Amara terra mia

Eigentlich war mein Entwurf zu einem Beitrag über meine Liebe zu Sizilien schon fast fertig, als ich den Text von Svea las. Danach musste ich den Anfang ändern. Denn alles ist miteinander verwoben.

„Keine Sizilianer!“ stand zu Zeiten der ersten Gastarbeiter an vielen Wirtshaustüren. Ich war vielleicht elf und weinte bitterlich, als ich das las – voller Wut auf diese gemeinen Menschen. Diese Blöden, die sich gar keine Vorstellung machten, wie sich die hierduch Ausgeschlossenen fühlen mussten. Wer verließ denn schon ohne Not seine Heimat? Ich hatte diese Fremden immer nur sehr freundlich erlebt. Weitaus netter als die meisten Erwachsenen/Eingeborenen in dieser Kleinstadt, in der ich mich verdammt fühlte zu wohnen.

Irgendwann später hörte ich zum ersten Mal das Lied „Amara terra mia“, das mich außerordentlich berührte durch die Leidenschaft und den Schmerz, die sich darin ausdrückten. Den Text konnte ich schnell auswendig, obwohl ich damals noch gar kein italienisch konnte. So also fühlten sich die Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten. Als ich den Inhalt des Liedes erfahren hatte, wollte ich dieses Land sehen, das so schön und gleichzeitg so traurig war, das so viele sehnsuchtsvolle, liebende und ebenso bittere Gefühle auslöste. Es sollte lange dauern, bis ich Sizilien erleben durfte, diese Insel, die mich so seltsam anzog.

Über die Jahre sah ich viele Fotos, Filme und Reportagen, die sich mit Sizilien und seiner Geschichte beschäftigten, den guten und auch den schlechten Seiten. Sie bestärkten mich noch darin, dorthin zu reisen. Die Serie über Commissario Montalbano habe ich verschlungen. Auch haben wir gute Freunde aus und mittlerweile auch wieder zurückgekehrt auf Sizilien.

Dann war es soweit. Und was soll ich sagen – mein Liebster und ich waren verzaubert. Das Licht, die Geräusche, Gerüche, die Menschen, die Speisen. Alles war einfach wundervoll. Imposante Städte, die man nie vergisst wie z. B. Modica – gewaltig. Die Landschaft im Inneren von einer beeindruckenden Wildheit. Sie wirkte auf uns karg und doch voller Schönheit, zugleich unbezwingbar, unbeugsam. Wiederum in der Nähe des Meeres und zu Füßen des Ätna fruchtbares Land – die besten Tomaten und Zitronen, die ich jemals schmeckte.  Dann das Meer mit seinen vielen Stimmen und Farben. Nirgends am Mittelmeer habe ich diesen Klang gehört. Die Insel legte sich um unsere Seelen. Es gäbe noch so viel mehr zu erzählen. Vielleicht verfasse ich irgendwann mal einen Reisebericht. Wir werden jedenfalls noch öfter dorthin reisen.

Für heute schließe ich mit dem Bekenntnis: Ich liebe Sizilien.

 

 

 

 

2 Gedanken zu “Amara terra mia

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