Sophie 32

Bin bei meiner Suche nach dem Begriff der Demokratie auf die Griechische Geschichte und Mythologie gestoßen und die letzten Tage bei den Göttern hängen geblieben. Das war schon gigantisch. Götter mit menschlichen Schwächen, die man durchaus mit heute Lebenden vergleichen kann. Alte Männer, die Ihren Söhnen die Kraft und Schönheit der Jugend missgönnen, als hätten sie ihre Chancen nicht gehabt. Frauen, die Männer  durch Intrigen gewinnen wollen und Konkurrentinnen mit allen Mitteln auslöschen. Andere Götter, die Frauen sammeln, um ihre ach so kostbaren Gene möglichst weit zu streuen. Figuren, die das Orakel befragen, um den Spruch dann so weit umzudeuten, bis es passt. Keine Überraschung, dass sie dann meist untergehen.  Wieder andere, die die Zeichen falsch oder nur halb verstehen und sich dadurch ins Verderben stürzen. Hätten sie sich mal besser auf ihren Verstand und Instinkt verlassen. Na ja, ob das bei den Letzteren zum Erfolg geführt hätte? Offensichtlich fehlte es da  genau an diesen beiden Begabungen. Liebe, Hass, Neid, Lügen, Mord, Intrigen, Verführung, Verstellung, Betrug, Gewalt – das volle Programm, kommt mir bekannt vor.

Komme nun zurück zu den Grundlagen der Demokratie. Hatte schon seit langem Zweifel, dass hier Demokratie herrscht. Fühle mich bestätigt. Demokratie = Herrschaft des Volkes. Da aber bei vielen Menschen nicht jeder seinen Text aufsagen kann – dann würde nämlich niemals etwas entschieden – werden gewählte Volksvertreter geschickt. Durch die Wahl erhalten die Abgeordneten ihre Legitimität. Sie wird ohne Zwang durchgeführt. In einer Demokratie gibt es eine Opposition und Regierungen können durch Wahlen wechseln, also ohne Revolution. Die Demokratie sichert die Grundrechte sowie die Bürgerrechte und achtet die Menschenrechte. Ich gehe davon aus, dass dies uneingeschränkt gelten sollte. So viel zur Theorie.

Wenn also, wie in diesem Land und auch einigen anderen „demokratischen“ Staaten das Meiste – außer direkt vor Wahlen – gegen den erklärten Willen der Bürger entschieden wird und Volksbefragungen entweder nicht durchgeführt werden oder nur zeitlich begrenzt Beachtung finden, dann ist das keine! Demokratie. In diesem Falle müsste es eigentlich möglich sein, die Regierenden sofort wieder abzuwählen. Haben sie mit ihren Entscheidungen der Mehrheit der Bevölkerung entscheidenden Schaden zugefügt, so sollten sie dafür haftbar gemacht werden. Vielleicht würden sie sich dann wieder daran erinnern, worin ihre Verpflichtung liegt. Sehr viele Politiker haben gänzlich vergessen, dass sie den Willen des Volkes durchzusetzen haben – daher das Wort Volksvertreter!  Zum Wohle des Volkes, nicht zum Wohle einiger weniger einflussreicher Kreise, nicht zum eigenen Wohle oder zum Vorteil von Familie und Freunden. Mir kommt es so vor, als wenn man direkt nach der Stimmabgabe sämtliche Bürgerrechte aberkannt bekommt und sie erst kurz vor der nächsten Wahl kurzfristig zurück erhält.

Mit dem Handeln gegen die Bürger hat sich die Legitimität übrigens erledigt. Außerdem muss überprüft werden, inwiefern die gezielte Manipulation der Wähler durch Lügen und Halbwahrheiten – oft unter Beistand der Medien – nicht auch einem Zwang gleichkommt. Eigentlich ist das sogar noch viel übler, weil man sich gegen offenen Zwang wenigstens gerichtlich zur Wehr setzen könnte.

Hab mal eher zufällig verfolgt, wie nach einem Brandanschlag auf eine Parteizentrale kurz vor der Wahl  die betroffene Partei laut Umfragen einen enormen Zuwachs an Stimmen bekam. So ein Zufall!? Kein Mensch, der halbwegs bei Verstand ist, würde doch so etwas durchziehen, wenn er die Wahl dieser Partei verhindern will. Oder spinn ich jetzt? Ja ich weiß – der Gedanke der Demokratie ist ein Ideal. Aber was spricht eigentlich dagegen, diesem so weit als möglich nahe zu kommen? Oder ist Ideal mittlerweile ein Synonym für Schwachsinn geworden?

Tendiere mehr und mehr zu Revolution!

Nachtrag Demokratie (supergeschickte Ablenkungsstrategie!):

Serien – Brot und Spiele – man darf frei wählen – per SMS, wer Superstar, Topmodel, Supersonstwas wird – wer aus dem Dschungel fliegt – und dafür Gebühren zahlen. Toll, diese Umformung/Neudefinition von Basisdemokratie. Reizt erst mal schon. Soll das Gefühl vermitteln,  man hätte doch etwas zu bestimmen. Viele Emotionen – Gewinnerreflexe – Zufriedenheit – Glücksgefühle! Nebenbei laufen im Hintergrund die wichtigen Sachen unbemerkt ab.

