Bankenkrisen

Hurra, wir haben eine Bankenkrise – wer wundert sich – wer empört sich scheinheilig? Das war lange fällig. Der Dax leidet? Was ist das denn für eine Nachricht? Wie kann ein Kunstprodukt, das auf nichts als virtuellem Geld beruht, das nur als Zahlen über die Bildschirme huscht, leiden? Warum gibt man dem so viel Bedeutung? Wie viele Menschen haben denn überhaupt Aktien? Ich bin eigentlich froh, wenn der Laden abschmiert. Dann merken endlich alle, wie verfault das Prinzip ist. Übrigens: Menschen und Tiere leiden, auch wenn der Dax jubelt.

Alles kam ganz plötzlich und völlig überraschend? Tausende von Familien verlieren ihre Häuser – sind natürlich selbst dran schuld. Müssen selbst zusehen, wo und ob sie eine neue Unterkunft finden. Banken sind in „Schieflage geraten?“ – eigentlich pleite – man muss ihnen helfen, sie unbedingt retten! Warum eigentlich? Wird als einzige Möglichkeit verkauft – weil systemrelevant – neues Adjektiv – bedeutet was? Relevant in welchem Ausmaß für welches System? Für das, was sich gerade als völlig zerstörerisch, unethisch und unbrauchbar erwiesen hat? Das muss also gerettet werden – total unlogisch. Aber O.K., dann sollen Banker, Vorstände, Hedgefonds und Trader mal zusammenlegen und ihr System wieder auf die Füße bringen. Aber nein, der Staat muss retten. Die Geschädigten retten ein völlig krankes, kaputtes System – unter Zwang und gegen den eigenen Willen – absurd.

In diesem Fall ist der Staat plötzlich wieder das Volk, speziell der Steuerzahler. Was hat der denn damit zu tun? Versteh ich nicht. Hey, was soll denn schon passieren? Lass die Banken doch pleite gehen wie jeden normalen Betrieb auch. Ist das nicht der erwünschte freie Wettbewerb? Dann macht man sein Konto eben bei einer anderen auf und bringt sein Erspartes dort hin.

Aber was wundere ich mich eigentlich? Gerade ein wenig recherchiert. Wenn solche Konstrukte wie Hedgefonds und Rating-Agenturen zugelassen werden, sind die Folgen doch vorhersehbar. Ich glaube nicht, dass  Politiker so dumm oder kurzsichtig sind, dass ihnen das nicht klar war. Eher sind da abhängige Verbindungen entstanden, sodass die Geldwelt mittlerweile die Politik bestimmt. Damit erklärt sich auch die Bankenrettung.

Wenn das Geschäftsmodell darin besteht, zur größtmöglichen Gewinnerzielung Häuser oder kleine Firmen billig zu ersteigern, die von den Eigentümern nicht mehr bezahlt werden können und diese anschließend teuer zu verkaufen, gibt es nur eine Strategie. Ich sorge dafür, dass Zinsen so erhöht werden, dass sie nicht mehr bezahlbar sind. Als Bankenableger überhaupt kein Problem. Allerdings ein großes für die Gesellschaft. Ganz klar ein gigantischer, gesetzlich abgesicherter, globaler und geförderter Betrug.

Ähnlich bei den sogenannten Ratingagenturen – auch so eine kranke Wucherung und Bankenableger. Wer hat denen das Recht eingeräumt, Länder und Währungen im großen Stil zu bewerten? Die können ja nur verdienen, wenn jemand einen Nutzen von deren Aussagen hat. Und wer hat einen Nutzen, wenn ein Land dadurch in den Abgrund gestürzt wird, weil die Zinsen steigen? Diejenigen, die das Geld verleihen. Auch hier machen Banken und Hedgefonds wieder Kasse und kaufen alles billig auf, wenn nicht zurückgezahlt werden kann.

Dabei könnte man die Ratingagenturen ganz einfach abwürgen: keiner hört ihnen mehr zu, sie kriegen keine öffentliche Beachtung mehr, keine Bühne in den Medien, um sich in Szene zu setzen. Ganz schnell haben die „Bewertungen“ keinerlei Auswirkungen mehr. Worauf beruhen denn die großartigen behaupteten Erkenntnisse?  Das bleibt im Dunkeln. Meine Vermutung: hier werden Länder bewusst kaputt geredet für Profit. Funktioniert an der Börse ja auch prima.

