Glas halb voll – halb leer?

Die Wahrnehmung eines halbvollen Glases wird allgemein akzeptiert mit einer negativen Einstellung verbunden, eines vollen Glases hingegen mit einer positiven.

Für mich noch nie einsichtig, fragwürdig aufgrund fehlender Differenzierung.

Es kommt doch darauf an, was sich im Glas befindet. Handelt es sich um einen Inhalt, der mir aufgezwungen wird – durch elterliche Gewalt z. B. oder Höflichkeitsvorschriften -, was in meinem Fall auf Lebertran, Milch und Kakao zuträfe, ist das halbleere Glas mit sehr positiven Gefühlen verbunden.

Nun ist dies als Ansicht für sich genommen so wichtig, als wenn in China ein Sack Reis umfällt und für die Rettung der Welt nicht von Belang. Aber als Symptom erscheint es mir schon wichtig, solche Aussagen wie auch viele andere zu hinterfragen.

All das, was zu stark vereinfacht wird, ist ungenau oder sogar falsch. Das genau ist der Knackpunkt heutzutage und bietet mannigfachen Raum für weitreichende Manipulationen. Je einfacher, desto mehr werden sagen: „Ja, genauso ist es!“ Und schließlich wird zur alternativlosen Wahrheit, was kritisch betrachtet gar keine ist.

Seid wie die Kinder! Fragt andere und auch Euch selbst immer wieder: Warum? Warum so? Warum nicht ganz anders? Schafft Bezüge: Wenn aber …., dann kann doch auch…..

Und selbst, wenn manchmal nichts dabei herauskommt – es ist spannend und schult die Denk- und Kritikfähigkeit.

9 Gedanken zu “Glas halb voll – halb leer?

  1. Oh, ich finde das bei Kindern sehr schwierig umzusetzen. Dinge zu hinterfragen, klar – das sollte nicht, – das muss gefördert werden. Aber man muss dann auch damit rechnen, dass ALLES IMMER hinterfragt wird. ‚Warum muss ich in der Pause rausgehen? Warum können wir jetzt nicht frühstücken,…….‘
    Das würde bedeuten, dass feststehende Regeln immer wieder diskutiert und aufgeweicht werden, obwohl es gerade für Kinder wesentlich einfacher ist, mit klaren und feststehenden Strukturen klar zu kommen….
    Aber ich denke da mal drüber nach 🙂

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    1. Alles hinterfragen ist schon richtig, aber nicht immer wieder neu. Es gibt für Regeln auf Tatsachen beruhende und logische Gründe, die kann man erklären. Das sehen Kinder auch ein.Da sich am nächsten Tag weder die Tatsachen noch die Logik verändert haben, genügt wirklich einmal. Über ungelegte Eier diskutiere ich nicht, das ist Zeitverschwendung, was ich auch so erkläre. Das führte nur zu längeren Hausaufgabenzeiten, weil es einen Plan gibt, was gelernt werden muss, um weiter – also in das nächste Schuljahr – zu kommen.
      Bei sehr wichtigen Dingen weiche ich davon ab.
      Für Beschwerden und Fragen habe ich einen Briefkasten. Diese werden einmal in der Woche besprochen.

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      1. Ich verfahre da ebenso wie du, aber es ist eben wie es ist – Kinder suchen ständig nach Lücken in die sie schlüpfen können. Sicherlich deshalb, um sich selbst oder aber die festgesetzten Regeln – erneut bestätigt zu bekommen oder sie im besten Fall (aus KinderWunschSicht) zu verändern, je nach Gusto – was ja auch ihr gutes Recht ist. 🙂
        Aber der Spagat (in diesem Fall für mich) ist jeden Tag aufs Neue wieder eine Herausforderung, da einige Gläser halb voll und wiederum andere halb leer sind! 🙂

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  2. Urteilen, ist das beste Mittel zum „unglücklichen Sein“!

    Mir persönlich ist es vollkommen schnuppe was das Glas noch hergibt, da darüber dürfen sich gerne jene streiten die auch sonst in den Krümeln suchen. Und wenn man Durst hat, Wasser gibt es überall, jedenfalls hier in der Gegend.

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  3. Ich mochte weder volle noch leere Gläser, halb volle gab es so gut wie nicht 😉 Was den tieferen Sinn angeht – manche Dinge SIND einfach, wie sie sind. Wobei die Frage nach dem warum oder besser, wer hat etwas davon, schon in die richtige Richtung weisen kann, je nach Thema. Und dann? ist auch eine gute Frage, die Kinder gerne stellen. Die Gedanken zu Ende denken, Ursache, Wirkung und Konsequenzen bewusst machen also. Das scheint total aus der Mode gekommen zu sein, im zwischenmenschlichen ebenso wie im Großen, Stichwort Brexit …

    Heute gibt es für mich Gott sein Dank kein ganz oder gar nicht mehr.
    Halb voll ist manchmal mehr als genug …

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  4. Danke werte Caroline,

    für die Einladung und auch die sanfte Aufforderung zum Hinterfragen und Selbstdenken.
    Habe auch das unbestimmte Gefühl, daß das arbeiten mit Kausal-Ketten aus der Mode gekommen ist — und daß die Kinder den Erwachsenen einiges voraus haben.
    Für die Erwachsenen scheint es derzeit ja ausreichend, sich hinter irgendeinen Slogan, Hashtag oder eine Farbe zu stellen – was ja auch weniger Zeit und Hirnschmalz erfodert.
    Die Sache mit dem Staunen und dem Forschen mag man uns auch ausgetrieben haben — wie und warum?? …wäre auch so ein Thema.

    Habe jedoch Hoffnung, das wir diese Kapazitäten auch wieder nutzen.
    In aller Liebe,
    Raffa.

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  5. Ich find den Sack Reis in China nicht egal
    Da müsste man doch erst mal wissen, wo, was und warum
    Wenn jemand den Sack Reis einer armen Familie aus Bosheit in den Dreck fallen lässst … z.B. … können Kinder sterben und es wäte für die Rettung der Welt durchaus von Belang, dagegen vorzugehen

    🙄☺😚

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