Nach mir die Sintflut

Nachdem dieser Beitrag bei den meisten Lesern nicht angezeigt bzw. nicht lesbar war, stelle ich ihn hiermit heute noch einmal ein:

Das scheint zurzeit das angesagte Lebensmotto zu sein. Sehr gut zu beobachten ist das im Straßenverkehr. Ich gehe jetzt mal ganz forsch davon aus, dass man nur Zeit im Auto verbringt, um an einem Ziel anzukommen – ausgenommen auf Parkplätzen.

Umsicht, Rücksicht, Durchblick? Was war das noch gleich?

Was mir so auffällt:

Blinken ist out. Nach dem Grundsatz: Die werden schon sehen, wo ich hin will, was häufig zu gefährlichen Situationen führt.  Besonders an Kreiseln, die ja für reibungslosen Verkehrsfluss sorgen sollen und könnten, wenn denn der Blinker mal betätigt würde.

Es wird im Schritt-Tempo an Kreuzungen herangefahren, wenn auf einen halben Kilometer ein Rotlicht zu sehen ist. Völlig egal, ob andre vielleicht rechts abbiegen wollen und dürften, es ihnen jedoch verwehrt wird, weil es nur eine Fahrspur gibt.

Dafür werden an anderer Stelle Radfahrer abenteuerlich überholt und bei plötzlicher Enge fast in  den Graben geschubst.

Auf Vorfahrtsrecht wird massiv bestanden, auch schon mal an Tempo zugelegt, obwohl die Situation sichtlich ungünstig ist.

Am  Zebrastreifen vor Schulen wird erst das eigene Kind vorsichtig abgeladen und anschließend ein anderes fast überfahren. Kein Einzelfall!

Bei Unfällen auf der Gegenseite wird hektisch gebremst, um ein tolles Foto einer schrecklichen, demütigenden Situation zu bekommen, beim seitwärts schauen oft genug das Lenkrad herum gerissen.

Und, und, und.

Nun könnte man sagen, alles nicht so wild und man kann sich darauf einstellen, es mitunter auch einfach aushalten. Stimmt, kann man. Aber solches ichbezogene Verhalten ist nach meiner Beobachtung ein Symptom für eine allgemeine Einstellung, die in jeglichem Bereich zunimmt. Kein Miteinander, sondern ein allgegenwärtiges Gegeneinander, ein ständiger Konkurrenzkampf. Da klink ich mich aus. Auf jeder Ebene. Und ich verabscheue das, falls es noch nicht deutlich wurde.

 

 

13 Gedanken zu “Nach mir die Sintflut

  1. Das mit dem blinken – bzw Nicht-blinken find ich auch äußerst ätzend !
    Aus Fußgängersicht betrachtet lebens-gefährlich

    Als Fußgänger lebt man sowieso gefährlich
    Bürgersteige werden nicht mehr als solche akzeptiert, sondern stehen Autofahrern jetzt zur freien Verfügung …
    zum wenden, einparken …
    Ebenso gerne werden sie genutzt von Radfahrern
    Die rasen so eng an dir vorbei, da, wo sie gar nix zu suchen haben …
    Das ist eine ganz große Sauerei !

    Gefällt 1 Person

  2. Ich muss einmal die Woche quer durch die ganze Stadt auf einer zweispurigen Straße. Es ist mehr als abenteuerlich. Leute die sich vor dir reinquetschen ohne vorher zu blinken. Slalomfahrer, Schleicher und Drängler. Da muss man gefühlte 8 Augen haben und für alle mitdenken.
    Echt anstrengend, kein Wunder das es ständig Unfälle gibt.

    Die Schlimmsten finde ich aber die Handynutzer, da könnte ich jedes Mal ausflippen wie die versuchen zu fahren und gleichzeitig telefonieren. Grrr…

    Gefällt 1 Person

    1. Das liegt aber oft gar nicht an Rücksichtslosigkeit, sondern einer nachlassenden Reaktionszeit oder auch Unsicherheit. Da denk ich mir dann immer, dass diese Personen noch unsicherer werden, wenn ich mich aufrege. Deshalb lass ich das und halte Abstand. Viele ältere Fahrer sind eigentlich eine Gefahr für den Verkehr und wären gut beraten, Reaktionstraining zu machen. Sie würden sich sicherer und wohler fühlen.

      Gefällt 1 Person

  3. Das, was Du beschreibst, ist wirklich allgegenwärtig. Machen wir es einfach anders. Vielleicht macht dieses Beispiel dann auch Schule?
    Ich bin nun wirklich viel unterwegs und was ich manchmal beobachte ist gefährlich und verantwortungslos. Die Staugaffer, die selbst ernannten Verkehrserzieher und Oberlehrer, die ständig links fahren müssen, um Anderen zu zeigen, dass man auf Bundesdeutschen Autobahnen eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h hat und dann auch noch scharf bremsen, wenn man seine Überholabsicht aus guter Entfernung anzeigt… 😉 Das Rechtsfahrgebot kennen die allerdings nicht.
    Das mit dem Blinken, hmm hängt das vielleicht mit der DSGVO zusammen? 😀
    Mehr Rücksicht und Wertschätzung tut allen gut! Schöner Aufruf von Dir!

    Liebe Grüsse
    Thomas

    Gefällt 5 Personen

    1. Selbst fahre ich einen Kleinwagen mit einen Liter Hubraum. Bei 130 wird es eng, viel mehr geht nicht. Habe ich darum kein Recht, LKW-Kolonnen zu überholen? Ich nenne es nicht Überhol-Absicht-anzeigen, sondern schlicht DRÄNGELN !

      Freie Fahrt für freie Bürger steht mir bis oben an.

      Gefällt 1 Person

      1. Uuih, das hast Du völlig falsch verstanden! Jungs und Mädels, die auf der linken Spur fahren, obwohl oftmals die beiden rechten Spuren frei sind, die meine ich. Jeder sollte vorankommen dürfen und LKW Kolonnen überholen, na klar darfst Du das!
        Da habe ich Dich aber auf dem völlig falschen Fuß erwischt!

        Gefällt 2 Personen

      2. Leider ist das gelebte Praxis auf jeder längeren Tour. Ausscheren nach Links zum überholen ist ebenso abenteuerlich. Ist es abzuschätzen, dass es passt, blinke ich und ziehe zeitgleich raus, anders kann man leider rechts verhungern.

        Die von Dir beschriebene Spezies gibt es natürlich auch. Schnarchnasen 😉

        Nicht falsch verstehen – nix gegen fette große Autos, obwohl sie Anachronismus sind, bei all dem Dreck. Ich muss mich sogar über jeden Käufer solcher Gefährte freuen, derweil ich mein Geld damit verdiene. Mir steht nur die Rücksichtslosigkeit bis oben an, und meist sind es wirklich genau die Fahrer, welche mir die Taschen füllen, die glauben, sie dürften sich einiges erlauben …

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s