Da greift Eins ins Andere, die totale Manipulation. Das ist kriminell, leider nicht juristisch, aber hochgradig kriminell. Ich werd übrigens nie verstehen, warum ausgerechnet Ärmere höhere Zinsen zahlen müssen. Wird immer mit höherem Risiko gerechtfertigt – absolut unlogisch. Das Risiko erhöht sich doch, wenn die Raten höher sind.

Bin sowieso total gegen Zinsen jeder Art – auch ein Grund, das System radikal zu verändern. Wer war denn noch dagegen? Wie hieß er gleich? Ach ja,  dieser Jesus war das. Der, der damals Menschlichkeit und Anstand in die Welt bringen wollte – der gegen Wucher, Zinsen und Ausgrenzung handelte – der Einzige in der ganzen Bibel, den ich respektieren kann. Ausgerechnet der wurde von den christlichen Kirchen vergessen – ab und zu wird er noch bei Taufen und Hochzeiten zitiert – das war`s dann.  So viel zum Thema Doppelmoral im Christentum! Geht mir weg mit Eurer Religion! Solang Ihr so verlogen und unmenschlich seid, braucht mir keiner was zu erzählen.

Natürlich werden schärfere Auflagen und neue Gesetze für Banken in Aussicht gestellt, um das Volk ruhig zu halten. Aber jede Wette werden die so gestaltet, dass es wieder genügend Schlupflöcher gibt und das mit voller Absicht. Wie gesagt, niemand kann so dumm sein. Wenn es mir schon auffällt! Und ich verbiete den Politikern ausdrücklich ihre verlogenen Entrüstungsreden. Es ist ihr Verschulden. Geschäftsmodelle haben keine Moral, sie müssen von denen eingeschränkt werden, die eine haben sollten. Dafür muss es gesetzliche Regeln geben ohne Schlupflöcher, aber das Gegenteil wird gemacht. Verkauft mir das bloß nicht als Zufall, dann wäre das Geld für die Ausbildung als Jurist nämlich reine Verschwendung gewesen.

Zum Beispiel: Die Jahresboni dürfen das Fünffache eines Monatsgehaltes nicht übersteigen – was tue ich? Ich erhöhe das Monatsgehalt – ganz einfach. Oder Makler dürfen bald nur Rechnungen stellen an den, der sie beauftragt hat. Wohnungen sind knapp. Also lasse ich den Suchenden unterschreiben, dass er mich beauftragt hat, sonst kommt er nicht in die engere Wahl. Damit zahlt weiterhin der Mieter. Mieten dürfen bei Weitervermietung nicht steigen, außer nach einer Renovierung. Dann wechseln wir doch mal Waschbecken und Toilette aus oder legen Parkett in den Flur – kleinste Fläche -, schon gilt das Verbot nicht mehr. Nur einige Beispiele, die mir grad eingefallen sind. Du wirst echt nur verarscht.

Tausende von Bankern verlassen nun täglich mit ihrer Schreibtischeinrichtung im Pappkarton die Bankentürme. Dabei wirken sie ausgesprochen unbeeindruckt, eher aufgedreht und fröhlich. Wissen die etwas, was uns verborgen bleibt? Scheint jedenfalls für sie keine Katastrophe zu sein. Was jeden anderen, der seine Arbeit verliert, schon mal kurzfristig über Selbstmord nachdenken lässt, zaubert diesen Kerlen ein Grinsen ins Gesicht. Ich kann und will auch nicht behaupten, dass jeder von diesen Männern und Frauen Dreck am Stecken hat, aber dieses Auftreten finde ich seltsam.

