Die Höhepunkte

Natürlich zuerst einmal meinen Jungen wieder in den Arm zu nehmen, der sich durch die Absperrung gemogelt hatte und mich direkt schnappte, als ich kaum aus dem Flugzeug gestiegen war. Die echte Freude unserer Schwiegertochter, als wir im Haus ankamen. Die Schokolade auf unseren Kopfkissen. Der Junge hatte alle Gitarren in den hintersten Winkel des Zimmers verbannt, damit wir ausreichend Platz hatten. Das will was heißen. Er liebt seine Gitarren.

Dann die Enkel am nächsten Morgen. Während Emma (5) mit einem lauten „meine Mimi“ auf mich losstürzte, während Koa (2) sich das Schauspiel noch etwas verhalten von Mamas Arm aus besah und etwas später auf uns zulief. Am Ende dann das Bekenntnis von Sohn und Schwiegertochter, sie hätten uns gerne noch länger bei sich gehabt und wir seien echte Entlastung und nicht Belastung gewesen, sie hätten viel Spaß mit uns gehabt.

 

  • Die Robbe, die zwei Tage lang Kanu- und Rudertouren begleitete.
  • Delfine in der Lyall-Bay.
  • Der kilometerlange Robbenstrand (red rocks) – ohne Robben, aber wunderschön.
  • Ein weit entlegener Strand mit einer etwas verkommenen kleinen Siedlung, windig ohne Ende. Dort führte ein weiter Weg entlang, vorbei an Unmengen interessanten Treibholzes. Schließlich erhoben sich Almwiesen voller Schafe direkt ans Wasser anschließend, die wir bis oben hinauf kletterten, oft rückwärts mit breitem Rücken, um nicht hinunter gepustet zu werden. Ein wundervoller Ausblick von oben bis zur Südinsel. Fast schien es mir, als hätte ich durch mein Fernglas zwei Wale mitten zwischen der Gischt entdecken können. Aber das kann auch Einbildung gewesen sein. Trotzdem ein tolles Gefühl. Mein Mann sah das übrigens auch.
  • Der große Maori am Flughafen, der ganz vertieft in seinen Laptop plötzlich aufsah, aufstand, mich sehr verwandt anblickte, seinen Arm gegen meinen drückte, sich wortlos wieder setzte und weiterschrieb. Der gleiche erkennende Blick traf mich noch öfter in diesen Tagen.  Die Menschen verlangsamten dann ihren Schritt oder blieben für einen Moment direkt vor mir stehen.
  • Zu begreifen, welch anderes Menschenbild dort vorherrscht. Immer wieder trafen wir auf Gruppen am Bau oder Straßenbau, bei denen mindestens eine Person eher kränklich oder gebrechlich wirkte und nur ein Schild mit Stop und Go hielt, eine Leiter festhielt, Menschen über einen Zebrastreifen leitete oder ähnliches. Nach der Bewertung hierzulande verursachen solche Menschen nur unnötige Kosten, die den Gewinn schmälern. Schnell wurde mir klar, dass dort versucht wurde, ganz ohne spezielle Sozialprogramme einfach möglichst jedem Menschen eine Aufgabe zu geben, damit er Teil des sozialen Ganzen sein konnte. Einfach wunderbar. Denn die wahren Kosten entstehen ja durch Abwertung, Ausgrenzung und ein zerstörtes Selbstbild. Dieses Handeln scheint auch das Land sehr sicher zu machen. Niemand muss in parallele Kreise gehen, um ein wenig Wertschätzung zu erhalten.  Meine Schwiegertochter berichtet z. B., dass sie nachts alleine ausgehen kann, alleine Lokale besuchen kann, ohne jemals dumm angemacht zu werden oder irgendwie Angst haben zu müssen.
  • Geniale Salate mit ungewohnten Mischungen aus rohen und gekochten bzw. eingemachten Gemüsen und Obst, die allein durch ihre Zusammensetzung und ein wenig Mangosaft z. B. ganz herrlich schmeckten.

 

 

 

11 Gedanken zu “Die Höhepunkte

      1. Ja … es hat seine Gründe, warum die SPD derzeit das Projekt 15 der Linken kopiert. Nur eben von der anderen Seite. Sie schaffen es nicht, sich klar von der Agenda zu lösen. Mit einem Olaf Scholz vorneweg wird sich das auch nicht ändern.

        Es ist und bleibt dies das Land der Krämerseelen.
        Reiches, kaltes Land.

        Gefällt 1 Person

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