Trennung

Ich habe diesen Text als Kommentar auf einen interessanten Beitrag von  Wicca Secret geschrieben, halte ihn aber auch eigenständig für beitragwürdig:

Eindrucksvolle Beschreibung einer verhängnisvollen Entwicklung, sobald sie einmal begonnen hat. Bei mir war es anders. Ich wähnte mich auf einem festen, trefflich beschriebenen Fundament, das sich plötzlich als reines Luftbild erwies. Erst hing ich in der Luft, dann stürzte ich ab. Ist das Fundament eine Illusion, dann ist es auch das Haus. Eine Nicht-Verbindung aufgebaut auf einem Nichts. So folglich auch Gefühle nur eine Luftblase, denen man nicht länger nachhängen muss, der Mann de facto ein Fremder. Ohne Gefühle kein Schmerz mehr.
Fünf Kinder zu beschützen und zu versorgen, sie möglichst wenig zu belasten, war reale Aufgabe. Mit diesem Bewusstsein machte ich relativ schnell und konsequent einen Schnitt. Viel nächtliches Nachdenken war angesagt, um die Ursache für die falsche Wahl und die lange Zeit bis zum Erwachen zu finden, den Fehler nicht zu wiederholen. Es halfen dabei meine Lieblingscousine – zu jener Zeit in gleicher Lage – und Cola-Bacardi. Uns ist es beiden gelungen. Kein Bedauern, keine Verbitterung, eher Erleichterung, viel Lachen, Blick voraus trotz massiver finanzieller Probleme. Diese waren jedoch in unseren Überlegungen nebensächlich, standen von Anfang an im Raum, wurden akzeptiert, Kämpfe um Geld sollten uns keine Energien rauben. Die Kinder waren vorrangig.
Natürlich habe ich auch klare Erinnerungen an aufregende Momente, Abenteuer usw., aber sie sind wie ein Film, den ich mal gesehen habe. Das betrifft auch die dramatischen Momente. Aus anderen Erinnerungen ist mein erster Mann völlig gelöscht. So zum Beispiel, wenn ich Orte aufsuche, an denen ich mit ihm und Kindern einst war. Es sind nur die Kinder vorhanden. Das ist mir vor ein paar Jahren auf Ibiza aufgefallen. Wenn es manchmal sticht, dann nur durch die – verheilten – körperlichen Verletzungen, die mich von der Trennung abbringen sollten. Nicht wegen meiner Person, sondern wegen des Unternehmens, das zusammenzubrechen drohte ohne mich. Absurd – oder? Jedenfalls in meiner Welt.

3 Gedanken zu “Trennung

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