Suche (englisch)

Ich veröffentliche hier eines von mehreren eigenen Gedichten, die mir Johanna geschickt hat, die ich sehr liebe. Ihre Gedichte haben eine Tiefe, die man von einem jungen Mädchen so nicht erwarten würde, die meinen Erwartungen jedoch absolut entsprechen. Wir haben intensiv über diesen Inhalt gesprochen, da ich ja auch sehr lange im Nebel herumirrte, bevor ich meine Heimat erkannt habe.

Ich bin sehr glücklich, dass sie mir gestattet hat, es auf meinem Blog zu veröffentlichen und bitte um zahlreiche Kommentare.

Nachdem ich es eben noch einmal gelesen habe, überläuft mich ein Schauer, so sehr trifft und betrifft es auch mich in seiner/meiner Ganzheit.

 

My  way  home

 

I’m on my way home.

Don’t know where’s south,

where’s north.

I don’t know how far I’ve come,

how long it’ll take me

to find this place.

What am I looking for on the way?

Someone to guide me?

Someone to accompany me?

The stars.

Do they guide you?

 

I’m on my way home.

But what is home?

What can I call home?

I don’t even know what it is

I’m searching for.

Is it a place

or a moment?

Is it a person?

How do I recognize it?

Is it a smell

that makes it stand out?

Is it some little detail

that makes it special?

Will it be illuminated by the sun

or enlightend by hundreds of candles?

Is it a feeling that tells me

it’s right there?

Right in front of me.

Does a feeling tell me

I’ve made it,

I don’t have to search anymore?

 

How does it feel, then?

How does it feel to be home?

 

I’m on my way home.

Am I ever gonna find

what I’ve been looking for?

Am I ever gonna make my way home?

 

I’m on my way.

Home.

 

Copyright by Johanna Christ

 

6 Gedanken zu “Suche (englisch)

    1. Ich war dreizehn, unglücklich, suchend, überaus trotzig und fuhr mit meinen Eltern zum ersten Mal nach Tirol. Aus einem Wald kommend sah ich plötzlich zum ersten Mal das Kaisergebirge mit dem Inntal. Überwältigt brach ich in Tränen aus und wusste, hier bin ich zuhaus, hier will ich leben. Dieser Wunsch ist mir geblieben und bald wird es soweit sein. Es wird wohl nicht überraschen, wenn ich berichte, dass ich jeden Monat möglichst einmal dort bin und auch eine kleine Wohnung gemietet habe.
      Ebenso war es bei meinem zweiten Mann, der ebenfalls meine Heimat ist. Auch er hat mich vor 33 Jahren in ähnlicher Weise berührt, sodass ich wusste, es ist richtig, auch wenn das Umfeld meinte, es passe da gar nichts.

      Gefällt 3 Personen

  1. So schlicht und doch so berührend. Ein sehr ausdrucksstarker Text, der mich selbst auch noch einmal darüber nachdenken lässt, was Heimat, was ein „Zuhause“ ausmacht. Alle Sinneseindrücke, die im Text benannt werden, spielen sicher eine Rolle, aber Geruch ist für mich einer der wichtigsten. Das muss etwas archaisches sein.

    Gefällt 4 Personen

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