Neuseeland III

Die Männer sind mit meiner sorgfältig erstellten Liste, auf der auch die Dinge standen, welche nicht besorgt werden mussten, einkaufen und haben sie verloren. Genutzt hätte sie uns aber eh nichts mehr. Denn am nächsten Morgen  entschließt sich der Hund spontan zu einem nicht autorisierten Alleingang. Er nutzt unser ständiges Tür-auf, Tür zu und witscht einem von uns durch. Nachdem wir ihn endlich wieder zu Hause haben, wird nur noch hektisch zusmmengepackt, die ursprünglich so fein ausgedachten Verantwortlichkeiten greifen nicht mehr. Jeder schnappt irgendetwas. Das Taxi ist schon da.

An der Fähre läuft alles problemlos, der Fahrradanhänger tut gute Dienste. Wir gehen an Deck, die Kleinen staunen über das große Schiff, wollen alles Mögliche wissen und anschauen. Beim Ablegen schauen wir auf die kleiner werdende Stadt und winken ihr noch einmal zu. Später ergattern wir einen netten Fensterplatz mit einer Bank, auf der die Kinder auch liegen können. Später gibt es fish and chips und wir sehen schon einen Zipfel der Südinsel. Es ist aufregend. Die Sonne kommt hervor. Am Morgen war es noch recht frisch und bewölkt gewesen.

Wir landen in Picton. Nach einem Marsch an der Promenade mit vielen Cafés entlang erreichen wir die Anlegestelle der Wassertaxis. Nachdem alles verladen ist und das Boot abgelegt hat, wird es richtig spannend. Wir fahren durch wundervolle Fjorde und um kleinere Inseln herum. Eine halbe Stunde später sind wir an unserem Häuschen angelangt. Es ist fast noch schöner als auf den Fotos. Staunend stehen wir auf der Terrasse und genießen den Ausblick auf die Blackwater-Bay. Nur alle drei- bis fünfhundert Meter ist ein Haus mit Steg und Bootshaus. Hinter den Häusern erhebt sich der Wald.

Zuerst werden die Lebensmittel ausgepackt, dann alles begutachtet. Auch von innen ist das Haus hübsch und gemütlich. Die Männer schleppen einen großen Gasgrill aus einer Hütte. Dann gibt es erst einmal Kaffee und Kakao bei herrlichstem Wetter auf der Terrasse. Durchatmen, genießen, an nichts denken, einfach nur da sein. Die Kinder schlafen früh und wir grillen, können den ganzen Abend draußen sitzen.

Wir haben das Brot vergessen? Kein Stress. Backen wir eben selber welches, Hefe und Mehl haben wir genug, weil wir Pizza machen wollen. Die Tür vom Backofen schließt nicht, er wird nicht richtig heiß? Ein Besen wird zwischen die Tür und einen Küchenschrank geklemmt. Geht alles. Das Brot wird herrlich. Wir haben nur ein Bade- und ein Handtuch? O.K. – abtrocknen geht auch mit Küchentüchern und natürlich in der Sonne. Hauptsache, wir haben genug Windeln und sonst alles nötige für die Kinder.

Die Tage verlaufen in Ruhe, außer wenn bei unserem Jüngsten sich die Backenzähne melden. Am Morgen laufen wir durch den Wald nach oben, um den Sonnenaufgang zu sehen. Jeden Tag wird es leichter. Der Weg führt zuerst eine ganze Weile durch Dickicht, in dem nur einige Bäume farblich markiert sind. Dann erreichen wir einen Trampelpfad. Von oben hat man einen sensationellen Blick auf den Sund. Nach dem Marsch haben wir uns ein Frühstück redlich verdient. Besonders glücklich bin ich über Kajak und Ruderboot. Mit dem Kajak drehe ich täglich einige Runden und besehe mir die anderen Häuser näher. Das Ruderboot teilen wir uns. Zwischendurch gehen wir ins Wasser, sammeln Muscheln, Hölzer und Steine, oder es wird geangelt. Dann sitze ich daneben am Steg und gehe völlig in dieser Ruhe auf. Gefangen wird nichts, aber das ist auch unwichtig. Die Fische hier sind klug. Sie fressen den Köder, gehen jedoch nicht an den Haken.

Nach vier herrlichen Tagen geht es zurück nach Wellington, nicht ohne noch in einem der netten Cafés von Picton einzukehren und das Leben am Hafen zu beobachten.

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