Einfach Pech gehabt

  • Diese Menschen in den armen Ländern mit Krieg, Hungersnot und Wasserknappheit, die haben einfach nur Pech gehabt, dort geboren zu werden. Dort, wo´s nix gibt. Tut mir ja leid, aber damit hab ich ja nix zu tun.

So und so ähnlich tönt es allenthalben in diesen Tagen, seit die Seawatch Italien angelaufen hat. Inhaltlich werd ich dazu wenig sagen, weil mir echtes Wissen fehlt darüber, ob es eine andere Möglichkeit gegeben hätte, irgendein Kalkül dahintersteht, Italien anzulaufen. Aber grundsätzlich hat es meine Hochachtung, wenn jemand eine Strafe riskiert, um Menschen zu retten. Mir geht es vorrangig um diese Grundeinstellung.

  • Stimmt, die haben sogar mehrmals Pech gehabt. Mit den Franzosen, Italienern, den Holländern, den Deutschen, den Belgiern, manche nacheinander erst mit den Portugiesen/Spaniern, den Holländern und zum Schluss den Briten. Und dass es dort nix ( mehr ) gibt liegt übrigens auch am Pech mit diesen Europäern.
  • Hey, was willst du von mir? Da war ich auch nicht dabei.

11 Gedanken zu “Einfach Pech gehabt

  1. Na, so ganz kommen wir Zeitgenossen nicht aus dieser Chose raus. Wer bei Primark kauft, weiß ja, warum die so billig sind. Wir haben nicht nur Glück gehabt, hier geboren zu sein, wir helfen auch mit, dass die anderen im Unglück stecken bleiben.

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      1. Das Bewusstsein zu schärfen, ist wichtig, wird aber nicht ausreichen, wenn die Menschen hierzulande sich weiterhin aus ganz simplen ökonomischen Zwängen genötigt sehen, in einen Billigladen zu gehen, wenn sie sich mit Kleidung ausstatten wollen.

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      2. Stimmt schon, die Diskrepanz sehe ich ja auch. Aber zusammen mit ein bisschen Vorleben, worauf man verzichten, was man reduzieren kann zusammen mit Bewusstheit ist schon mal ein Schritt. Wobei es für Babyschritte schon recht spät ist, Siebenmeilenstiefel wären sinnvoller.
        Allerdings werden durch sinnvolle und dringend notwendige Maßnahmen ja die Bauern und Arbeiter in den USA massiv benachteiligt, wie ich heute wieder lernen durfte. Und das geht ja gar nicht. Manchmal bin ich kurz vorm verzweifeln – Betonung liegt auf kurz.

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      3. Grundsätzlich bin ich da ja ganz bei Dir, grundsätzlich sollte man sich immer auch seiner eigenen Verantwortung bewusst sein. Ich sehe das nur eben – aufgrund eigener vergangener Erfahrungen – aus der Sicht derer, die sich einen verantwortungsbewussten Lebensstil nur schwerlich leisten könnten, selbst wenn sie wollten. Wenn ich mir vorstelle, dass ich a) auf staatliche Hilfe angewiesen bin, weil ich b) keinen Job finde und deswegen c) mehr oder weniger genötigt bin, jeden Cent dreimal umzudrehen und manchmal auch bei der günstigsten sich bietenden Möglichkeit einzukaufen, und wenn man mir dann d) gebetsmühlenartig immer wieder vorhält, dass ich mit meinem Konsumverhalten anderen Menschen in den Erzeugerländern auch noch schade, dann würde mich diese Gedankenkette auf kürzestem Weg in e) die Depression führen. 🙂

