Sophie 51

Persönliche Einschränkungen bei meiner Berufswahl – kein Handwerk – wegen Unfähigkeit – keine Medizin auf Grund der Hierarchie und geforderten Unterwürfigkeit – hätt ich massig Probleme – Lehrerin – bei meinen Erfahrungen mit diesem System auch nicht wirklich vorstellbar – eigene Schule  gründen wär vielleicht eine Lösung. Bei Strafverfolgung wär ich auch nicht wirklich gut aufgehoben – sehe so vieles nicht ein – halte es für überflüssig – fehlt Flexibilität – Brauer oder Winzer – fehlt mir völlig der Bezug – Bauer fällt auch weg – kein Bauernhof in der Verwandtschaft – aus Bereich Kunst liegt mir Musik machen am meisten – aber Zukunftsaussichten sind Glücksache.

Seelsorger ist auch nicht meins – will Menschen nicht erklären- wie sie in den beschissenen Verhältnissen einigermaßen zurechtkommen – will Verhältnisse verändern! Und Verkehrsbetriebe/Verteilungsbetriebe – na ja – eher nicht – wenig spannend, sehr fad. Viel bleibt nicht mehr übrig – will genug verdienen, um meinen Lebensunterhalt ohne Zuschuss zu bestreiten – nicht auf alle Luxusgegenstände verzichten – schneller Computer und Internet sind mir schon wichtig – ein paar andere Dinge auch noch. Wie schon gesagt, will nicht ganz unten sein – etwas tun, was Bedeutung hat – was hat überhaupt Bedeutung? Oh Mann!

Möchte auch die Welt kennenlernen, in der ich meinen Platz suche – vielleicht liegt der ja ganz fern von hier in einem stillen Tal der Mongolei – oder im brasilianischen Regenwald – oder  hier gleich um die Ecke. Und wenn ich ihn gar nicht finde – wenn es ihn gar nicht gibt – wenn ich überhaupt keine Zukunft habe – wenn es die Unabhängigkeit, die ich suche, nicht gibt? Was, wenn alles umsonst ist – ich auch im Hamsterrad lande – all die quälenden Gedanken umsonst sind –  ich niemals vertrauen kann – ich für immer allein bleibe – oder schlimmer – auch kreuzunglückliche Kinder produziere – die sich ebenso das Hirn zermartern – ebenso ohne Erfolg – schon wieder kurz davor, verrückt zu werden?

Und wenn ich gar nichts verändern kann – wie lange halte ich es aus, diese Bilder einer Welt zu sehen, wie sie sich mir darstellt?  Sehe verhungernde Kinder, verzweifelte Mütter mit ihren toten Babys im Arm, ausgemergelte Großeltern. Sehe sterbende Tiere, ausgetrocknetes, aufgerissenes Land, fürchterliche Überschwemmungen. Sehe Kindersoldaten, zum Töten abgerichtet, die kindlichen Seelen vernichtet. Sehe geschändete, missbrauchte Kinder in Häusern, auf Plätzen, in den Straßen der Weltstädte, allein, abgeschrieben, ohne jeden Schutz – auch ihre Seelen wurden getötet. Sehe Kinder in Kriegsgebieten, verwundet, mit fehlenden Armen oder Beinen, elternlos, blankes Entsetzen in weit aufgerissenen Augen. Was soll nur aus ihnen werden? Was soll aus mir werden? Ich hab so entsetzliche Angst! Sie schnürt mir die Luft ab! Und dieser unbändige Hass auf diejenigen, die damit Politik machen, sich daran bereichern und oft diese Zustände ganz bewusst steuern, jede Form von Menschenwürde mit Füßen treten. Ich  muss irgendetwas tun, um mich aus dieser Qual zu befreien.  Das Blut kocht, pocht heiß in meinen Adern, mein Kopf explodiert!

Und so viele intelligente, vorausschauende Menschen können oder wollen das schreiende Unrecht, den Niedergang jeglicher Menschlichkeit nicht verhindern. Zu viele schauen bei unserer  eigenen Selbstvernichtung zu, noch mehr schauen einfach weg, lenken sich ab. Wie soll ich da etwas tun können? Verdammt, das hat doch alles keinen Sinn – das ist schon viel zu weit gegangen! Kein Platz für mich in dieser Welt – es wird immer deutlicher –  hab keine Lust mehr – werde so traurig – bin so müde – fühle so unsäglichen Schmerz – am besten beende ich dieses ganze sinnlose…

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Bin gestern Nacht wohl ziemlich schnell  weggetreten – wollte sicher letzten Gedanken nicht mehr zu Ende denken – aber in meinem Inneren hat es weiter gearbeitet. Schlimme Nacht – schreckliche Träume. Ein Heer von verstümmelten Kindern mit Messern und Keulen an einem blutroten Fluss – der Himmel grau und gelb – brennende, qualmende Pflanzen – drohend kamen sie auf mich zu – ich war schuldig. Es gab viele Tränen – viel Gewalt – erinnere mich dunkel – mir ist schlecht – hab pochende Kopfschmerzen – gehe heut nicht arbeiten – bleib jetzt hier sitzen, bis ich weiß, wie und ob es für mich weitergeht!

