Donnerwetter

Ein Gewitter nähert sich langsam. Seit Minuten grollt es von ferne. Dicke Tropfen fallen in weichem, stetem Rhythmus (Samba?) auf die Markise noch schöner als der Takt des Schul-Kopierers heute morgen, zu dem ich schon tanzen musste. Texte fallen mir ein. Meine Terrassentür steht weit offen. Ich habe Kerzen angezündet.

Gelb-blasses, gepudertes Licht mit einem Schuss Orange taucht die Stoppelfelder und den Wald in das Licht alter Fotografien, die ich so sehr mag. Das Orange wird stärker, wirkt nun bedrohlicher. Ich muss an eine Atomexplosion denken – nur kurz. Dann schwächt es sich wieder ab. Der Anblick hält mich gefangen, lässt mich weit zurück spüren zu einer Zeit, in der ich wissentlich gar nicht da oder hier war. Bilder tauchen auf. Es ist schön dort, wo ich nie war. Aber wer weiß?

Der Rhythmus der Tropfen wird wilder – Tarantella!  Der Wind frischt auf. Ach was sag ich. Er wütet. Ich bin doch nicht die Wetterfee. O Ha! Ein Kugelblitz. Gewaltiger Donner. Wie aufregend. Es packt mich – ich muss raus.

Sicher werd ich nass werden. Ist doch egal. Hab keinen Fototermin mehr heute – sonst auch nicht.

7 Gedanken zu “Donnerwetter

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