Was`n jetz los?

Mir laufen die Tränen. Ursache?: Ein Anruf vom eismann, also vom Callcenter. Eine nette Stimme möchte mir einen Katalog schicken. Ich sage ihr, dass ich Selbstversorger bin und deshalb nichts vom eismann brauche.

– Aber wir können Ihnen ja trotzdem mal einen Katalog schicken.

– Das wäre wirklich Verschwendung von Papier, denn ich kaufe wirklich nichts.

– OK.

–  Es tut mir so leid!

– Kein Problem.

Dann kamen mir die Tränen. Was hab ich gemacht? Eine Baumscheibe gerettet und dafür dem Mädchen die Vorgabe kaputt gemacht? Sie verdienen doch eh so wenig. Hoffentlich bekommen sie dort ein festes Gehalt.

Seitdem bin ich so traurig, stürzt gerade die ganze soziale Ungerechtigkeit und der Kampf so vieler Menschen ums täglich Brot über mir zusammen.

16 Gedanken zu “Was`n jetz los?

  1. Wenn man weiß, wie viel von den Katalogen, Broschüren, Prospekten, Werbebeilagen und dem ganzen anderen Mist, der beispielsweise jeden Tag der Zeitung beiliegt, direkt für die Tonne produziert wird, weil die Leute sich das alles gar nicht erst ansehen, dann ist jeder nicht sinnlos ausgelieferte Katalog ein Fortschritt.

    Die Anruferin findet sicherlich sehr bald eine andere Katalog-Abnehmerin.

    Ich finde übrigens, dass das Beispiel sehr anschaulich zeigt, dass es für manche Dinge eben doch keine so einfachen Lösungen gibt, wie uns Politiker ganz bestimmter Parteien immer öfter suggerieren wollen.

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  2. Meine leider schon verstorbene Schwiegermutter hatte mit jedem Klinkenputzer Mitleid. Und so häuften sich diverse Zeitung-Abos. Das ging lange Zeit so, bis eines Tages ein sehr aufdringliches Exemplar sein Glück versuchte. Die gute Frau, der vielen Zeitungen langsam überdrüssig, erklärte ihm in ihrem mäßigen Deutsch, sie wünsche kein weiteres Abo. Worauf der freche Kerl es wagte, seinen Schuh in die Tür zu stellen, als diese sich schließen sollte. Was dann folgte, hat in den Kreisen mobiler Händler bleibenden Eindruck hinterlassen … Schwiegermutter bekam einen extremen Wutanfall, beschimpfte den Kerl auf gut türkisch unflätigst (Inhalt bekannt, aber nicht netzfähig), so dass eben solcher fluchtartig das Haus verließ, unter Geschrei seinerseits, die Frau wäre verrückt geworden.

    Kam nie wieder einer …

    Lieben Gruß

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    1. Super. Ich hab nach den ersten Abos mit den Leuten diskutiert und wollte ihnen lieber einfach Geld geben, mehr als sie durch ein Abo verdienen würden. Es wurde immer abgelehnt. Dann erfuhr ich, dass es bei zu wenigem Verkauf zu Prügelattacken kommt. hab aber trotzdem nichts mehr abgeschlossen. Der Anfangssatz war immer: Haben Sie etwas gegen ehemalige Strafgefangene oder Süchtige?
      Aus Frankfurt kam ich freitags immer mit mehreren Exemplaren der Rundschau nach Hause von den Straßenverkäufern, die in ihren dünnen Jäckchen an den Ampeln standen, sehr zur Erheiterung meiner Familie.

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  3. Man kann sich nicht um alles kümmern.
    Auch kann man nicht jeden Helfen oder Retten.
    Man kann nur versuchen soviel wie möglich Gutes zu tun,
    für sich Selbst, für andere und für die Natur.
    Vorbild sein im Umgang mit Allem.
    Die Welt retten, das schaffen wir allein nicht, nur in der Gemeinschaft.
    Du tust soviel Gutes, Caro.

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      1. Manchmal muss man da innerlich dicht machen um atmen zu können.
        Ich kenn das auch bei mir.
        Ich denke wenn ich mich nicht manchmal verschließen würde, wäre ich schon längst ganz woanders.

        Gefällt 4 Personen

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