Kirmestag

Am Kerbe-Montag war ich mit meiner dritten Klasse unterwegs auf der Kreistierschau. Dort wir immer viel Interessantes für die Kinder gezeigt. Wir bildeten kleine Gruppen, damit nicht immer alle hinter mir herdackeln müssen. Neben der Besichtigung verschiedenster Tiere sowie Tierkinder gab es die Möglichkeit, Rapsöl mit einer Mühle zu gewinnen, Kräutersalze herzustellen, Baumstämme zu sägen, an Schätz- und Ratespielen teilzunehmen, Bienenstöcke zu besichtigen und sich vergnüglich im Stroh zu wälzen.

Es war schön, aber auch anstrengend, immer wieder alle einzufangen. Gegen Mittag brachten wir die Kinder ohne Verluste und sämtlich in einem Stück zur Schule zurück. Danach lief ich mit Kollegen erneut zum Festplatz, wo wir im Zelt einen Tisch reserviert hatten. Beim Laufen unterhielten wir uns angeregt und freuten uns auf ein fröhliches Zusammensein.

Plötzlich stach etwas ziemlich heftig an meinem Bein. Dann noch einmal. Als ich nachschaute, sah ich, dass eine Wespe unten im Schaft des linken Stiefels zwischen Leder und Bein eingeklemmt war. Ich befreite sie bzw. jagte sie zum Teufel. Es tat ganz schön weh. Zweimal hatte sie zugestochen, um auf sich aufmerksam zu machen. Doch ich war nicht bereit, mir davon meinen Spaß nehmen zu lassen. Dennoch fühlte ich mich kurz wie ein enttäuschtes Kind, das sich so sehr auf etwas gefreut hat und erkennt, dass es so toll nun nicht mehr werden kann. Im Zelt war ich schließlich nur noch für eine Stunde in der Lage, den Schmerz, das Brennen und den dicker werdenden Fuß zu verbeißen. Dann war der Drang, eine Apotheke aufzusuchen, nicht mehr zu unterdrücken. So machte ich mich also wieder zu Fuß auf den Weg. Die Apotheke hatte jedoch aufgrund der Kirmes geschlossen. Also folgte der nächste Marsch, erneut zurück zur Schule, wo wir alle unsere Autos gelassen hatten.

Böses Schicksal! Eigentlich hätte ich meine festen Wanderstiefel angehabt. Aber weil mir in der letzten Woche beim hektischen Suchen von Büroklammern ohne die Schülerchen aus den Augen zu lassen die Schreibtischschublade auf den nackten Fuß gekracht war, musste ich die Stiefel mit dem weiten Schaft anziehen.

Eigentlich war das ja alles auch sehr komisch, dachte ich mir, während ich mir zu Hause eine Zwiebel auf die Stiche rieb. Es hat ganz gut gewirkt. Und wie immer ging es am nächsten Tag weiter.

 

13 Gedanken zu “Kirmestag

  1. Böse Wespe, dir so den Tag zu verderben. Wie gut, dass du offensichtlich nicht allergisch bist. Ich hatte letztens eine Schülerin in meinem Unterricht mit einem Wespenstich und aufkommender bedrohlicher Atemnot. Der Notarzt war zwar schnell zur Stelle, aber die aufgeregten Suppenhühner im Klassenraum haben mir den letzten Nerv geraubt.
    Gute Besserung.

    Gefällt 1 Person

  2. PS
    Habe gerade eine Büroklammer gesucht
    Aber Nein –
    Keine Hektik mehr in diesem Leben
    Kein Kamikaze
    I refuse
    Menschen gucken mich schon blöd an, wenn ich in Ruhe durch die Straßen geh
    Immer alle busy busy
    Immer alles schnell schnell schnell
    No more !
    Das Wunder an der Sache –
    Seit ich mir Zeit lasse komm ich nicht später an als vorher, oft ganz erstaunlicherweise sogar früher 😉

    Gefällt 4 Personen

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