Demokratie?

Die kommenden Beiträge stammen ebenfalls aus dem Tagebuch.

Bin bei meiner Suche nach dem Begriff der Demokratie auf die Griechische Geschichte und Mythologie gestoßen und die letzten Tage bei den Göttern hängen geblieben. Das war schon gigantisch. Götter mit menschlichen Schwächen, die man durchaus mit heute Lebenden vergleichen kann. Alte Männer, die Ihren Söhnen die Kraft und Schönheit der Jugend missgönnen, als hätten sie ihre Chancen nicht gehabt. Frauen, die Männer  durch Intrigen gewinnen wollen und Konkurrentinnen mit allen Mitteln auslöschen. Andere Götter, die Frauen sammeln, um ihre ach so kostbaren Gene möglichst weit zu streuen. Figuren, die das Orakel befragen, um den Spruch dann so weit umzudeuten, bis es passt. Keine Überraschung, dass sie dann meist untergehen.  Wieder andere, die die Zeichen falsch oder nur halb verstehen und sich dadurch ins Verderben stürzen. Hätten sie sich mal besser auf ihren Verstand und Instinkt verlassen. Na ja, ob das bei den Letzteren zum Erfolg geführt hätte? Offensichtlich fehlte es da  genau an diesen beiden Begabungen. Liebe, Hass, Neid, Lügen, Mord, Intrigen, Verführung, Verstellung, Betrug, Gewalt – das volle Programm, kommt mir bekannt vor.

Komme nun zurück zu den Grundlagen der Demokratie. Hatte schon seit langem Zweifel, dass hier Demokratie herrscht. Fühle mich bestätigt. Demokratie = Herrschaft des Volkes. Da aber bei vielen Menschen nicht jeder seinen Text aufsagen kann – dann würde nämlich niemals etwas entschieden – werden gewählte Volksvertreter geschickt. Durch die Wahl erhalten die Abgeordneten ihre Legitimität. Sie wird ohne Zwang durchgeführt. In einer Demokratie gibt es eine Opposition und Regierungen können durch Wahlen wechseln, also ohne Revolution. Die Demokratie sichert die Grundrechte sowie die Bürgerrechte und achtet die Menschenrechte. Ich gehe davon aus, dass dies uneingeschränkt gelten sollte. So viel zur Theorie.

Wenn also, wie in diesem Land und auch einigen anderen „demokratischen“ Staaten das Meiste – außer direkt vor Wahlen – gegen den erklärten Willen der Bürger entschieden wird und Volksbefragungen entweder nicht durchgeführt werden oder nur zeitlich begrenzt Beachtung finden, dann ist das keine! Demokratie. In diesem Falle müsste es eigentlich möglich sein, die Regierenden sofort wieder abzuwählen. Haben sie mit ihren Entscheidungen der Mehrheit der Bevölkerung entscheidenden Schaden zugefügt, so sollten sie dafür haftbar gemacht werden. Vielleicht würden sie sich dann wieder daran erinnern, worin ihre Verpflichtung liegt. Sehr viele Politiker haben gänzlich vergessen, dass sie den Willen des Volkes durchzusetzen haben – daher das Wort Volksvertreter!  Zum Wohle des Volkes, nicht zum Wohle einiger weniger einflussreicher Kreise, nicht zum eigenen Wohle oder zum Vorteil von Familie und Freunden. Mir kommt es so vor, als wenn man direkt nach der Stimmabgabe sämtliche Bürgerrechte aberkannt bekommt und sie erst kurz vor der nächsten Wahl kurzfristig zurück erhält.

Mit dem Handeln gegen die Bürger hat sich die Legitimität übrigens erledigt. Außerdem muss überprüft werden, inwiefern die gezielte Manipulation der Wähler durch Lügen und Halbwahrheiten – oft unter Beistand der Medien – nicht auch einem Zwang gleichkommt. Eigentlich ist das sogar noch viel übler, weil man sich gegen offenen Zwang wenigstens gerichtlich zur Wehr setzen könnte.

