Sophie 44

Und noch was ist mir aufgefallen – auch Mittel zur Ablenkung vom Wesentlichen und Fehlleitung wertvoller Energien: Durch ständiges Aufeinanderhetzen verschiedener Gruppen wird verhindert, dass alle Bevölkerungsgruppen zusammenhalten und gemeinsam protestieren und handeln. Junge gegen Alte – Frauen gegen Männer – Jugendliche gegen Erwachsene – Arbeitnehmer gegen Arbeitslose – Raucher gegen Nichtraucher – Vegetarier gegen Fleischesser – Christen gegen Atheisten – Muslime gegen Christen und umgekehrt. Und die Medien helfen fleißig mit.

Dabei sind die Konflikte doch gar nicht so groß und könnten mit etwas gutem Willen und Gesprächen gelöst werden. Aber durch die Berichterstattungen wird uns eingeflößt, dass jede Gruppe der anderen bewusst schaden will, was dann sofort Gegenwehr provoziert – so wird die Spirale immer größer und der Graben unnötig tiefer. In der Schule will man uns beibringen, dass wir miteinander reden, uns in die Lage des anderen hineinversetzen und uns einigen, ohne dass dabei Einer total auf der Strecke bleibt. Genau dieses wird später völlig außer Kraft gesetzt und in sein Gegenteil verkehrt. Obwohl es sicher gut funktionieren würde – wenn sich alle lösen könnten aus dieser konstruierten Frontenbildung.

Zum Beispiel – Rentendiskussion – Alte leben auf Kosten der Jungen – denkt doch mal nach! – Junge müssen hohe Rentenbeiträge zahlen, weil Politiker Rentenzahlungen der Alten verschlumpert haben – hatte ich schon mal – Politik ist auch für hohe Steuern verantwortlich – nicht die Großeltern – so werden die Jungen aufgehetzt – andere Seite – Aufhetzung der Älteren – Lohn- und Gehaltsdiskussionen – finde es auch ungerecht, wenn man im Alter automatisch mehr Geld verdient als Junge am gleichen Arbeitsplatz. Darüber kann man doch mal reden – und nachdenken. Warum über Kritik nicht erst nachdenken? – Ist doch nicht die Schuld der Älteren, sondern des Systems. Zu Anfang gibt`s sicher große Empörung – wird missgönnt – etwas wird weggenommen. Stimmt aber nur bedingt. Tatsache ist: die größte finanzielle Belastung hat man zu Anfang mit junger Familie – gleichzeitig auch oft mehr Kraft – evtl. Motivation – Belastbarkeit. Also  was spricht gegen höhere Bezahlung?

Wenn die Kinder wenig verdienen, springen oft die Eltern mit höherem Einkommen und weniger Ausgaben ein. Das ist nicht mehr nötig, wenn die Kinder selbst genug verdienen. So kommt das Geld eben direkt beim Empfänger an ohne Umweg über die Eltern und Großeltern. Den Älteren bleibt dadurch doch gar nicht weniger. Und schon gibt es diesen Streitpunkt nicht mehr. Ähnlich geht es auch bei anderen Polarisierungen.

Männer sind Menschen, Frauen sind Menschen. Jeder Mensch ist anders – hat eigene spezielle Bedürfnisse, Ängste, Vorlieben – manchmal passt`s, manchmal nicht – wo ist das Problem?  Wie langweilig, wenn`s nicht so wäre.

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Unsere Stadt hat neues Stadion bekommen. Sieht cool aus, heißt aber wie eine Versicherung. Blöder Name, falsches Signal. Konzerthalle trägt den Namen einer Bank. Erinnere mich, dass Hallen, Sportstätten, Plätze und Straßen immer nach berühmten Sportlern, Wissenschaftlern, Künstlern oder anderen verdienten Personen benannt wurden. Jetzt also immer öfter Banken, Versicherungen und Großkonzerne. Namen des Geldes. Zeichen der größten Bedeutung innerhalb der Gesellschaft. Sollen die jetzt die neuen Vorbilder sein? Na dann gute Nacht! Da muss der Mensch ja auf der Strecke bleiben. Er hat kein Potenzial zu ständigem, ungebremstem Wachstum, selten zu großer Gewinnmaximierung. Sehr ungesunde Entwicklung.

Überhaupt dieses ständige Gerede von Wachstum. Ständig mehr, mehr, mehr!!! Warum? Eigentlich reicht es doch, Gewinn zu machen – muss nicht ständig steigen. Jedes Tier, jede Pflanze weiß, wann es/sie aufhören muss zu wachsen. Bei Störungen kommt es zu Fehlbildungen, Schwäche, krankhaften Wucherungen. Genau das haben wir jetzt in der Wirtschaft.

Dass man durch diese Form der Benennung eine Vorherrschaft im Bewusstsein verankern will, ist wohl klar. Nicht umsonst wurden in den kommunistischen Diktaturen die Namen von Lenin, Stalin, Marx usw. bevorzugt. Dadurch setzt man Zeichen. Diese Zeichen lehne ich ab, hier wie dort.

