Eine – fast – gelungene Woche

liegt hinter mir. Montag und Dienstag war ich in Vorbereitungen, die mir viel Freude gemacht haben. Himbeeren gepflückt, gekocht, gebacken usw. Unter anderem eine Riesenform Lasagne, deren Bolognaise nahezu 4 Stunden vor sich hinköchelte und zunehmend köstlich roch. Ich hab kräftig abgeschmeckt, bis mir etwas übel war – ist so meine Art. Wild und hemmungslos nennt mich mein Liebster.

Am Mittwoch hab ich morgens meine sechzehnjährige Enkelin abgeholt. Sie geht Anfang August für mindestens drei Jahre nach Neuseeland. Es war eine große Freude sie zu sehen. Zuerst haben wir zwei Riesenpakete nach NZ abgeschickt, da nicht alle ihre Sachen mit ins Flugzeuggepäck können. Es war sehr lustig. Ich hatte ein Geburtstagspäckchen für die Kleine dabei. (Viele von uns haben im August Geburtstag: 4.,5.,6.,10.,14.,26.) Das mussten wir der Postfrau wieder abnehmen, weil meine Enkelin keine vollständige Adresse auf der Paketkarte stehen hatte.  Wir haben dann ein paar Leute lieber vorgelassen. Gewogen hatte sie es auch noch nicht. Also alles perfekt vorbereitet.

Dann sind wir zu mir nach Haus gefahren. Wir haben stundenlang geredet. Dann kam noch unser Jüngster, um sie auch noch einmal zu sehen. Wir haben fröhlich zusammen gegessen und getrunken. Später waren wir wieder allein und haben angeregt weiter geredet. Ich fühle mich immer wieder geehrt, wieviel Wert sie auf meine Meinung und meine Erfahrungen legt und wie sie sich öffnet. Das hätte noch ewig so weitergehen können. Aber schließlich war es Zeit zu fahren, denn wir wollten auch noch meine Mutter besuchen. Eine schöne Email meiner Schwiegertochter bekommen. Erfahren, dass das sechste Enkelkind ein Mädchen ist. Das Geschlecht ist mir eigentlich egal, aber nun bekommt der Zwerg ein Gesicht. Es war ein rundum gelungener Tag.

Am Donnerstag habe ich es endlich geschafft, meine beste Freundin mal zu treffen. Bei all den Pflegetätigkeiten, die ja auch Rechnungen sowie Behördengespräche umfassen, fragte ich mich zwischenzeitlich schon, wann denn nun mal Ferien für mich beginnen sollten. Hab mir ein bisschen leid getan. Dabei war ich doch schon in der ersten Woche in Tirol. Beinahe wäre unser Treffen schon wieder ins Wasser gefallen, weil sie plötzlich zu einem wichtigen Arzttermin musste. Ich bin dann einfach mitgekommen. Danach hatten wir einige Stunden in der Kreisstadt mit Bummeln – das ist angucken ohne kaufen, falls das niemand mehr kennt – Park und Caféhausterrasse mit Leutegucken. Wir hatten uns auch Einiges zu erzählen. Von ernsthaft bis superblöd war alles dabei. So mag ich es. Noch ein schöner Tag.

Freitag dann ein kleiner Rückschlag: Einkaufen und Geld holen für meine Mutter.  Hole auch immer Auszüge und gehe sie mit ihr zusammen langsam durch, obwohl sie sich fast nichts mehr merken kann. Hatte ihr gerade erzählt, dass ich regen Briefwechsel hatte, weil sie sich weigerten, das Krankenhaus-Tagegeld zu bezahlen.  Mit Hilfe des Vertragstextes hab ich erreicht, dass über 1.000€ nachgezahlt wurden. Doch sie sagt zu mir, sie wolle sofort die Auszüge durchgehen. Sie müsse aufpassen und könne doch nicht alles aus der Hand geben. Da könnt ich ja alles machen. Mal davon ab, dass ich mich ja im Grunde selbst bestehlen würde, war ich sehr gekränkt und hab ihr das auch gesagt. Auch dass ich es als unwürdig empfinde, wie ein Schwerverbrecher angesehen zu werden. Das sei zutiefst ungerecht. Darauf wurde sie sehr kleinlaut. Eine Freundin habe ihr das gesagt, sie wolle das ja nicht. Stimmt eh nicht. Hat noch nie gestimmt. Ich habe immer bei den jeweiligen Personen nachgefragt. Dann wollte sie mir 100,€ geben  für meine Mühe. Immer nur Geld, alles mit Kohle wieder gutmachen. Ich lehnte ab.  Weil es mir darum nicht geht.                                                                                                              Abends mit meinem Mann auf der Wiese gelegen und auf den Mond gewartet. Sehr schön. Hat jeglichen Ärger gelöscht.

Am Samstag beim Einkaufen die Cordsamt-Stimme von Barry White gehört. Hatte sie fast vergessen. Schöne Erinnerungen gehabt. Am Nachmittag entspannt im kurzen Regen spaziert und auf der Terrasse gelesen.

Sonntag gefaulenzt, Sport gemacht, geplant, geschrieben.

13 Gedanken zu “Eine – fast – gelungene Woche

  1. Das klingt doch nach einer sehr schönen Woche. Nimm`s nicht tragisch, wenn Deine Mutter Dich kontrollieren will, ist halt so ihre Art. Schlimmer wäre, wenn sie dich nicht mehr erkennen würde. Hab schöne Ferien, Du hast es wahrlich verdient.

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  2. Klingt alles in allem sehr lebendig. Ich freue mich für dich – für deine große Familie und für das Vertrauen, was dir geschenkt wird.

    Kohle – das Prinzip kenne ich. Leider.

    Wild und hemmungslos … ☺
    Passt. Bist eine Aufrechte .
    Grüße und einen guten Morgen Dir.

    Gefällt 2 Personen

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