Hab mal eher zufällig verfolgt, wie nach einem Brandanschlag auf eine Parteizentrale kurz vor der Wahl  die betroffene Partei laut Umfragen einen enormen Zuwachs an Stimmen bekam. So ein Zufall!? Kein Mensch, der halbwegs bei Verstand ist, würde doch so etwas durchziehen, wenn er die Wahl dieser Partei verhindern will. Oder spinn ich jetzt? Ja ich weiß – der Gedanke der Demokratie ist ein Ideal. Aber was spricht eigentlich dagegen, diesem so weit als möglich nahe zu kommen? Oder ist Ideal mittlerweile ein Synonym für Schwachsinn geworden?

Tendiere mehr und mehr zu Revolution!

 

Nachtrag Demokratie (supergeschickte Ablenkungsstrategie!):

Serien – Brot und Spiele – man darf frei wählen – per SMS, wer Superstar, Topmodel, Supersonstwas wird – wer aus dem Dschungel fliegt – und dafür Gebühren zahlen. Toll, diese Umformung/Neudefinition von Basisdemokratie. Reizt erst mal schon. Soll das Gefühl vermitteln,  man hätte doch etwas zu bestimmen. Viele Emotionen – Gewinnerreflexe – Zufriedenheit – Glücksgefühle! Nebenbei laufen im Hintergrund die wichtigen Sachen unbemerkt ab.

Nächste Zerstreuung zum gleichen Zweck – Pseudo-Dokus mit Polizei, „Ordnungshütern“!, Gerichtsvollziehern, Hartz IV Strafbataillonen usw. –  ist doch alles sicher und in  Ordnung bei uns. Geht`s noch? Volk von Kontrolleuren, Überwachern, Spitzeln,  Denunzianten und Bestrafern – super Entwicklung! Das rettet die Welt! Dient gleichzeitig dem Plan, einzuschüchtern, denn die Kontrolleure sind ja scheinbar überall – auch im Fernsehen, also im eigenen Wohnzimmer oder – schlimmer noch – Schlafzimmer. Also bloß nicht aufmucken! Albtraum im Quadrat!!! Aber bereitet uns natürlich perfekt vor auf eine tatsächliche Totalüberwachung. Mir wird schlecht!  Wollt Ihr das wirklich?  Nein? Dann sagt doch endlich etwas!!! Dann tut doch endlich etwas!!!

 

 

 

8 Gedanken zu “Demokratie?

  1. Ich habe den Eindruck,dass es den gewählten „Volksvertretern“ in erster Linie darum geht, ihre Pöstchen zu behalten. Da wird wider besseres Wissen für das abgestimmt, was vorgegeben wird. Man kann sich ja bequem hinter Fraktionszwang verstecken. Wir haben hier mehrfache Kreisreformen hinter uns. Ich lebe jetzt im größten Landkreis Deutschlands, wohl größer als das Saarland. Gegen die Gerichtsreform, in deren Ergebnis eine Viezahl von Amtsgerichten geschlossen wurde, gab es massive Proteste, hat alles nixgenutzt. Na usw. usw.

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  2. Die Hauptaufgabe der Politik und der von uns gewählten Vertreter ist, denke ich, den inneren Frieden zu bewahren. Das geht nur, wenn ein jeder sein/ihr ausreichendes Einkommen hat. Leider hat dieses an sich tragfähige Prinzip zu massiven Auswüchsen geführt, was das küssen des Kommerz-Arsches angeht. Hier gilt es gegenzusteuern, solcher Art, die einerseits allen zugute kommt – und andererseits das scheue Reh namens Geld nicht vertreibt. Ein Spagat, der Geschick erfordert, was ich oft genug vermisse.

    Basisdemokratie, Volksabstimmungen. Mir wird leicht übel, wenn ich daran denke. In jungen Jahren habe ich diesbezüglich oft die Schweiz bewundert, die ihren Bürgern immer schon mehr Macht und Mitsprache eingeräumt hat. Das hat sich bei mir sehr gewandelt – in dem Maße, in dem gerade die Rechten eben dies einfordern. Diese wissen nämlich nur zu gut, wie sie das Volk, welches hier zur Abstimmung gerufen werden soll, vorzüglich manipulieren kann. Leider sind große Teile des Volkes nur zu bereit, aus persönlicher Unzufriedenheit ihnen auf dem Leim zu kriechen.

