Noch ein Aufreger – Vorstellungsgespräche

Vorstellungsgespräche – auch Erziehung zum Lügen – Vorspiegelung falscher Tatsachen –  wie ein schlecht ausgedachtes Rollenspiel. Verstehe die Personalchefs nicht. Glauben die, dadurch unterwürfige Mitarbeiter zu züchten? Wollen sie nicht die Besten für ihren Betrieb? Zeichnen die sich wirklich durch Zeugnisse, Kleidung, Frisur und auswendig gelernte Informationen über den Betrieb aus? Ist die innere Einstellung nicht viel wichtiger? Und wie oft entspricht das gut inszenierte Foto, das über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch entscheidet, gar nicht dem Bewerber?

Wenn Euch jemand sagt: „Das hier ist nicht mein Traumberuf, aber ich würde gerne in diesem Betrieb arbeiten. Ich kann versprechen, wenn ich mich für etwas entscheide, dann stehe ich mit meinem ganzen Können und Willen dahinter.“, ist der nicht viel glaubwürdiger als die vielen Schaumschläger, die euch in der perfekt andressierten Körpersprache gegenüber sitzen? Jemand, der mit seinen Fähigkeiten nicht 50% übertreibt, weil das die Spielregeln zu sein scheinen, ist gleich im Nachteil, wenn ihm 50% an seinen Aussagen abgezogen werden. Dabei ist der Ehrliche doch viel eher auch loyal gegenüber seinem Arbeitgeber. Kommt doch mal wieder zum Wesentlichen zurück!

Eine ganze Wirtschaftssparte lebt von dieser Vorspiegelung falscher Tatsachen und zieht den jungen Leuten so das – oftmals geliehene – Geld aus der Tasche – sehe das als Nötigung. Fängt an bei endlosen Fotosessions – vorher Friseur und Kosmetik – dann Imageberater und Trainer – ist doch absurd – will doch nur eine Arbeitsstelle und keinen Modellvertrag. Überhaupt Imageberater – find ich bei Politikern schon krank – gehört hier gar nicht hin. Es geht nicht um Image – es geht um Charakter und echte Fähigkeiten.

Sinnvoller wären bei einigen Berufen psychologische Gutachten, ob man von der Persönlichkeit überhaupt für den Beruf geeignet ist – zum Beispiel Lehrer und Ärzte. Die sollte man ohne überhaupt nicht zum Studium zulassen – haben schließlich entscheidenden Einfluss auf Menschen. Sagt doch mehr aus als ein Einser-Abizeugnis.

9 Gedanken zu “Noch ein Aufreger – Vorstellungsgespräche

  1. Meine letzte Bewerbung ist nunmehr ein Vierteljahrhundert alt … damals ging man hin, gab seinen Kram ab und bat um einen Probe-Arbeitstag, unentgeltlich. Lange her … wer drin bleiben will, schauspielert mit, heute.

    Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen …

    Gefällt 2 Personen

      1. Das klingt dann ja beruhigend.
        Vielleicht wird es dann bald mal wieder relaxter.
        Obwohl ich auch schon mitbekommen habe das viele junge Leute nicht um jeden Preis alles machen wollen und manche echt entspannt sind trotz der schwierigen Lage auf den Arbeitsmarkt (von Praktika zu Praktika, von unendlichen Befristungen, Mindestlöhnen usw). Als Beispiel jetzt.

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s