Sophie 30

Ja Interviews, auch so`n Ding. Muss man sich wirklich mal voll konzentriert anhören. Du kriegst doch als Journalist kaum mal ne Antwort auf deine Fragen. Auch das eine bodenlose Unverschämtheit! Das macht mich so aggressiv! Auch kein Beruf für mich, jedenfalls nicht in dieser Form. Ich würde glaub ich bei fast Jedem aufhören mit den Worten: „Da Sie offensichtlich nicht vorhaben, genau auf meine Fragen zu antworten, breche ich das Interview an dieser Stelle ab. Für den Zuschauer und für mich ist das auf diesem Niveau Zeitverschwendung und eine Beleidigung der Intelligenz.“ Aber die stecken ja auch alle in ihren Anhängigkeiten fest.

Wenn der Chef vom Sender sehr viel Nähe zur Politik hat, riskieren sie u.U. eine Kündigung. Frage mich nur, ob es das nicht im Sinn der Sache wert ist? Wo bleibt der freie, wahrhaftige Journalismus? Ich hör mir dieses verlogene Rumgeeiere  jedenfalls nicht mehr an.  Mit den Nachrichten ist es genau das Gleiche. Trennt man Fakten von manipulativen Sätzen, schrumpft der Informationsgehalt auf ein Minimum. Und selbst diese Trennung ist gar nicht mal so einfach. 

Ein Beispiel: Ehemaliger Politiker hat Vorsitz in Großkonzern übernommen. Er bringt`s nicht, Konzern macht zweimal hintereinander riesige Verluste. Betrieb trennt sich umgehend vor Beendigung des Vertrages von dem Mann. Meldung 1: Herr Soundso hat auf Grund einer zweiten Gewinnwarnung seinen Posten „freiwillig zur Verfügung gestellt“. Wer soll das denn glauben?  Meldung 2: Firma XY musste  zum zweiten Mal eine Gewinnwarnung herausgeben. Der Vorstandsvorsitzende Soundso gibt seinen Vorstandsposten mit sofortiger Wirkung auf. Was für eine Frechheit! Hier werden sogar Ursache und Wirkung sowie die Verantwortung dem Leser/Zuhörer geschickt verdreht untergejubelt.  Man muss also entweder genau zuhören, klar und logisch alles überdenken oder besser gar nicht mehr zuhören. Noch härter manipuliert wird nur noch bei Berichterstattung über Kriege, die mit Vorliebe „Konflikte“ genannt werden und bei den jährlichen Warnungen vor weltumspannenden drohenden Seuchen mit dem dringenden Rat, sich umgehend impfen zu lassen. Wem nützt das? Na eh klar!

Habe  längst die Angewohnheit, bei allen mir wichtigen Meldungen eine Grundsatzfrage zu stellen. Welchen Interessen nützt der Vorgang und wer profitiert davon? Dann kann ich einigermaßen herauskriegen, was gelogen ist und was nicht. Aber wer hat schon so viel Zeit?  Ist wohl auch gar nicht erwünscht.

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Vor drei Tagen original französische Serie gesehen, aber nur die Hälfte verstanden, hat mich maßlos geärgert. Handlung war total spannend, Sprache hat mich fasziniert. Klang viel schöner als bei unserem Französischlehrer. Wen wundert`s. Schrecklicher Kerl. Da will man doch  nicht genau so sprechen wie der. Im Regal dann original Asterixhefte gefunden und noch jede Menge Kurzgeschichten, zum  Teil mit deutschem Text direkt daneben.  Zwei Wörterbücher gibt`s auch, das krieg ich hin. Seither knie ich mich da richtig rein, lese ununterbrochen und muss immer weniger Wörter nachschlagen. Witzig ist, dass ich mir automatisch selber Fragen stelle zu den Texten und auf Französisch antworte. Ich glaub, wenn ich auch die Fragen auf Französisch stell, dann bin ich auf dem besten Weg, diese Sprache zu beherrschen. Tolles Gefühl – irgendwie wird die Welt dadurch größer für mich. Und es macht immer mehr Spaß. Deswegen mach ich jetzt auch weiter.

Später kommt Spanisch dran. Hab noch die Bücher von der AG, auch einen Wisch über „sehr erfolgreiche Teilnahme“, kann aber null, bis jetzt. Warum geht man in eine AG? Entweder Zwang durch Eltern, weil sie sich mal wieder Gott weiß was davon versprechen. Oder weil man noch gewisse Pluspunkte braucht für Abschlussbeurteilung neben Amt als Klassensprecher/Schulsprecher/Schülerzeitung usw.. Soll aber vorkommen, dass jemand dort etwas lernen will!!

Davon ist die Spanischfrau leider nicht ausgegangen. Bis auf wenige Grundlagen, Umgang mit U-Material und dem Hinweis auf die Notwendigkeit von „viiiiel Eigeninitiative“ passierte – nichts. Jedenfalls nichts Sinnvolles. Eigentlich hat die ein halbes Jahr, vier Stunden pro Woche nur von der Küste erzählt, wo die Reichen und Schönen Urlaub machen und sie und ihr Mann sich ein tolles Haus haben leisten können. Wen sie gesehen haben, wo sie eingeladen waren, wo man am besten essen kann, wie günstig man dort Personal bekommt – natürlich auch von der Angst, betrogen zu werden, wenn der Gärtner oder Poolboy zu viel abrechnen, bla bla bla. Also alles, was Halbwüchsige brennend interessiert. Zeitverschwendung – Geldvernichtung!!! Es leuchtet ein, dass so jemand Beamter sein muss –oder?

Aber gleich lern ich weiter – musste noch sein!

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