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      4. Das ist ganz klar. Kenne ich ja auch von Schülereltern und früher bei mir als Alleinerziehende mit 5 Kindern ohne regelmäßigen Unterhalt. Tag und Nacht gearbeitet und dennoch ein Drama, wenn Kinderschuhe plötzlich zu klein oder kaputt waren oder die Einkaufslisten von der Schule kamen. Da kannst du auch nix einschränken, außer bei dir selbst als Eltern alles weglassen. Niemals mache ich den Menschen irgendeinen Vorwurf. In der Schule bin ich oft verzweifelt, wenn meine Hilfsangebote von Schulseite abgebügelt wurden.
        Aber es gibt ja noch viel mehr Dinge, wo man was ändern kann, ich Dinge vorlebe und das auch so weitergebe. Nicht jeden Tag duschen, selber kochen, keinen Rasen sprengen, keine wasserintensiven Pflanzen, nicht so viel eincremen, keine Billigflüge übers Wochenende, weniger Fleisch, Gemüse und Obst nur saisonal, kein Coffee to go. Ist für mich auch kein Genuss, im Laufen Kaffee zu trinken. Das kann weg. Geräte reparieren, selber rühren, kneten, zerkleinern ohne Geräte oder die alten manuellen benutzen – für Schlagsahne z. B. – ich liebe Schlagsahne, Wasser aus der Leitung trinken – wenn schon Wasser, nur ein Auto – auch wenn das bei uns oft schwierig ist und nicht mehr lange so gehen wird. Statt Kreuzfahrt mit Familie lieber eine andere Art von Urlaub. Also ich genieße mein Leben – meistens, verwehre mir keinesfalls viel. Frage mich allerdings immer, ist das auch wirklich mein ureigenes Bedürfnis? Da fällt schon viel weg.
        Ja und ich thematisiere das alles schon bei meinen Grundschülern. Die Projektwoche steht in jedem Jahr bei mir unter dem Motto: Einfach was tolles kochen. Letztes Jahr waren es Salate aus verschiedenen Ländern. Gleiche Zutaten, andere Kräuter und Gewürze, schon ist es ein anderes Gericht. Dazu die Musik aus dem jeweiligen Land, es darf auch getanzt und gesungen werden. Von klein auf lernen, sich zu behelfen, zu improvisieren, das find ich auch sehr wichtig. Meine Kinder können sämtlich kochen, nähen, Dinge reparieren, kleine Möbel bauen, sogar beschränkt Autoreparaturen. Letzteres verdanken sie meinem Mann, nicht mir.

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  2. Hallo Caroline,
    am besten wäre es wenn gar keiner flüchten bräuchte. Da sollte das frisch gewählte Europaparlament ansetzen.
    Wer in der Heimat alles hat, was er braucht, setzt sein Leben nicht in dieser Form aufs Spiel und braucht auch nicht gerettet werden.
    Ich wünsche dir einen schönen Tag.
    Liebe Grüße
    Monika

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  3. Nun, mit der Symptom-Behandlung kommen wir nicht wirklich weiter –
    doch wer traut sich an die Ursachen heran und vielleicht in Folge, nur seinen Bundestags-, Landtagsabgeordneten dauernd auf den Keks zu gehen
    oder mal eine fette Demo vor Krauss-Maffay o.ä. zumachen
    anstatt mit bunten Fähnchen Solidarität zu bekunden und die Symptom-Flickschusterei zu unterstützen.

    Kann man eigentlich vor dem NATO-Hauptquartier eine solche Demo machen oder ist die Bannmeile größer als eben diese Meile? Vielleicht gibt es dafür mal bezahlte und organisierte Busfahrten!

    Doch braucht die Obrigkeit radikale und bewußte Sklaven, ääh Bürgen??

    Seien wir Mut und Liebe,
    Raffa.

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  4. Bereits 1989 habe ich festgestellt, dass es ein großes Glück ist, zufällig als Deutsche in der DDR geboren zu sein. Klar, hätten die Amis meine Heimatstadt Plauen 1945 nicht an die Russen verhökert, wäre mein Leben wahrscheinlich anders verlaufen und vor allem wäre es für meine Eltern leichter gewesen.
    Die jetzt am lautesten gegen die Ausländer schreien, waren auch die, die 1989 Asyl in der Prager Botschaft suchten. Das haben wohl viele verdrängt. Klar darf man keine Menschen bewusst im Meer ertrinken lassen, aber sie dürfen auch in ihren Heimatländern nicht verhungern und verdursten….

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