Nächste Zerstreuung zum gleichen Zweck – Pseudo-Dokus mit Polizei, „Ordnungshütern“!, Gerichtsvollziehern, Hartz IV Strafbataillonen usw. –  ist doch alles sicher und in  Ordnung bei uns. Geht`s noch? Volk von Kontrolleuren, Überwachern, Spitzeln,  Denunzianten und Bestrafern – super Entwicklung! Das rettet die Welt! Dient gleichzeitig dem Plan, einzuschüchtern, denn die Kontrolleure sind ja scheinbar überall – auch im Fernsehen, also im eigenen Wohnzimmer oder – schlimmer noch – Schlafzimmer. Also bloß nicht aufmucken! Albtraum im Quadrat!!! Aber bereitet uns natürlich perfekt vor auf eine tatsächliche Totalüberwachung. Mir wird schlecht!  Wollt Ihr das wirklich?  Nein? Dann sagt doch endlich etwas!!! Dann tut doch endlich etwas!!!

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4 Gedanken zu “Sophie 32

  1. Feines Spot(t)-Light auf die Zustände der Gesellschaft und das sie umgebende Konstrukt der „Repräsentativen Demokratie“ – und der Mittel und Medien, wo alle brav auf Linie gebracht werden.

    Wahrlich eine Aufforderung, sich (gemeinsam) um produktive Lösungen zu kümmern,
    und nicht, wie gewünscht, die Flinte ins Korn zu werfen…
    Doch dazu wird auch wieder ein altes Mittel (zum Zweck) genutzt:
    Die Obrigkeit streut Angst, Halb-Wahrheit und Lüge um Zwistigkeiten zu streuen, in denen sich das Volk verausgaben darf, um das Wesentliche, oder das, was da hinter dem Vorhang zum Nachteil aller „Menschen-Bürger“ vorbereitet wird, zu erkennen.

    So werden unsere Fähigkeiten beschnitten und es finden sich so viele, welche sich zu allem Überfluß noch selbst, wie freiwillig, beschneiden…

    Lieben Dank für die Worte, für das Aufzeigen der Knackpunkte, welche stille Impulse sind, sich das Ganze nochmal etwas tiefer anzuschauen – ohne Schubladen und dem Willen, dann doch mal mit Kausal-Ketten weiter zu denken; nach vorne (Zukunft) und nach hinten (Geschichte), frei nach dem Motto: Ursache und Wirkung.

    Manchmal oder leider viel zu oft überkommt mich das Gefühl, daß man diese „Arbeit“ und auch die Konsequenz nicht mehr auf sich nehmen mag.
    So gebraucht man in seiner Bequemlichkeit lieber die vorgefertigten (allzu oft von der Obrigkeit/schaue hinter den Vorhang) ideologischen „Allgemein-Plätzchen“.

    Anarchische, wie liebevolle Grüße,
    Raffa.

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  2. Revolution. Und dann?!? Volksbefragungen. Fand ich auch mal gut. Seit ich weiß, wie leicht das Volk zum eigenen Schaden verführbar ist (GB, Polen, Ungarn etc.) schauert mir bei dem Gedanken. Die, welche die meisten Fragen stellen, ohne Antworten zu liefern, die Unzufriedenheitsschürer, die Polemiker mit ihrer großen Fresse, die, welche harmlos um Vertrauen buhlen, um bei passender Gelegenheit Antworten von dritter Seite zu liefern (bloß keine eigenen, sie ließen sich womöglich damit verorten), all sie warten nur darauf, uns das Fell richtig über die Ohren zu ziehen, siehe genannte Länder.

    Boah …

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    1. Dieser Gedanke ist eine Momentaufnahme. Ist es nicht folgerichtig, wenn ein erwachender Mensch, wenn er beginnt, das System zu durchschauen, diesen ersten Gedanken zu haben, der ja kein Entschluss ist? Und auch Volksentscheide funktionieren so recht nur ein bewussten Gesellschaft und geben den wahren Willen nur dann wider, wenn die Fragen konkret sowie klar wären. Meist sind diese ja schon manipulativ.
      Aber darum geht es mir nicht vordergründig. Es geht bei all diesen Tagebucheinträgen um das Zerreißen der sogenannten Alternativlosigkeit, die so stark verinnerlicht wurde. Um die Entdeckung/Aufdeckung falscher Glaubenssätze, die Möglichkeit anders zu denken. Banken sind nicht systemrelevant – das Wort ist schon unkonkret, Unternehmen sind von denen zu retten, die es versiebt haben, Politiker sollten direkt abgewählt werden können, ein für die Bevölkerung untaugliches, nachteiliges Sytem muss verändert werden. Nur dazu braucht es den gemeinsamen Willen und die Bereitschaft, auch für sich selbst Nachteile inkauf zu nehmen. Sonst kommt es zu immer mehr gewaltätigen Auswüchsen, die oft genug den falschen schaden.

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