Aktien – ursprünglich Firmenbeteiligung. Firmen produzierten etwas und brauchten Geld für eine Erweiterung ihrer Geschäfte. Das war noch sinnvoll und verständlich. Davon finden sich jetzt nur noch wenige. Mittlerweile sind weit mehr Unternehmen an der Börse unterwegs, die gar nichts herstellen. Man weiß eigentlich gar nicht, worin deren Wert liegen soll. Außer den üblichen Aktien kann man wetten, indem man auf bestimmte Kurse setzt. Man legt sich also fest, ob bestimmte Werte steigen oder fallen werden. Hat man Recht, verdient man Geld – unter Umständen richtig viel. Klingt ganz lustig. Erst mal.

Es wird auf alles gewettet, auch auf Nahrungsmittel – zutiefst unanständig – sogenannte Hungerwetten, Öl, Gold, Währungen und Vieles mehr. Da kann jemand mit viel Geld natürlich dafür sorgen, dass  sich die Werte in die gewünschte Richtung entwickeln, um möglichst viel Profit zu machen. Bei den Währungen kommen wieder die Ratingagenturen ins Spiel. Ist zwar eigentlich verboten, aber fast nie nachzuweisen –  das läuft alles so schnell ab. Ich will mit diesem ganzen Wahnsinn nichts zu tun haben. Aber ich will wissen, was abläuft und wie. Wissen, wie der Feind denkt – beste Möglichkeit, sich zu schützen.

Und es ist Wahnsinn – das muss man sich mal ein paar Tage lang aufmerksam reinziehen, wie die Kurse steigen und fallen. Fein gestreute Gerüchte über z. B. den Rücktritt eines Vorstandes genügen, um den Kurs fallen zu lassen. Oder wenn der Gewinn weniger wächst als vermutet. Das ist doch absurd – Gewinn ist doch immer ein Erfolg. Bei Verlusten könnt ich das verstehen. Aber auch nicht, wenn die durch Investitionen entstanden sind, weil das ja eigentlich auch positiv ist für die Geschäftsentwicklung. Gibt es andererseits ein Gerücht, dass für eine Firma ein Übernahmeangebot erwartet wird, steigen die Kurse. Ganz gleich, ob das sich als wahr herausstellt oder nicht.

Krass ist es auch bei Währungen. Mir ist aufgefallen, dass es hier starke Schwankungen gibt im Laufe eines Tages. Scheinbar wird hier am schnellstens viel Geld gemacht. Bei schwachen Währungen wird  so bis Mittag gekauft, sodass der Wert steigt. Danach fällt er wieder stark. Gehe davon aus, dass die Papiere dann wieder mit Gewinn verkauft werden. Das läuft über mehrere Tage so. Es bietet sich ja geradezu an, hier zu manipulieren, was das Zeug hält. Trotzdem erscheint mir das noch die anständigste Form der Spekulation zu sein. Hab aber vielleicht in diesem verworrenen Spiel etwas übersehen. Darüber muss ich noch mal genauer nachdenken – in meinem Kopf geht grad alles wirr durcheinander.

Will ich eine Firma vernichten, brauche ich nur ein Gerücht zu streuen und gleichzeitig alle meine Anteile zu verkaufen. Dann ziehen viele aus Angst mit. Sind die Kurse im Keller, kann ich wieder kaufen und sobald sich das Gerücht erledigt hat, steigen die Werte wieder. Oder ich kaufe zum niedrigsten Preis über die Hälfte der Anteile auf und habe damit die Mehrheit an der Firma. Das ist jetzt nur das, was mir auffällt. Bin überzeugt, dass hinter den Kulissen noch viel perversere Sachen ablaufen. Wie kann man nur solch ein System so uneingeschränkt handeln lassen?

Dann gibt`s  da noch etwas ganz Hinterlistiges – eine weitere kranke Konstruktion – für die einfachen Menschen, die Aktien haben wollen. So eine Art Agenten, die Anteile vermitteln. Ein Teil des Geldes geht an die Agenten – ist klar. Aber man kauft dabei gar  keine Aktien, sondern Anteile an dem Unternehmen oder den Aktien des Unternehmens – war schwierig, dahinter zu kommen. Hab immer noch nicht alles verstanden, aber erst mal genug für eine Einschätzung. Das bedeutet, wenn die Aktien an der Börse steigen, dieses Vermittlungsunternehmen aber pleite macht, ist das Geld weg – der Hammer!!