    In dem Kontext – mir geht das Elend der Welt sehr nahe. Nur – es ist niemanden, der von der Arge gezwungen wird, sich für Mindestlohn zu versklaven, mit der Aussicht auf Almosen im Alter, das eben den Elenden der Welt hier eine neue Chance gegeben werden soll, auf Kosten auch all derer, die hier tagtäglich um ihr wirtschaftliches Überleben kämpfen müssen. All das beschäftigt mich sehr, weil mich Leid berührt – und weil ich keine Lösung habe.

    Ein Ansatz wäre das wiedererstarken von wirklich tragbaren Werten, die nicht nur Worthülsen gleichen. Das wecken von Neugier auf eben dieses, um die Menschen von dem lethargischen Konsumgeriesel wegzureißen. Neugier auf Glaube, Werte und Moralvorstellungen abseits von Konsum, vom allseits beliebten Taschen-füllen. Was gleichzeitig einen tragfähigen Mindestlohn einschließen muss, der den Namen verdient. Wer tagtäglich um sein Überleben kämpfen muss, der hat keine Kraft für inneres Wachstum, für den klingen manche Werte schlicht zynisch.

    Ein weites Feld – ich mach mal Schluss hier.

    Beste Grüße an die freiheitsliebende Beinahe-Anarchistin 😉

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    1. Mit all diesen Aspekten beschäftigt sich Sofie auch, z. B. mit dem BGE. Sehr klar hat sie auch erkannt, dass eine sozial vernachlässigte Gesellschaft, deren Gruppen sich ständig gegeneinander aufhetzen lassen, keine Einheit bilden können. Da sie noch keine eigene Familie hat und einige Lebenssituationen noch vor sich, darf sie radikal sein, muss es m. E. sogar. Sie ist 18 und sucht erst einmal das Ideal. Diesem will sie sich dann entgegenarbeiten. Ihr geht es auch um Vermeidung von Abhängigkeiten, Wissen und Bewusstsein als Schutzschild gegen mainstreamm und alltägliche Manipulation. Hätte sie sich mit Europa beschäftigt, so würde sie wohl als Erstes einheitliche Steuern und gleichen Mindestlohn für alle Länder als echte gemeinsame Basis fordern.

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      1. Da muss ich mal nachfragen, ich hab`s überlesen oder vergessen -wer ist Sofie ?

        Und – es stimmt, wie Du sagst, die Orientierung an Ideale und auch die damit verbundene Radikalität ist für die Entwicklung schon wichtig. Das vermisse ich bei meinem Sohn und überhaupt bei vielen anderen seiner Generation, sie sind so jung schon unglaublich angepasst …

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      2. Also eigentlich Sophie – mein Rechtschreibprogramm ändert das immer wieder – ist eine Achtzehnjährige, die den Großteil meiner Ansichten/Einsichten beleuchtet ohne den gleichen Lebensweg zu gehen und ohne die Erfahrung der Verantwortung für andere. Ihr Tagebuch ist ein wesentlicher Teil der geschriebenen Texte. Meine eigene Sicht der Dinge hat sich seit meinem achtzehnten Jahr kaum verändert. Ich bin nur in der Beurteilung menschlicher Schwächen milder geworden. Aber meine Träume und Grundsätze habe ich nicht verraten. Von daher kann man das schon gleichsetzen mit mir als Person.

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  3. Tu was du willst, soll sein das ganze des Gesetzes. Liebe ist das Gesetz. Liebe unter Willen. Was des Menschen Größe ausmacht, ist das er scheitern kann. Götter sind auch nur Menschen. Homos es Deus. Was sich so schön Demokratie nennt, ist eine neoliberale Wirtschaft-Diktatur. Qualität wählen, statt Quantität, Klasse statt Masse und Selbstbestimmung statt Konsum. Lieben Gruß.

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