Masernimpfung – Impf-Pflicht?

Mir geht es hier nicht um eine Grundsatz-Debatte, sondern um ein Verständnisproblem:

Wenn die überwiegende Mehrheit gegen Masern geimpft ist, worin besteht dann die Gefahr für die Bevölkerung durch die nicht Geimpften?

Mir ist aufgefallen, dass  seit der Diskussion über eine Impf-Pflicht regelmäßig zeitgleich über Masernausbrüche berichtet wird (auch in Österreich). Wie glaubwürdig/sachlich ist diese Aussage/Begrifflichkeit, wenn im Nachsatz von einem Fall an einer Schule mit 500 Schülern berichtet wird. An unserer Schule, 450 SN, gab es innerhalb von 3 Jahren nur einen Masernfall.

Vier meiner fünf Kinder wurden nach Plan geimpft, wobei mir durchaus bewusst war, dass es zu Nebenwirkungen kommen kann. Nun ist das Leben an sich voller Nebenwirkungen. Im Fall unsere Tochter Nele habe ich jedoch ein Gefühl von höherem Risiko verspürt, seit festgestellt wurde, dass sie schon als Säugling Antikörper gegen Tuberkulose hatte, ohne dass es eine Impfung gegeben hatte und sie nach einer ersten Impfung extreme Reaktionen zeigte. So habe ich keine weiteren Impfungen durchführen lassen. Das stellte sich nachträglich als richtige Entscheidung heraus.

Wer hier schon länger liest weiß, dass Nele an einer Autoimmun-Erkrankung (SLE) litt, die allerdings erst mit zwölfeinhalb Jahren bei ihr ausbrach. Bei solchen Erkrankungen können Impfungen lebensgefährlich sein, weil das Immunsystem überhöht ist und sich die überzähligen Antikörper gegen die körpereigenen Organe wenden.

Eine Impf-Pflicht halte ich persönlich für nicht angezeigt.

11 Gedanken zu “Masernimpfung – Impf-Pflicht?

  1. Ich habe meine Tochter überzeugt, dass die beiden jüngsten wenigstens gegen Masern geimpft werden müssten, wegen einer möglichen Gehirnentzündung Jahre nach einer Erkrankung. Ansonsten müssen die Eltern entscheiden, was sie für richtig halten. Masernpartys, wo sich Eltern gesunder Kindern mit erkrankten Kindern treffen, halte ich allerdings für sehr töricht und gefährlich.

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  2. Deine Entscheidung war auf jeden Fall richtig, da hat deine mütterliche Intuition ganz ordentlich mitgeholfen. Meine Generation hat die Kinderkrankheiten durchgemacht, meine Kinder sind geimpft. Masern sind eine wirklich furchtbare Kinderkrankheit, wenn Jahre später diese tödliche Gehirnentzündung ausbrechen kann.
    Menschen streben nach absoluter Sicherheit, ich kann das verstehen, möchte ich doch auch nicht, dass meine Kinder an einer vermeidbaren Erkrankung sterben. Ich mag aber auch nicht bevormundet werden, das geschieht schon viel zu viel.
    Liebe Grüße, Alice

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  3. Danke, liebe Caroline,
    daß du „das Thema“ so herunter brichst.
    Diese Logik, die nach der Schul-wissenschaftlichen Meinung ja auch offensichtlich wie unumstößlich ist (oder scheint das nur? — doch dann müssen wir wen oder was hinterfragen) rechtfertigt letztlich in keinsterweise eine Impf-Pflicht.

    Leider gibt es immer wieder Leute, welche mit (vorab gelieferten) Todschlag-Argumenten , oberflächlich, wie spaltend, beleidigend und herabsetzend sich gegen einen Ergebnis-offenen wissenschaftlichen Diskurs verwehren. Mir fällt auf, daß meist nur Argumentationen und vermeintliche Fakten angeführt werden, welche im öffentlichen Raum gefördert und verbreitet werden. Der Blick hinter die Kulissen und Vorhänge … doch lassen wir das, die Debatte wolltest du ja auch hier nicht!

    Von mir erhälst du ein Ja. Ja, es ist ein Paradoxum erster Güte, dein Verständnis trügt dich nicht.
    Doch leider ist es oft so, daß solche offensichtlichen Dinge (auch logische Konsequenz genannt) weg gewischt werden, um mit einer „anderen“ Ausgangsbasis zu operieren… – was auch für andere Themen gilt.

    Mit meiner kleinen authistischen Ader schlägt grundsätzlich mein Pendel aus, wenn „Dinge“ mit Zwang in die Gesellschaft geprügelt werden sollen.
    Zum Schluß daher meine Verdacht (der schon lange keiner mehr ist): Wenn die offensichtlichen, wie logischen und „einfachen“ Argumente ausgehen, dann…

    Alles Liebe,
    Raffa.

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  4. Also bei Regelungen gibt es immer auch Ausnahmen. In deinem Fall war es ja besonders schwierig. Es geht aver nicht darum, due Allgemeinheit zu schützen, sondern minderjährige Kinder vor ihren Aluhut tragenden Eltern. Die Statistiken sprechen eindeutig und medizinisch zweifelsfrei für die Impfung. Daran ändern auch keine anektdotischen Berichte sogenannter Ärzte etwas.

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    1. Da speziell Autoimmun-Erkrankungen sich relativ spät zeigen, obwohl schon massiv Antikörper gegen die verschiedensten Krankheiten vorhanden sind, bin ich dafür, vor einigen Impfungen einen Antikörpertest zu machen, um eine Schädigung auszuschließen. Es gibt mehr Betroffene, als man gemeinhin denkt. Allein in D. gibt es über 40.000 diagnostizierte Lupusfälle und das ist nur eine der entsprechenden Erkrankungen.
      Bei unserer Tochter war es nur ihrer Herkunft aus Sri Lanka zu verdanken, dass der Test durchgeführt wurde, weil ich keine Kenntnis hatte, ob sie geimpft war. Mir sagten der Arzt damals, wäre sie einfach geimpft worden ohne den Test, hätte sie nicht einmal das Säuglingsalter überlebt.

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  5. Gerade für die Menschen, die sich nicht impfen lassen können oder sollten, weil sie beispielsweise noch zu jung dafür sind oder aber eben, weil es medizinische Gründe dafür gibt, würde eine Impfpflicht aber doch eine höhere Sicherheit dahingehend bedeuten, dass die Wahrscheinlichkeit, von Ungeimpften angesteckt zu werden, sinken würde, oder nicht!? Ob man daraus nun gleich eine Impfpflicht ableiten sollte, sei aber mal dahingestellt.

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    1. Abgesehen davon, dass ich meine Kinder keinem Risiko aussetzten wollte, zeigen sich die von mir angesprochenen Krankheiten noch nicht im Impfalter von Kindern. Haben sie bereits Antikörper, stecken sie niemanden an. Haben Nicht-Geimpfte bereits Masern gehabt, auch nicht. Um keine Gefährdungen gegeneinder aufwiegen zu müssen und sich auch nicht allein auf den Instinkt von Eltern zu verlassen, halte ich einen vorausgehenden Antikörper-Test für sinnvoll.

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  6. Viele MENSCHEN
    viele ERFAHRUNGEN
    viele BE- und NICHTBETROFFENE … es bleibt eine persönliche ENTSCHEIDUNG der ELTERN in persönlicher VERANTWORTUNG für ihre KINDER …
    Die Risiken und Nebenwirkungen, – egal wie auch immer-, lassen sich nicht mit Garantieschein prognostizieren … Das LEBEN eben live 🤔

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