Echt jetzt?

„Der Traum eines jeden kleinen Mädchens ist es, Prinzessin zu werden“, hörte ich heute im Autoradio. Definiere kleines Mädchen! Ich hoffe doch, wir sprechen von vier- oder fünfjährigen Mädchen (das ist noch ziemlich normal), die in höherem Alter sinnvollereTräume entwickeln werden. Wenn dies bis ins höhere Alter so bleiben sollte, dann frage ich mich, ob das nicht eher die Erwartungen der Gesellschaft an Mädchen sind. So wie erwartet wird, dass jede Frau den Wunsch hat, Kinder zu haben.

Also ich wollte niemals Prinzessin sein – nichts weniger als das -, und ich kenne genug andere, die das auch nicht wollten. Solche harmlos anmutenden Aussprüche, achtlos dahergesagt, geben zu vielen das Gefühl, nicht richtig, nicht normal zu sein. Sie schnüren die Individualität ein wie ein Korsett, dass alle auf dieselben Taillenmaße bringt, auch wenn einige dann keine Luft mehr kriegen. Die Neuzeit hat viele solcher Korsetts. Deshalb stören sie mich.

Nicht dass ich glaube, dies sei eines der größten Probleme unserer Zeit. Aber ein kleines für mich ist es schon. Und mit meiner kleinen Enkelin (4) spiele ich gern mal Prinzessin, denn sie spielt es eben nur – mit höchstem Vergnügen. Aber es ist nicht ihr (Lebens-)Traum.

 

6 Gedanken zu “Echt jetzt?

  1. Gender-Politik sichert und steigert den partikularen Konsum. Das Zauberkraftwort des Marktes heißt: K A P I T A L … jeder Buchstabe hat seine eigene Energie und Vibration, vor allem auch in Kombination (ein Beispiel P. (peh) bedeutet „Mund“ oder AL, ist das Gesetz u.s.w. … So das mal von der magisch-mythischen (okkulten) Sichtweise beleuchtet.
    Kinder sind Kapital-Kapazität für den Markt … *seufz*

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  2. Hilfreich könnte sein, spielerisch alle Aspekte des Prinzessinnen – Daseins zu erläutern. Die Sonderrolle dort oben auf dem Thron wie auch die Einsamkeit oder die vielen Erwartungen an eine Hochwohlgeborene. Solche Träume könnten sich dann schnell verflüchtigen 😏

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  3. Es fängt ja schon früh mit den Erwartungen an.
    Im Kindergarten gingen meine Freunde (und die meisten Mädchen) als Prinzessin. Ich war das einzige Mädchen,dass in einem Jahr als Indianerhäuptling und das Jahr darauf als Pipi Langstrumpf kam.
    Ich war nicht cool, sondern..anders…
    Im Nachhinein fand ich mein Mini-Ich mutig und cool…aber zu der Zeit dort..hab ich mich doch häufiger gefragt, warum ich nichts an diesen Puffärmeln und Glitzerkleiden fand. War ja scheinbar normal.

    Spiele mit der Kleinen ruhig Prinzessin. Es erwachsen neue Träume aus den kleinen Wünschen. Wichtig ist, dass besonders die Familie als Halt da ist und einem immer das Gefühl gibt, normal oder einfach genau richtig zu sein.

    Liebe Grüße aus dem Gedankenarchiv

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