Kategorisieren

Bedenkenswert von impressionsbysvea.

Momentaufnahmen - Impressionen

Es ist kein Vergehen, nicht frei zu sein,
solange wir nach Freiheit streben.

Männlich, weiblich, sexistisch,
katholisch, evangelisch, muslimisch, buddhistisch,
schwarz, weiß, Schlitzauge, rassistisch,
jung, alt, sanft, grob,
schwul, lesbisch, hetero, bi, homophob,
rechts, links, Meinungsverbot.

Und dann steht ein Mob auf der Straße und ruft: „Ausländer raus!“ und ein zweiter ruft: „Nazis raus!“ und ein dritter ruft: „Lieber tot als rot.“ Und niemand fragt: „Wie geht es dir? Warum bist du dort, wo du bist? Was fehlt dir, wie kann ich dir helfen?“
Und das ist der Punkt, wo der Fortschritt stagniert,
den doch alle so sehr propagandieren.
Denn das ist das Problem am Polarisieren,
dass wir verlernen zu tolerieren,
dass wir beginnen zu kategorisieren,
weil man seine Antworten auf die Fragen der Welt,
für die einzig richtigen Antworten hält,
und deshalb ist es in Ordnung, Auffassungen zu gewichten,
die Meinungen anderer zu vernichten,
die Bedürfnisse anderer zu überrennen,

Ursprünglichen Post anzeigen 241 weitere Wörter

9 Gedanken zu “Kategorisieren

  1. Mich stimmt dieses Thema wieder sehr traurig.

    Gerade diese Menschen, die am lautesten schreien und bei Notfällen wegschauen – das sind die, die sich später lauthals beschweren wenn es ihnen genauso ergeht.

    Nach meiner Erfahrung kann ich nur sagen – es ist ein so schönes Gefühl wenn man helfen kann. Jeder sollte es mal erleben!

    Aber wer schon nicht helfen kann oder will – der sollte wenigstens die Klappe halten und weiter gehen.

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  2. Sehr sehr gut geschrieben. Toleranz- und Kompromissebeteitschaft scheinen zunehmend einzuschlafen in unserer Gesellschaft. Vielleicht, weil es vielen zu gut geht? Dann würde das Sprichwort passen: Wenns dem Mäuschen zu gut geht, schmeckt das Mehl bitter. Was mich auch enorm stört, dass jeder zu jedem seinen Kommentar abliefert. Nichts bleibt mehr unkommentiert, jeder Moment, jeder Augenblick, jeder Ausspruch… wird augenblicklich bewertet, beurteilt und darüber gelästert. Bedenkliche Grüße, Ela🎅

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      1. Es war laut den Evangelien Jesus Christus. Und der „unselige Klaus Kinski“ hat tatsächlich einmal ein Stück geschrieben: „Jesus Christus Erlöser“, wo er das, unter anderem, (nicht wortwörtlich) zitierte. Danke Caroline fürs „mitspielen“ 🙂

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  3. Wie recht du hast. Meine Tochter stand an der Straßenbahnhaltestelle, da war ein Mädchen, das laut geweint hat. Niemand hat sich um sie gekümmert. Da fragte sie meine Tochter was sie hat. Sie sagte, sie hat ihr Handy und ihre Geldbörse verloren und weiß nicht was sie machen soll. Da hat sie meine Tochter mit ihrem Handy angerufen. Zuhause sagte meibe Tochter dann ich mag die Deutschen nicht, die sind so kalt letzte Woche in London wären alle viel freundlicher und herzlicher gewesen…

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    1. Irgendjemand hat es mal emotionale Eiszeit genannt. Das passt genau. Ob jemand stürzt, die Einkaufstüte reißt, direkt vor dir ein Auto aufgebrochen wird, selbst Kindern wird kaum geholfen. Aber bewerten/abwerten ohne Ende.
      Symptomatisch dafür auch ein Komm. auf fb zum Aufruf, Familien in Entwicklungsländern einen Hahn und zwei Hühner oder Saatgut zu schenken: Ich hätte auch gern einen Schrebergarten, Hühner, Saatgut und Baumsetzling geschenkt. Wir können uns das nämlich nicht leisten. Aber wie es uns Deutschen geht, ist ja egal.

      Gefällt 2 Personen

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