Irgendwie ist das doch alles nur virtuell, nichts Greifbares. Diese Zahlen, die über den Bildschirm huschen und jederzeit manipuliert werden können. Die nichts weiter aussagen, als dass einige Summen größer sind als andere. Keine Aussage dazu, wofür sie stehen oder welche Auswirkungen sie auf die Menschen haben. Davon sollte man sich eigentlich nicht beeindrucken lassen.  Setzt der Herdentrieb ein – oder fällt das eher in den Bereich der Massenhysterie -, wenn man sieht, dass bestimmte Summen immer größer werden?  Will man dann automatisch Teil dessen sein? Kann das auch mir passieren? Ganz ausschließen kann ich das nicht. Bemerke, dass seltsame Gefühle wie Erregung sich melden, während ich das Auf und Ab beobachte. Ganz kalt lässt mich das nicht. Ich darf nicht vergessen:  nichts davon  ist real – beeinflusst aber ständig unsere Realität!

Viele haben beim Crash Geld verloren, aber letzten Endes: wer wirklich glaubt, dass man bei Geldgeschäften 10% und mehr Gewinn erzielen kann, ohne damit einem anderen zu schaden, trägt selbst die Verantwortung und tut mir auch nicht leid. Wie gesagt, ich bin eh gegen diese Geschäfte. Und ein bisschen logisches Denken sollte man von denen schon erwarten dürfen, die ständig über uns bestimmen wollen.

 

 

 

 

6 Gedanken zu “Bankenkrisen

  1. Nicht mitspielen hilft. Wer nötigt eigentlich so viele Menschen, sich bis über die Ohren zu verschulden, für Wohneigentum oder gar Konsum?

    Geld und Anstand?
    Der war gut 🙂

    Gefällt mir

      1. Genau.
        Wir haben auch welche im Freundeskreis. Die müssen mit allen Mitteln mit den anderen mithalten.
        Ich seh das gar nicht ein. Sollen sie doch, ich bin auch so glücklich.

        Im Urlaub merke ich immer wieder mit wie wenig man auskommt und was man alles überflüssiges zuhause hat.

        Gefällt 2 Personen

    1. Einstampfen der Kritikfähigkeit durch das Schulsystem, unterschwellige Werbebotschaften, Bedienen der Bequemlichkeit – und ab geht`s in die Abhängigkeit.
      Geld und Anstand geht. Man muss nicht gierig werden, kann menschlich bleiben, helfen, abgeben, auf gute Geschäfte verzichten, wenn der Zweck schadet usw. Als ich noch eine Bauträgergesellschaft hatte, verzichtete ich auf Grundstücke, weil dort eine Starße gebaut werden sollte, gegen die ich massiv kämpfte,habe lange auf ein eigenes Auto verzichtet, andere Kinder zu meinen eigenen betreut – ohne Bezahlung, einfach aus Notwendigkeit heraus. Geld war nett, jedoch zu keinem Zeitpunkt das Wichtigste in meinem Leben. Lena wird euch zeigen, wie das zusammen geht. Hmm., muss wohl mal weiterschreiben.

      Gefällt 1 Person

      1. Du – ja, @ Anstand,

        Selbst kenne ich es anders. Angefangen bei mir, bestand mein Heilungsprozess in Sachen Umgang mit der Materie vor 20 Jahren darin, von heute auf morgen 1500 DM weniger in der Tasche zu haben, aufgrund von Unterhaltsverpflichtungen und Steuern. Hat geholfen 🙂

        Ansonsten kenne ich auch außerhalb meiner selbst Gier in allen Erscheinungsformen. Angefangen von fettleibigen Menschen in meinem Dunstkreis, die den Hals nicht voll bekommen, in jeder Hinsicht. Materie verschlingende schwarze Löcher in Menschengestalt, die mich anwidern.

        Oder der Millionen-schwere Erbe eines Familienbetriebes, der in einer Eisdiele um den Preis für eine Portion feilschen wollte und Gott sei Dank dafür mit Hausverbot bedacht wurde..

        Von Banken, Konzernen und Versicherungen fange ich erstmal gar nicht an …

        Gefällt 1 Person

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