Gedächtnisverlust

Meine Mutter spürt, dass sich ihr Gedächtnis, auch für Personen, zunehmend verabschiedet. Das macht sie verständlicherweise traurig und verunsichert sie. Deshalb sind wir völlig ungenervt – muss in diesem Fall betont werden – ständig gesprächsbereit, beantworten auch fünfmal oder mehr dieselben Fragen.

Gestern war sie darüber wieder besonders  unglücklich, was sie in unserem Gespräch deutlich aussprach.  Vor allem ist ihr bewusst, dass sich das nicht wieder geben wird und ich tue auch nicht so, als ob ich etwas anderes glauben würde. Zum Schluss sagte ich zu ihr. „Das macht nichts. Es kommt auf uns auch zu. Jetzt sind wir eben dein Gedächtnis.“

Ganz glücklich lächelte sie mich an. Glücklich fuhr ich nach Hause. Wer hätte das gedacht?

5 Gedanken zu “Gedächtnisverlust

  1. Liebe Caro, ich finde es sooo schön, dass Du Dich so um Deine Mutter kümmern kannst. Mir war das leider nie vergönnt, da meine Eltern viel zu alt waren (45 und 47) bei meiner Geburt und viel zu weit weg wohnten. Genieße die Zeit mit ihr! Liebe Grüße Hedwig

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