Sophie 43

Letzte Korrektheit – politische Korrektheit? Eigentlich genau das Gegenteil. Diese verlogene, selbstgerechte Sippschaft. Wenn ich Roma sage anstatt Zigeuner, sie aber trotzdem verachte und beschissen behandle – mit welchem Recht eigentlich? – was ändert das für die Menschen? Die können sich abzappeln, verbiegen, anpassen, verkriechen, sie kriegen nie ein Bein auf den Boden. Wir müssen das Bewusstsein ändern und nicht die Worte. Dabei könnte man sich doch mal was abschauen von deren Gesellschaftsstruktur – Eigentum – Musik z. B.

Oder Schwarze, Farbige – das Lächerlichste überhaupt! Es gibt Kaffeebraun, Olivbraun, Rotbraun, Rehbraun, Ocker, Bronze, Mahagoni und viele mehr – alles  perfekte Farben. Wenn ich diese zwei Ausdrücke benutze, um das Wort „Neger“ zu umgehen, ohne die Natur, Kultur und Schönheit der verschiedenen Menschen zu würdigen – sie im Gegenteil dadurch herabwürdige, dann ist das einfach nur ekelhaft verlogen und fühlt sich deshalb für die betroffenen Menschen auch nicht besser an. Wie viele „Weiße“ bevölkern Strände und Solarien, um auch nur annähernd einen so schönen Teint zu bekommen? Aber “die sehen ja alle gleich aus.“

Mir genauso unbegreiflich wie Chinesen, Vietnamesen und Philippinos nicht unterscheiden zu können. Vielleicht solltet Ihr denen öfter mal ganz unbefangen ins Gesicht, in ihre Augen sehen. Asylbewerber, Fremdarbeiter, Flüchtlinge, ausländische Unternehmer, die hier Steuern zahlen, Drogendealer, Menschenhändler und Mafia-Mitglieder (darf man auch nicht mehr sagen) verschiedener Nationalitäten, alle werden in einen Topf geworfen. Nur nicht differenzieren – wir brauchen schließlich Feindbilder. Und die lassen sich wohl am besten aus der Angst vor dem Fremden konstruieren. Dabei ist doch das gerade das Unbekannte spannend und kann unser Bewusstsein erweitern, unsere Weltsicht bereichern.

Behinderte Menschen nennt man neuerdings „besonders“, weil ja behindert zu einem Schimpfwort geworden ist. Wie konnte es überhaupt zu einem Schimpfwort werden? Das hat doch mit der Einstellung der Gesellschaft zu den Menschen zu tun, auch weil man sie am liebsten in extra Schulen und Einrichtungen so weit isoliert, dass Kinder den Umgang mit durch Behinderung benachteiligten Menschen gar nicht mehr lernen können. Das Wort bedeutet doch nur, dass eine Person durch Unfall, Krankheit oder von Geburt an durch eine Beeinträchtigung in seiner freien Lebensbewältigung behindert wird – ist doch eigentlich ein rein äußerliches Merkmal – sagt nichts aus über innere Werte – selten über Intelligenz und schon gar nicht über den Charakter. Solange in unserer Gesellschaft aber weiterhin nur der etwas gilt, der marktwirtschaftlich einsetzbar ist und zu „Wachstum“ beiträgt, wird auf solche Menschen weiter herabgesehen  – werden sie als  minderwertig betrachtet oder bekommen höchstens eine kleine Dosis Mitleid. Dann wird eben „besonders“ zum neuen Schimpfwort.

Nur Betroffene selbst können beurteilen, was sie als Diskriminierung empfinden und deren individuelles Empfinden sollte unser Maßstab sein. Das kann man nicht einfach verordnen.

Man sagt also nicht mehr, was man denkt – denkt es aber weiterhin – also behandelt, verurteilt und diskriminiert wie gehabt. Wozu also soll das gut sein? Welche Zeichen werden dadurch für Kinder gesetzt?

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 Wodurch lässt sich Denken am besten ausschalten? Nebenschauplätze! Erst ablenken – dann umleiten – schließlich den Kurs bestimmen.

 Eingeimpfte Bedrohungen:

Inflation – Verfall des Euro – Terroranschläge – Überfremdung – jedes Jahr eine neue Tiergrippe – Straßenzustand – Generationenkonflikte – Videospiele – Rapper – Zigaretten, Alkohol und Marihuana.

Echte Bedrohungen (über die wir allerdings nicht so viel nachdenken sollen):

Erderwärmung – Umweltverschmutzung durch chemische Industrie und Kohlekraftwerke –  Überbevölkerung – Welthunger – Kriege – Machtübernahme durch Konzerne – Totalüberwachung – Kinderarmut – fehlende Perspektiven für die nächsten Generationen. 

Warum diese Fehlinformationen? Wenn wir die erste Liste als bedrohlich für unsere Lebensumstände ansehen, haben wir Ängste – können uns kaum noch auf Anderes konzentrieren – können als Einzelperson nichts verändern – wollen uns gerne führen lassen – heraus aus den Gefahrenzonen. Schließlich werden hierfür politische Maßnahmen versprochen.

Bei der zweiten Liste entsteht eher die Motivation, selber zu handeln, handeln zu müssen und zwar schnell. Systeme und Machtgefüge würden in Frage gestellt. Hier ist es mit ein paar geänderten Gesetzen nicht getan. Genau das ist aber nicht gewünscht.

Schließlich ist das Ziel – merke ich immer stärker -, viele, viele gehorsame, funktionierende und leistungsfähige Arbeiter für wenige superreiche Beherrscher von Banken und den Großkonzernen. Unter diesem Gesichtspunkt versteh ich jetzt auch, warum keine echte Bildung mehr vermittelt wird – in vielen Bereichen nur noch Scheuklappenstudien mit  Riesenfaktensammlungen – nur zitieren – oft aus dem Zusammenhang gerissen – schön auswendig lernen – nicht selber denken – schon gar nicht kritisch hinterfragen. Aber mal ehrlich, wer soll denn die Welt voranbringen – oder zurück – neue Erkenntnisse bringen – Entdeckungen machen – das  Unbekannte erforschen – wenn nicht die Unangepassten – die nicht eingeschränkten Freigeister? – aber deren Verstand wird systematisch und frühzeitig vernichtet oder gestört !!! – von den unkritisch folgenden Herden ist da nichts zu erwarten.

 

 

 

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