Diebische Elstern

Elstern lieben unseren Garten. Er ist riesengroß und voller Obstbäume. Manchmal bin ich ganz schön sauer auf sie.

Natürlich haben sie gemerkt, dass sie bei uns recht ungestört walten können. Scheinbar haben sie es auch weitergesagt. Der obere Teil der Kirsch- und Pflaumenbäume ist ihr Revier und unten muss ich eben schnell genug sein mit dem Ernten. Als sie die Weintrauben direkt am Haus entdeckt hatten, musste ich auch dort täglich schneiden. Ein paar äußere Trauben habe ich hängen lassen. Auch dass sie bei Sonnenschein unermüdlich versuchen, recht lautstark die glitzernde Zinkabdeckung am Kamin abzuklopfen, habe ich so hingenommen.

Jetzt aber haben sie sich über meine Äpfel hergemacht. Innerhalb von drei Tagen, an denen ich nicht pflücken konnte, waren die meisten Früchte am besten Baum angefressen. Das war mein Apfelkompott für ein Jahr – jetzt höchstens noch für drei Monate. Gleichzeitig haben sie die Sitzgruppe unter dem Baum vollgekotet.

Aber während ich dann so richtig wütend war und die ganze Bande zum Teufel wünschte, fiel mir wieder eine Beobachtung ein: Eine Amselmutter stolzierte mit einem Amselkind über den Rasen. Ab und zu pickte sie etwas auf, sah zu ihrem Nachwuchs hinüber, öffnete und schloss den Schnabel. Das Kleine nickte und pickte auch. So trippelten sie ein Weilchen dahin. Fast schien es, als erklärte Mama die Welt und das Kind nähme es begierig auf.

Plötzlich wusste ich es wieder. Mein Garten ist ihr Lebensraum genauso wie der meine. Und auch die Tiere wollen nur leben und ihre Kinder großziehen. Sie machen ja die Bäume nicht kaputt. Also was soll`s. Kauf ich halt Äpfel beim Bauern zu. Auch im kommenden Jahr wird es keine Netze über den Bäumen geben.

13 Gedanken zu “Diebische Elstern

  1. Die liebe Vogelwelt hat auch mich voll im Griff.
    Morgens brauche ich keinen Wecker. Elstern – 6 Paare – machen einen unüberhörbaren Lärm. Da steht man im Bett. *g*
    Futter gibt es bei mir nur bei Frost. Das wird dann aber auch recht lautstark eingefordert. 😉
    Habe mich schon wieder mit allen Futtersorten eingedeckt. Es soll ja keiner zu kurz kommen. Natürlich freue mich schon auf meine Gefiederten Gäste.

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  2. Ja tatsächlich, es ist ihr Lebensraum. Manchmal jedoch fällt es auch mor schwer, das zu akzeptieren. Im Frühjahr brüten die Vögel (Amseln) in unserer Hecke und im Kirschlorbeer. Schon mehrfach haben die Elstern die Nester geplündert und sich unseren Zorn zugezogen. Sie werden nicht umsonst Nesträuber betitelt. Und einen Krach veranstalten sie dabei🙈, unmöglich. Aber so ist es halt – Natur und ihre eigenen Gesetze. LG Ela☕

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  3. So Vögel – Elstern mag ich nicht, sie sind zwar sehr hübsch, haben aber eine furchtbare Stimme. Klug sind sie, ja – und diebisch 😉 Raben sind mir irgendwie sympathischer, obwohl auch sie eine Menge Unfug geladen haben.

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  4. 💖🤗💖
    „Unsere Tiere“ hatten auch immer ihren Lebens-Raum bei uns
    Es waren ja nicht „unsere“, sie wohnten bei uns
    Es ist ihr Leben, nicht unseres

    Lieben Gruß an die Elster- Mama – da hat sie nicht nur ihrem Elster-Kind was gezeigt 😉
    Denn die Bäume – kann ich mir schlecht vorstellen, dass die gerne im Netz leben würden …

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