Der Weg zurück

Projektauszug/Zusammenfassung:

Fast hatte sie schon, von ihr selbst unbemerkt, ihren eigenen Willen verloren, den ehemals stets wachen Widerspruchsgeist eingebüßt. Manchmal meldete sich ziehend eine leere Kammer, wurde Verlust spürbar. Doch meist war dafür keine Zeit. Zu hoch waren die Ansprüche, zu anspruchsvoll die Forderungen, zu fordernd die Beschwerden. Sie nahmen alle Energie gefangen. Das war es wohl, was sie gemeint hatten mit erwachsen werden.

Es fühlte sich zunehmend falsch an.  Da erschien ihr ein Bild. So scharf, als geschehe es gerade eben. Ein kleines, wunderbar ungezügeltes Kind mit roten Gummistiefeln. Es tanzte im Regen, auf dem Hof vor den Ställen, sang und lachte. In wilden Sprüngen schlug es die Hacken gegeneinander, sank in die Knie, sprang kraftvoll wieder auf. Die Hände in die Hüften gestemmt drehte es sich im Kreis. Sie konnte die Musik hören. Ungarische Tänze. Da wusste sie es: „Das bin ja ich! Das bin wirklich ich!“ Die Erkenntnis traf sie wie ein Blitzschlag. Sie veränderte alles.

Es wurde Zeit für den Rückweg, eine konsequente Entscheidung.

6 Gedanken zu “Der Weg zurück

  1. Ja, das Erwachsenwerden ist sicherlich nicht einfach. Erst kürzlich erinnerte ich meine Tochter daran, wie sie mit siebzehn in ständigem Clinch mit mir lag, als sie sich über die fast 18-jährige beklagte. Das kleine tanzende Mädchen hatte ich auch sogleich vor Augen.

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