Sophie 52

Wo kann ich was verändern mit meinen Fähigkeiten? Ernährung, Umweltschutz, Tierschutz oder medizinische Forschung  würde mir liegen – kann ich auch für eigene Lebensführung gebrauchen.

Möglichkeiten:

Koch/Gartenbau – vielleicht kombiniert – anschließend Ernährungswissenschaften

Gartenbau – anschließend Biologie – Pflanzenschutz

Tierpfleger – anschließend Biologie – Tierschutz/Tierforschung

Oder gleich Biologie  – spezialisieren auf medizinische Forschung

Eins davon wird`s wohl werden – noch ne Möglichkeit: Journalismus/Geschichte/Politologie/Philosophie studieren – kritische Bücher schreiben – kritische Filme drehen – auch nicht schlecht!  

Aber vielleicht gehe ich auch für einige Zeit ins Ausland, um weitere Möglichkeiten der Lebensführung auszuloten.

Also kann es doch noch etwas werden mit mir! 

Ha, noch was! Könnte in ein Kloster gehen und von dort aus Menschen helfen. Vor Mönchen und Nonnen, die das tun, hab ich größten Respekt – nur ein Problem – misstraue der Kirche an sich – glaube, dass nur wenig Spendengelder ankommen und man von Rom aus ständig ausgebremst würde. Die Machtstrukturen dort machen mir Angst und ich sehe – auch an den teuren Kostümen – ganz andere persönliche Interessen der Kirchenoberen. Da herrscht die gleiche Politik der Geheimhaltung wie bei den Geheimdiensten – deshalb ist ihnen nicht zu trauen. Da müsste schon ein ganz anderer Papst kommen – einer, der sich wieder an Jesus und die Anfänge  erinnert, für den der Mensch wieder im Mittelpunkt steht ohne das ganze verschwenderische Brimbamborium.         

Wichtig ist für mich auf jeden Fall, größtmögliche Unabhängigkeit zu erhalten – bedeutet Freiheit – sinnvolle Arbeit an der Basis ohne Kompromisse – so viel verdienen, dass ich auch mit Familie davon leben könnte – Ansprüche auf Notwendigkeit überprüfen. Nicht Karriere ist mir wichtig – Bedeutung und Wertschätzung sind es schon. Arbeit wird für mich niemals bedeuten, nur beschäftigt zu sein, damit die Gesellschaft mit mir zufrieden ist – für zu wenig Geld – wenn die Kosten das Einkommen übersteigen.

Zum Beispiel immer Gegenrechnung machen. Wenn ich nur 400,00 € verdiene, für meinen Weg aber ein Auto benötige – besondere Kleidung – nur noch fertige Nahrung kaufen kann, weil ich keine Zeit mehr habe, selber zu kochen – einen Kita-Platz zahlen muss – wo ist da auch nur der geringste Vorteil? Noch dazu bin ich mit einem solchen als minderwertig angesehenen Job unter Umständen viel eher den Stimmungen und der Herablassung eines Idioten mit Minderwertigkeitskomplex unterworfen.

Diese Form der Arbeit wird mit Vorliebe an Frauen vergeben. Welchen Vorteil haben die Frauen davon?

Haben sie real mehr Geld zur Verfügung bei den genannten Zusatzkosten? – Nein!

Entlastet das die Sozialkassen, sind sie unabhängig von finanziellen Zusatzleistungen? – Nein!

Stärkt es ihr Selbstwertgefühl? – Nein!

Bekommen sie mehr Wertschätzung? – Nein!

Warum wird dann diese Beschäftigungsart überall angepriesen und oft aufgezwungen? Wer profitiert? – Nur diejenigen Arbeitgeber, die durch das Überangebot an Bewerbern in die Lage versetzt werden, die Bezahlung auf ein Minimum zu reduzieren und dadurch letztendlich ihre Gewinne steigern.

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Eins ist mir grad klar geworden: Meine Vorstellung von einem unabhängigem Leben ist nur mit Verzicht auf scheinbar selbstverständliche Dinge zu erreichen, die allerdings bei genauem Nachdenken gut verzichtbar sind. Man muss einfach nur für andere Voraussetzungen sorgen und sich bewusst organisieren. 

Keine Kredite, Kreditkarten, Ratenkäufe, Leasingverträge – erst sparen, dann überlegt kaufen – unabhängig von Banken – ohne drohende Überschuldung leben.

Kein BAFÖG – diese „segensreiche“ Konstruktion der finanziellen Förderung treibt einen ebenfalls in geplante Abhängigkeit. Führt dazu, dass man bereits vor dem ersten Gehalt eine Menge Schulden angesammelt hat, die zurückzuzahlen sind. Das wiederum bewirkt Existenzsorgen von Anfang an – verhindert eine freie Auswahl der Arbeitsstelle oder eine längere Suche nach der richtigen Beschäftigung bzw. kurzfristige Wechsel.

Da man zur Rückzahlung auf ein gewisses Einkommen angewiesen ist, hängt man schnell in einer Endlosschleife, in der man sich Skrupel nur noch schwer leisten kann – die jeden Widerspruch im Keim erstickt. Studieren geht durchaus ohne Zuschuss – man muss halt in den Semesterferien arbeiten, um sich selbst zu finanzieren – dazu das Kindergeld von den Eltern und ein bisschen Bescheidenheit – dann klappt alles. Und mal ehrlich – man braucht keinen Einser im Examen, um ein aufregendes, sinnvolles, anständiges Leben zu führen. Sagt über die Qualität eines Menschen und seinen Charakter nichts aus, außer bei ausgewiesenen Genies, und denen sei ihr Talent gegönnt. Ist auch kein leichtes Leben.

 

 

 

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