Rache oder Schmerz

Das Haus ging verloren. Durch Ugerechtigkeit der einen und Begehrlichkeit eines anderen. Ein schönes, imposantes, besonderes Haus, direkt am Feldrand mit einem unverbaubaren weiten Blick.

Dieses Haus, in dem so viel pralles Leben war. Kinder kamen und eins wieder genommen wurde. Das wir auf jeden Fall für die Kinder halten wollten.

Dieses Haus, das nach dem Tod des Kindes, der Schwester zwei Jahre zuvor, nur noch falsch roch. Nach Trauer, Krankheit, Hoffnungslosigkeit.

Während die Kisten gepackt wurden, begann es zu ächzen, Risse zeigten sich, Fliesen hoben sich, Balken der riesigen Holzdecke, 25 Jahre lang stabil, waren seltsam verdreht. Als dann auch noch Wasser durch den Putz der Treppenbrüstung rann und die Treppenstufen hinunter tropfte, war es, als ob es weinte, unser Haus. Vielleicht aber wollte es den Bankmanager abwehren oder sich rächen.

Wir hatten so lange gekämpft, gearbeitet, uns krummgelegt. Doch dann gingen wir ohne Trauer, voll neuer Hoffnung, blickten nicht zurück.

Mit dem letzten Blick alleine auf der Terrasse in der Abendsonne sagte ich adieu und kehrte Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit den Rücken.

5 Gedanken zu “Rache oder Schmerz

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