Abschied

Der Urlaub ist vorbei. Lena und Tobi haben sich bereits am Ende ihres letzten nächtlichen Scheunentreffens verabschiedet. Der Morgen des Abreisetages gönnt ihnen noch eine innige Umarmung abseits neugieriger Blicke. Dann ist es endgültig. Der Vater startet den Motor.

„Tobi aber blieb im Hintergrund, winkte und nickte kurz und blieb anschließend mit verschränkten Armen an der Hausecke stehen.

Lena hatte sich gut im Griff, vorerst jedenfalls. Ihren Kummer würde sie für sich behalten. Es würde sie eh keiner verstehen – keiner außer Tobi. Sicher war der nicht ganz so unglücklich wie sie. Er konnte ja noch dort bleiben. Kein einziger Mensch war so unglücklich wie sie. Alles war verloren, vorbei kaum da es angefangen hatte. Als sie abfuhren, kniete Lena sich auf die Rückbank und schaute durch die Scheibe auf die immer kleiner werdenden Berge. Sie fühlte sich, als müsse sie ertrinken in all dem Kummer, der längst über den Hals hinaufgestiegen war und auf ihre Ohren drückte. Allein – wieder ganz allein. Der Knoten im Hals löste sich auf in einem heftigen Schluchzer, den sie nicht länger unterdrücken konnte. Ein Geräusch, als hätte sie die ganze Zeit die Luft angehalten. Danach flossen die Tränen. Das Herz tat ihr so weh. Zeitweise war sie nicht sicher, was mehr schmerzte, die Berge oder den Freund nicht mehr zu sehen. Lange weinte Lena stumm vor sich hin, bis sie schließlich einschlief.“

 

8 Gedanken zu “Abschied

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