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    1. Also – ich habe eingehend darüber nachgedacht, ob ich darin auch eine Nachlässigkeit sehe. Nicht zuletzt deshalb, da ich deinen Worten einige Bedeutung beimesse und ohnehin über Kritik stets nachdenken muss. Es geht übrigens nicht darum, etwas zu sparen. Wie gesagt, bei meiner Mutter, 94, die unbedingt in ihrem haus bleiben will, haben wir Rauchmelder installiert und sämtliche Kerzen funktionieren ohne offenes Feuer, sondern mit Leuchtmitteln.
      Ich empfinde es nicht als nachlässig, was an meinen bisherigen Lebenserfahrungen und den Schlüssen daraus liegen mag. Ich bin eher sehr aufmerksam und reaktionsschnell, wenn ich Verantwortung habe. Über 25 Jahre habe ich mit fünf, bisweilen sieben Kindern in einem großen Haus gelebt, mittlerweile lebe ich mit meinem Mann allein. Bis auf Flammen aus dem Toaster neben mir, weil ein Kind rumgespielt hat und die ich umgehend mit meinem Kaffee löschte, ist uns durch Feuer nie etwas geschehen. Statt dessen starb ein Kind nach furchtbarer Krankheit, versuchte mein erster Mann mich zu erwürgen, war ein Sohn eine Zeitlang selbstmordgefährdet. Das ist zwar alles längst verarbeitet und bewältigt, doch mein Sicherheitsbedürfnis und Vertrauen auf Vorsorgemaßnahmen ist doch sehr reduziert. Dem Bewusstsein gewichen, dass meine Zeit irgendwann abgelaufen ist, egal wie ich mich zu schützen trachte.
      Was die Einschränkungen durch solche Dinge betrifft, so sind sie für mich subjektiv sehr belastend. Das Blinken nervt mich gewaltig und macht mich irr. Klar, man kann sich da auch reinsteigern. Ich will kein Blinken überall, keine doppelten Schlösser, keine Zusatzriegel an den Fenstern, keine Kameras, keine geschlossenen Rolläden. Ich fühl mich dadurch nicht sicher, sondern eingesperrt und kontrolliert. Es beschädigt absolut mein Lebensgefühl. Geschlossene Rolläden z. B. verursachen mir Atemnot. Ich hab es ausprobiert. Dann lauf ich im Kreis und habe erst Ruhe, wenn ich sie wieder oben habe.
      Bei meiner Mutter hingegen haben wir das alles installiert, weil sie sich damit im Gegensatz zu mir sicher fühlt. Selbstverständlich akzeptiere ich auch das. Nur für mich ist das nichts. Und wenn mir etwas passiert, dann jammere ich sicher nicht rum. Dann ist das eben u. U. die Konsequenz – meine Konsequenz.

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      1. Als Kritik möchte ich das gar nicht verstanden wissen, das ist schließlich Deine eigene Sache. Sagen wir, ich gebe halt nur etwas zu bedenken. 😉

        Grundsätzlich habe ich ein gewisses Verständnis vor dem Hintergrund Deiner persönlichen Erfahrungen. Aber diese Dinger sollen ja auch gar keine Sicherheit „garantieren“, sie „können“ aber im Zweifelsfall dazu beitragen, dass man unbeschadet aus einer ansonsten gefährlichen Situation entkommt. Ebenso wie ein Airbag nicht garantiert, dass ich einen Auffahrunfall überlebe, die Wahrscheinlickeit dafür aber deutlich steigert.

        Wenn Dich das Blinken stört: Es gibt sogenannte silent-stand-by-Rauchmelder, die blinken nicht.

        Ob man sich angesichts Deiner Erfahrungen eine fatalistische Weltsicht aneignet, bleibt jedem selbst überlassen und das würde ich auch nicht kritisieren. Ich persönlich stehe jedenfalls auf dem Standpunkt, dass mit durchaus bewusst ist, dass meine Zeit begrenzt ist, ich diese aber nicht unbedingt durch vermeidbare Fehler selbst noch verkürzen muss … 🙂

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      2. P.S. Auch wenn man sich vermeintlich gewappnet fühlt, in einer gefährlichen Stressituation angemessen zu reagieren und reaktionsschnell zu sein, so weiß man immer erst in der betreffenden Situation, wie man sich verhält. Und je nach Art der Situation bringt einem im schlechtesten Fall die beste Form der Reaktionsschnelligkeit nichts.

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  5. Ich hoffe sehr, für alle, die Dinger als Geldmacherei ansehen, dass es bei euch im Haus niemals brennt.
    Mein bester Freund ist Feuerwehrmann, der könnte euch erzählen, wie wichtig diese Dinger sind.
    Wir selbst wissen aber auch, wie wichtig sie sind. Wir hätten den Brand im Haus meiner Mutter sonst nicht mitbekommen und würden heute nicht mehr leben.

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  6. Unsere sitzen auf so Magnetplatten, sind leicht herunter zu pflücken. Einen Fehlalarm in der Diele habe ich schon hinbekommen, durch Rauchschwaden aus der benachbarten Küche. Man hört sie deutlich 🙂

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  7. Ich habe zwar noch Brandmelder im Haus, weil unser Haus mit über Hundert Jahre alten geölten Weichholztreppen wie ein Brandbeschleuniger wäre und wir noch immer Kinder im Haus haben. Deinen Ärger habe ich aber selber schon genau so erlebt. Jetzt habe ich Langzeitmelder für nicht wenig Geld gekauft, sie sollen 15 Jahre halten. Der erste war aber schon nach einem Jahr wieder kaputt…

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