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Kriege und Konflikte – provoziert (Waffenindustrie), ungerecht, selbstgerecht, unmenschlich. Das ist ja nicht auszuhalten. Wenn ich dann noch höre und merke, dass Nachrichten verfälscht, verdreht, manipuliert werden, kann ich nur noch ausrasten. Wenn ich das Elend der Menschen sehe in so vielen Ländern – nur wegen Bodenschätzen, Profit und  übersteigerter Selbstüberschätzung, Geltungsbedürfnis und Gier, ist das die einzig bleibende Realität. Eigentlich – alles zusammen genommen – haben wir doch längst den Dritten Weltkrieg. Ich möchte schreien, helfen – will Rache für all die  Qualen und Schmerzen. Und die Kinder da mitten drin mit all den Bildern im Kopf sollen sich völlig unbeeinflusst davon zu “wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft“ entwickeln? Das schaff  ich ja nicht mal als Zuschauer.

Am liebsten möchte ich zusammenpacken und sofort gegen all diese Unterdrücker und Despoten kämpfen. Den Unschuldigen helfen. Endlich einmal etwas Sinnvolles machen in meinem Leben. Richtig reinschlagen!  Die Schuldigen gnadenlos hart bestrafen für ihre Unmenschlichkeit. Aber wer ist wer? Wer macht sich diese Wut dann zunutze und manipuliert wieder anders herum?  Vor einem Rattenfänger geflohen und beim nächsten gelandet – wer kann so etwas wollen?  Doch wie soll man das durchschauen ohne Wissen und geschultes Denken?  Gar nichts tun ist auch keine echte Alternative. Gibt es auch einen friedvollen Weg? Hoffe, ich kann ihn finden. Neues Unrecht löschte altes nicht aus, sorgt nicht für Gleichgewicht.

Ich muss noch viel mehr wissen, das ist der einzige Weg zur halbwegs objektiven Wahrheit. Gibt es eine allumfassende Wahrheit, eine Wahrhaftigkeit, die allen Dingen zugrunde liegt?  Das Beste zu wollen ist sinnlos und schadet nur, wenn lauter Mist dabei rauskommt. Das Beste für wen? Ist eh meistens nur eine Ausrede. Aber kann man sich denn einfach raushalten? Auf keinen Fall! Die Erde ist Eins, die Menschheit ist Eins. Ausnahme – die Regierungen! Eigentlich bin ich gegen Kriege. Wie vereinbart sich das? Gar nicht. Trotzdem!

Sind nicht die Meisten gegen Krieg? Wollen in Frieden ihr Leben leben? Warum machen sie dann mit? Gehen gegen einen „Feind“, mit dem sie selbst eigentlich gar keinen Stress haben?  Sterben für den  jeweiligen Machthaber, der nur eigene Interessen verfolgt und selbst gar nicht dabei ist, aber allein die Vorteile nach dem Sieg genießt? Wie logisch ist das denn? Wenn man dann noch weiß, dass „Beweise“ gefälscht werden, gefakte Propagandafilmchen verbreitet werden, um den Kampf als unser Interesse zu verkaufen. Kommt – wir machen da alle nicht mehr mit! Ab sofort!!! Lassen wir sie doch selber kämpfen, wenn sie es unbedingt wollen!  Mann gegen Mann – war gar nicht so schlecht. Dann trifft es auch keinen Unschuldigen mehr. Es bleiben keine traumatisierten Völker zurück, keine dauerhaft gestörten Kinder wachsen so auf, Terrorismus hat keinen Nährboden mehr. Die Streithähne werden es sich dreimal überlegen, ob sie nicht eine bessere Lösung finden.  Ich bin für Duelle.

Kann jemand etwas dagegen haben? Würde der Rüstungsindustrie nicht gefallen. Neue Waffen braucht keiner mehr – alte können nicht mehr kostengünstig entsorgt werden. Großes Problem.  Heißt ja oft, die Menschheit hätte aus Kriegen nichts gelernt – stimmt nicht ganz. Kommt wie immer auf den Standpunkt und die Interessen an.  Wer profitiert von Kriegen? Die Rüstungsindustrie! Alles klar? Die größten Absatzmöglichkeiten ergeben sich im Sinn der Gewinnmaximierung also durch möglichst viele Kriege. Und das am besten in kleineren, weit entfernten Ländern, die wenig Beachtung in den Nachrichten finden, weil da nicht viel zu holen ist. Dadurch besteht dort auch wenig bis gar keine Kontrolle.

3 Gedanken zu “Sophie 44

  1. Gegensätze bedeuten Einheit. Wahrheit sollte „für jeden“ schlüssig nachvollziehbar sein, so gilt es in der (Kern)Philosophie. Meist sind es Spekulation, Annäherungen, und oder Halbwahrheiten, und die gelten in der Philosophie als Lüge. Mir raucht so oft der Kopf, und ich ich merke, dass ich gar nix weiß. Lieben Gruß.

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