Pläne machen oder lassen?

Der größte Teil meines Lebens hat ohne Pläne und Terminplanung funktioniert. Eigentlich bin ich reaktionsschnell, flexibel und habe ein gutes Gedächtnis. Wichtiges und interessante Vorhaben sind fest in meinem Kopf verankert. Langweilige Pflichten und lästige Termine bekommen kurze Notizen. Ehemals feste Zukunftsplanungen meines ersten Mannes sind nur deshalb nicht völlig in die Hose gegangen, weil ich mich schnell an neue Situationen anpassen und angemessen handeln konnte.

Immer öfter dringen Ermahnungen an mein Ohr, manchmal auch tiefer. Warum müssen manche Leute immer nerven? Von sich automatisch auf andere schließen?

Wenn man älter wird, lässt das Gedächtnis nach. Du musst jetzt alles aufschreiben. Mach dir am besten einen Wochenplan. Am besten mit mehreren Farben nach Wichtigkeit. Sonst noch was?  Sonst vergisst du die Dinge. Bla, bla – gar nichts vergesse ich. Da bin ich ganz sicher.

Wirklich ganz sicher? Warum träume ich dann solches Chaos? Z. B. sitze ich entspannt in einem Whirlpool – habe ich gar nicht –  und plötzlich sehe ich durch eine Scheibe, wie meine Klasse völlig alleine ist. Alles geht drunter und drüber. Sie schreien sich an und kloppen sich. Einige weinen. Ich habe meinen Unterricht vergessen! Panik!

Was will mir das sagen? Dass ich doch vergesslich werde und es nur nicht wahrhaben will, dass ich Angst davor habe, dass ich den Plagegeistern nicht mehr zuhören sollte oder dass ich mich noch immer für zu viel verantwortlich fühle? Oder ganz was anderes?

Wie auch immer. Ich brauche keinen festen Plan. Weil ich nicht will. Fertig.

 

9 Gedanken zu “Pläne machen oder lassen?

  1. Das Leben ist 50% Planung und 50% Chaos(-Bewältigung).
    Idealer Weise 😉
    Hauptsache, Du kommst zurecht, mit Dir.
    Fertig 🙂

    Whirlpool – warmes, bewegtes Wasser. Wasser steht für Emotion, Intuition, unser Gefühl abseits von Ratio und allen saturnischen Eigenschaften. Und dann lärmt deine Klasse … die Pflicht ruft, „Unordnung“ droht. So bekommt das sich-hingeben, das sich-entspannen etwas bedrohliches, vielleicht verbunden mit der Angst vor Kontrollverlust. Hingabe ist auch Vertrauen…und ich weiß, wie schwer das sein kann.

    So oder auch ganz anders 😉
    Grüße & einen guten Abend Dir!

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  2. Ich brauchte auch nie einen Plan, ich mochte es nicht meine Zeit zu verplanen.
    Ich hatte alles wichtige im Kopf, das hat mir gereicht.

    Dann verzuckerte mein Hirn und ich habe ALLES vergessen, aber einen Plan habe ich trotzdem nicht gemacht.

    Leute, die Pläne machen, die erlebe ich als Kontrollfreaks. Aber wenn sie es damit leichter haben, dann ist es ja ok.

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  3. Erinnert mich daran –
    Mir wollen immer wieder Leute Ordnung verordnen

    Und das man Eins nach dem Anderen machen muss

    Und so Sachen …

    Sollen sie es doch selbst so machen
    Ich mag mein Durchananda
    😊

    Bleib wie du bist
    Tu was du willst
    Und wie du es willst
    Ich mag dich genau so wie du bist

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  4. Das könnte ich nicht. Wir haben einen Familien Kalender wo alles wichtige eingetragen wird. Bei mir ging es in der Kindheit planlos und für uns Kinder unberechenbar durchs Jahr. Vielleicht setz ich deshalb auf das planbare, vorhersehbare.
    So prägt es jedes Leben, das eine so, das andere so.

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