Vorlesetag

Einmal im Jahr organisieren wir an unserer Schule einen Vorlesetag mit zwei Vorlesezeiten. Die Kinder bringen dazu Lieblingskissen und/oder Kuscheltier mit.

Ich hatte mich für „Lotta zieht aus“ von A. Lindgren entschieden und für  „Die kleine Hexe“. Für die kleine Hexe hatte ich etwas aus meiner Steam-Punk-Lieblingsecke angezogen. Dann lag in meinem Fach „Das  kleine Gespenst“, weil eine Kollegin erkrankt war und zwei Hexengruppen zusammengelegt werden mussten. Auch O.K.

In der zweiten Gruppe hatte ich einen kleinen missmutigen, sehr enttäuschten Dennis, den Tränen nahe, der viel lieber zu „Detektiv Nick Nase“ gehen wollte, sich aber in dieser Gruppe angemeldet hatte.  Er tat mir so leid, doch die Nase-Gruppe war überfüllt. So musste er bleiben.

Im leicht abgedunkelten Raum stellte ich – trotz Brandschutzverordnung – eine große brennende Kerze an meinem Platz auf. Streng verboten! Als ob mich das stört, habe eine Kerze schon im Griff. Einmal schon war unser Hausmeister einem Kollaps nahe, als ich mit meiner Klasse einen Lichtertanz auf der Bühne der Aula aufführte, bei dem jedes Kind ein Teelicht – im Glas – in der Hand hielt. Nebenbei: Wir verstehen uns trotzdem  richtig gut, der Hausmeister und ich. Er ist Klasse und wir machen oft Späße.

Dann legten wir los. Jedes Kind erhielt ein Malblatt. Nein, es war nicht zu dunkel. Ging gerade noch so. Zuerst erzählte ich ein wenig aus dem Inhalt, dann las ich vor. Nun lese und erzähle ich mit Händen und Füßen, wechselnden Stimmen, Geräuschen, springe auf, laufe herum, setze mich wieder – ganz nach Gefühl, nicht nach pädagogischen Vorgaben. Alle hörten gebannt zu. Wirklich alle!

Ja, und das absolut Schönste für mich war, dass ausgerechnet dieser Dennis am Ende zu mir kam und strahlend sagte : „Das war ja toll und voll spannend.“ Und seinem Raben hat`s auch gefallen.

9 Gedanken zu “Vorlesetag

  1. Ich saß mit in der Runde, es war toll. Du kannst so schn bildlich schreiben. Ich finde es schön das du mit Händen und Füssen erzählt hast, so konnten alle Sinne angeregt werden. Und wenn du den traurigen Dennis mitreißen konntest, hast du alles richtig gemacht.
    Es erinnerte mich daran als meine Jungs kleiner waren. Da wurden meine Vorlesestunden auch immer zum Erlebnis. Vor dem Schlafen gehen war es natürlich kontraproduktiv, von Ruhe und runter kommen war dann keine Rede mehr. Lach

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