Unberechenbar

nannten mich die Ärzte, mal lachend, mal zutiefst verunsichert, vorwiegend meine Frauenärzte, solange ich sie noch aufsuchte.

Stets überhöhte Temperatur, alle paar Jahre scheinbar in der Pubertät, alles unregelmäßig, ungewöhnlich viele männliche Hormone trotz weiblicher Figur, Aggressionen nach Beruhigungstabletten. Dazu ein genetischer Fehler, ein gebrochenes Chromosom, und dennoch oder gerade deswegen eine fast unverwüstliche Gesundheit.

Dieses Chromosom hatte aber nicht nur Vorteile, sondern hat bei negativer Aufteilung der Stränge, bei der sich einer der Teile auf ein anderes Chromosom setzte, zu meinen Todgeburten geführt. Allerdings haben die diesbezüglichen humangenetischen Untersuchungen bis zu meinen Großeltern dazu geführt, das man bei Embryos mit einer solchen Erscheinung nicht mehr zum Abbruch riet. Dieses Versprechen habe ich den Medizinern abgenommen. Denn alle Personen aus meiner Familie mit einem gebrochenen Chromosom sind besonders gesund und widerstandsfähig.

Ich find`s jedenfalls gut, dass ich bin, wie ich bin.

4 Gedanken zu “Unberechenbar

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