Beim Aufwachen wollte ich mal wieder eine gewaltsame Revolution  – am besten weltweit – aber das taugt nicht – nach allem, was ich jetzt aus der Geschichte gelernt  habe – würde nur noch mehr Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten in die Welt bringen – nur dann andere Gruppen die Opfer – führt zu keinem Gleichgewicht. 

Eins steht jetzt für mich fest – einfach aufgeben geht gar nicht – ein paar Leute müssen anfangen – Andere von einer Umkehr überzeugen, Beispiel geben, vorleben – die wieder überzeugen noch mehr usw., – endlich mal sinnvolles Schneeballsystem! Um zu überzeugen brauchen wir alle! eine gute Portion an Wissen und Ausdrucksfähigkeit – gleichzeitig dienen Bildung und Wissen zur Selbstverteidigung und zum Selbstschutz vor Manipulation.

Freitod – auch schon oft als Option durchdacht in Augenblicken dunkler Hoffnungslosigkeit – kommt nicht wirklich in Frage – denke immer, was wenn bessere Zeiten kommen und ich bin nicht mehr dabei. Bewusste Entscheidung zum Leben bedeutet aber auch Verantwortung, etwas Gutes damit anzufangen.

Egal wofür ich mich beruflich entscheiden werde – ich darf nie vergessen, warum ich gegangen bin – was ich verabscheue – was ich herausgefunden habe.  Und jedes Mal, wenn die satte, kranke, verlogene Gesellschaft mich einzufangen versucht mit ihrem Geld und ihren Heilsversprechen, werde ich mich erinnern – erinnern an die Demütigungen – die geistige Beschränkung und Beschränktheit – die Abwertung und das lächerlich Machen der Andersdenkenden – erinnern an ihr wahres Gesicht hinter der politisch korrekten Maskierung – und den Zorn, die Wut bewahren über jede Form  von Unrecht. Dann wird es mir gelingen, ihre wahre Motivation zu entlarven und  ihre Argumente zu  entkräften.

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Zurück  zur Entscheidungsfindung – ein sinnvoller Beruf muss her!

Was bleibt zu tun ohne handwerkliches Geschick und kaufmännische Ambitionen – welcher Schulabschluss ist nötig? Entweder sehr guter Realschulabschluss oder Abitur – könnte mein Zeugnis der 10. Klasse umschreiben lassen – war aber im Durchschnitt 3,5 – also nicht sinnvoll –  Abitur muss ich machen – entweder an anderer Schule, extern oder Fachabi nach einjährigem Praktikum – Abi nach Lehre entfällt – siehe Realschulabschluss. Wie mein Sommerzeugnis aussieht, weiß ich noch nicht – vielleicht damit bewerben? – zu hohe Fehlzeiten – kommt nicht gut.

Außerdem verlangen sie in vielen Ausbildungsberufen schon Abitur – erschließt sich mir nicht, warum man schon zum Verkaufen von Unterwäsche im Kaufhaus Abi braucht – sagt das nun mehr aus über die Qualität der Ware oder des Abis?

7 Gedanken zu “Sophie 51

    1. Ja, es kotzt einen nur noch an und wenn du es aufdeckst, sind die meisten nur genervt. Ich selbst bin 67 und stelle seit meiner Kindheit alles infrage, mache mir meine eigenen Gedanken und kämpfe für Selbstbestimmung. Mir ist es sehr wichtig, dass die Jungen eine Perspektive zurück bekommen, auch in der Schule wieder selber denken dürfen. In den Achtzigern gab es die noch hier. In den Nordländern und Neuseeland (mein Ältester lebt dort mit Familie) gibt es die noch heute.

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      1. Ich lese zur Zeit ein Wahnsinnig gutes Buch. Es nennt sich „Das wichtigste Geheimnis der Menschheit?“ von Dr. Robert Kendel (das ist ein Pseudonym-Name, dass sagt schon alles, was in dem Buch für teilweise heftige Wahrheiten über unsere Welt stehen, wenn der Autor einen Pseudonamen benutzt!) Allerdings hab ich gerade noch ein Exemplar gebraucht bekommen, hab überall danach gesucht und es lange nicht gefunden! Aber es ist WIRKLICH genial und so krass wie unsere Welt so tickt ~lg

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