So viele Ostern

Blogparade – Erinnerungen

Erinnerungen an viele Osterfeste sind wie ein Fahrplan durch mein bisheriges Leben.

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Da waren die Osterfeste im Dorf meiner Kindheit, voller Freude und Lachen, Genuss und Lebenslust. Das erste an das ich mich erinnere – ich war drei, mein Cousin halb vier -, begann am frühen Morgen natürlich mit der Ostereier-Suche. Wir waren beide albern und wild.  Unsere Nester aus Moos waren schnell gefunden. Dann suchten wir noch nach einzelnen versteckten Eiern. Als ich zum zweiten Mal eines fand und zeigen wollte, kam mein Cousin herbeigerannt und hüpfte triumphierend darauf herum. Ohne lang zu zögern schlug ich ihm sein Nest aus der Hand. Schreiend wälzte er sich im Gras. Erst heulten wir kurz, dann lachten wir, schließlich umarmten wir uns. Alles war wieder gut.

Spätere Einzelkind- Ostern in der Kleinstadt waren bedrückend, eng im Innen wie im Außen und schmerzhaft langweilig. Streit zwischen meinen Eltern, weil Madame wieder etwas nicht bekommen hatte, was sie wollte oder ihr Geschenk nicht groß genug, nicht wertvoll genug war. Kloß im Hals. Es waren glücklicherweise nur wenige.

Im Schüleraustausch folgten drei Mal wundervolle Ostern in Lyon. Neue Eindrücke, neue Möglichkeiten, andere Gerüche, große Familie, wundervolle Menschen – unvergesslich.

Ostern mit späterem Mann auf der Ostsee mit neunzehn. Tagsüber segeln mit dem Schwert-Zugvogel, nachts schlafen unter der Persenning am Liegeplatz neben der Passat. Wieder alles anders, aufregend, spannend. Eine Familie nach außen ohne Regeln, künstlerisch und hochbegabt nach eigenen Aussagen und doch tödlich beleidigt die Mutter, wenn man sie übertrat. Ihre zur Schau gestellte Überlegenheit und Ablehnung mir gegenüber – Vorsicht bei Anbändelung mit Mamas Liebling – war unübersehbar. Also schliefen wir im Boot.

Ostern in Trier mit befreundeter Familie, jede mit zwei Kindern. Der Mann am Abend stinksauer, dass ich die zwei Jungen nicht allein im fremden Hotel lassen wollte. Er ging, kam im Morgengrauen übermüdet, schlecht gelaunt mit Kater und hatte so gar keine Lust auf Ostereier-Suche. Enttäuschend, traurig. Ich machte das Beste daraus und die Kinder hatten ihren Spaß.

Ostern mit Freundin in Sri Lanka, als ich meine beiden Mädchen holte, Rückkehr bei Schnee und Eis Anfang April.

Eier suchen im Schnee oder hochschwanger bei Sommertemperaturen. Ostern, in denen ich die Sachen im Wald so gut versteckt hatte, dass wir nur einen Bruchteil finden konnten.

Ostern nach der Befreiung, mit meinem jetzigen Mann, fröhlich, ungezwungen, viele Gäste, viel Musik. Das blieb auch so. Nicht immer viele Gäste, manchmal auch ganz ruhig. Aber ohne Zwang und jeder so, wie er mag.

Ostern in Neuseeland, Wiedersehen mit Sohn, Schwiegertochter und der wachsenden Familie. Wieder so viel Neues aufgenommen, so viel gelacht,  so viel Liebe.

Das war ein kleiner Osterquerschnitt.

Und dieses Jahr? Vielleicht Tirol, wenns klappt. Sonst viel raus, Sofa und Kino, einfach total abschalten.

 

 

 

6 Gedanken zu “So viele Ostern

  1. Danke für diesen bunten Querschnitt, der mich nachher einmal mehr dazu veranlasst, über meine Ostern nachzudenken.
    Heute Vormittag erst Alltag, dann etwas Luft dafür.
    Danke für diese schöne, wenn auch nicht beabsichtigte Anregung.
    Viel Spaß beim totalen Abschalten.
    Gruß Barbara

    Gefällt 3 Personen

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