Noch eine Entscheidung

Es war in den letzten Wochen viel die Rede von notwendigen Veränderungen zu mehr Frieden, Menschlichkeit und Klima-/Artenschutz. Die großen Herausforderungen unserer Zeit, die dringend gelöst werden müssen. Dazu bedarf es einiger Voraussetzungen.

Das wichtigste ist das Lösen von festen Gedankenmustern. Muster, die auch durch Verschweigen/Verdrängen ganzer Perioden, in denen es gut lief, bei uns verfestigt werden. Ich denke da an das Goldene Mittelalter, das immerhin 300 Jahre dauerte. Aber dazu in einem späteren Beitrag mehr.

Wir müssen unseren Standpunkt verlassen, um zu anderen Sichtweisen zu kommen. Anders zu denken, das Gegenteil in Betracht zu ziehen ist wichtig, um zu einer veränderten/erweiterten Wahrnehmung, zu neuem Denken zu gelangen. Ich muss dabei immer an unseren Lehrer aus der Philosophie-AG denken, über den wir uns totgelacht haben, wenn er mal wieder sagte: Das muss man von einer höheren Warte aus betrachten. Wie dumm wir waren. Er hatte Recht. Nur von oben, hinten oder außen (außerhalb unserer selbst) sehen wir, welche Möglichkeiten/Berechtigungen es noch gibt, die Dinge anzugehen. Wenn ich ein Problem lösen will, darf ich nicht von Beginn an alles Mögliche ausschließen. Das kommt erst später, wenn etwas nicht taugt.

Weil zumindest mir das so ungeheuer wichtig ist, werde ich ab – weiß noch nicht – morgen, übermorgen oder zum Wochenende das Buch „Vorbilder?/Fehlanzeige!“ fast vollständig in kleinen Schlucken hier einstellen. Ich werde das auch klar deklarieren, damit jeder, der das für verzichtbar hält, gleich weiterklicken kann. Das Bedürfnis, diese Worte in die Welt zu bringen, ist übermächtig in mir. Deshalb darf auch kopiert, geteilt und was weiß ich noch werden.

Sämtliche der beschriebenen Gedanken stammen von der achtzehnjährigen Sophie und decken sich ziemlich mit meinen eigenen, allerdings ohne die Erfahrung bestimmter Zwänge und Notwendigkeiten, die später auftauchen, ohne die Milde des Verstehens Das macht viele Aussagen gnadenlos, schonungslos, was aber m. E. auch wichtig ist. Da steht ein Gerüst, das stabil ist und nicht gleich mit Vorwänden bedeckt werden sollte. Dennoch oder gerade deswegen bitte ich alle Lesenden/Interessierten, wertfrei alles aufzunehmen, es wirken zu lassen und nicht gleich zu denken: Ach, die hat ja noch keine Ahnung oder: Völlig übertrieben oder: Aber man muss doch… Gar nichts muss man. Ganz ehrlich Warum?

Denn wenn alles Wahre gleich wieder relativiert wird, kann sich nichts ändern, werden neue Gedanken im Keim erstickt. Ich selber habe mich Zeit meines Lebens immer wieder mit diesen Gedanken und Vorwürfen konfrontiert, mich selbstkritisch hinterfragt und mein Leben in vielen Bereichen kompromisslos/unkonventionell und unter Einbeziehung aller Konsequenzen geführt. Zum eigenen Wohl und dem meiner Kinder, die auf vielen Umwegen sämtlich – außer Nele natürlich – ihre Berufung gefunden haben.

4 Gedanken zu “Noch eine Entscheidung

  1. Ich fühle mich sowas von ertappt! Genau das dachte ich mir als ich die Gedanken von Sophie las: wie kann sie das alles in sooo jungen Jahren wissen? Ich fand das unrealistisch, aber mit der obigen Erklärung verstehe ich das besser!

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    1. Es gibt viel mehr bewusste, zweifelnde junge Menschen als man gemeinhin denkt. Ich habe einige Zuschriften erhalten von solchen, die sich genau mit diesen Gedanken herumgeschlagen haben und dies Buch als große Hilfe und Mutmacher empfunden haben, sich bestätigt fühlten. Ich erwarte auch, dass man spätestens mit achtzehn eine poltische und ethische Grundmeinung und Vorstellung von dem Leben hat, das man führen will. Schließlich ist man dann volljährig. Von mir kann ich nur sagen, dass ich mit sechzehn spätestens viele Erwachsene indiskutabel fand, mich mit Rassendiskriminierung in den USA und Südafrika befasst habe, heftige Diskussionen mit meinen Lehrern über Lerninhalte geführt und mit siebzehn gegen die Notstandsgesetze gekämpft und protestiert habe. Da ich viel allein war und Bücher verschlungen habe, war ich vielleicht ein wenig früher dran als andere. Aber da bin ich ja nicht die Einzige. Und meine Kinder waren auch sehr früh bewusste Menschen. Die meisten der späteren Schulszenen stammen auch aus meiner Schulerfahrung. Die Überbetonung von Geld und Scheinwelten habe ich schon immer verabscheut.

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