Nachdenklich – kurz

Ich bin ja so gar kein Arztgänger, kuriere lieber alles selbst. Mit Schüßler-Salzen, Kräutern und meinen (wütenden, kämpferischen) Gedanken. Handauflegen funktioniert leider nur bei anderen, nicht bei mir selber. Ist natürlich auch leichter, wenn man in der Regel kerngesund ist.

Also ich gehe nur, wenn ich ein wirklich ungutes Gefühl habe. Vor kurzem hatte ich das und es war durchaus berechtigt. Heute fiel mir auf, dass vor etwa einem Jahr  ebenfalls so ein Termin nötig wurde. Da fuhr ich wegen meines Rückens in eine Sportklinik. Nun finde ich ab und zu Rückenschmerzen zu haben ganz normal. Kommt von selbst – geht von selbst. Als es mir jedoch beim Husten oder Nase putzen immer öfter die Beine wegzog und ich beim Sport beeinträchtigt war, kriegte ich so meine Zweifel, ob ich das alleine hinkriege. Das war mir doch etwas unheimlich.

Für gewöhnlich erzähle ich niemandem vorher von Beschwerden oder Arztterminen. So war mein Mann sehr erstaunt, als ich ihn fragte, ob er mit mir kommt – zum ersten Mal.

Irgendwie hatte  ich gehofft, dass der Arzt mir sagt, alles halb so wild, die und die Übungen, dann können Sie schnell wieder in die Berge, aufs Rudergerät usw..

Aber nein, er musste mich unbedingt schockieren mit der Frage: „Haben Sie denn schon Lähmungserscheinungen?“ “ Ob ich was habe?“ Ich war empört. das fehlte mir gerade noch. Untersuchungsergebnis: 3 Bandscheibenvorfälle. Also schilderte ich ihm meine Ziele. Dass ich, wenn ich endlich ganz nach Tirol übersiedelte, weiter auf die Berge wollte und nicht von unten hochgucken. Das sei für mich nicht akzeptabel. Er sah mich eine Weile stumm und prüfend an. Dann meinte er, wenn ich das wirklich wolle, könne ich das auch schaffen. Er schickte mich zur Physioth., nannte mir verschiedene Übungen – Yoga mach ich eh – und ich müsse jeden Tag eine Stunde laufen, erst einmal nur in ebenem Gelände. Auf der Rückfahrt war ich noch so sauer, dass ich  kaum was erzählen konnte. dann habe ich meinen inneren Widerstand mobilisiert.

Das alles konsequent und regelmäßig durchzuziehen, ist mir nicht leicht gefallen, ich bin halt lieber spontan und chronisch unvernünftig, wenn ich etwas will, aber es hat funktioniert. Im Juni war meine erste Tour wieder bergauf und bergab im Kaisertal. Und morgen – deshalb fiel mir das wohl auch wieder ein – mache ich eine Tagestour mit meiner Cousine.

Natürlich bin ich sehr froh über die Verbesserung, aber trotzdem ein wenig verunsichert. Ich habe keine Lust darauf, dass jetzt jedes Jahr irgendwas Ernstes ist und mich aushebelt. Es gibt noch so viel nachzuholen, auf das ich lange Zeit verzichten musste, das ich hinausgeschoben habe, weil anderes Vorrang hatte. Das lasse ich mir ganz sicher nicht vermiesen.

 

9 Gedanken zu “Nachdenklich – kurz

  1. Da sind wir uns sehr ähnlich. Ich versuche es auch erstmal selbst, mit dengleichen Methoden wie du.
    Erst wenn gaaaar nix mehr geht, dann schlurfe ich zum Doc.

    Ich bin froh, dass es soviel gibt, was wir selbst tun können, dafür können wir wirklich dankbar sein.

    Ich hoffe, dass es deinem Rücken jetzt wieder besser geht….vielleicht hast du ja rausfinden können, womit du dir zuviel aufgeladen hast.

    Ganz ganz schnelle Besserung wünsche ich dir.

    PS: Nicht übertreiben 😉

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  2. Für mich ist es immer wieder eine Herausforderung, das richtige Maß zu finden zwischen Training und nicht zu viel Training 😉
    Wünsche dir von Herzen, dass es – wünsch ich mir übrigens auch 😉
    bei Sachen bleibt, wo wir was machen können…
    Ansonsten:
    Auf sie mit Gebrüll 🙂
    … ich war ja auch mit kaputtem Fuß im Winter in Südtirol 😆

    Alles Liebe und Gute für dich <

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  3. Man wird halt nicht jünger. Und je älter man wird, desto umsichtiger sollte man mit sich und seinem Körper umgehen. Regelmäßiges Training ist da viel hilfreicher, hält alles geschmeidig und man kann dann auch solche Sachen wie Wandertouren besser verpacken. Dir viel Spaß in den Bergen.

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  4. Ich habe keine Lust darauf, dass jetzt jedes Jahr irgendwas Ernstes ist und mich aushebelt.

    Der ist gut 🙂 Wer hat das schon ? Wir werden nicht gefragt, ob es uns denn recht wäre. Für mich sind solche mehr oder weniger ernsten Störungen einmal mehr Grund, hinzuschauen, mit welches Geistes Haltung ich durch mein Leben gehe. Beim näheren hinsehen findet sich immer etwas dazu. Wütende Gedanken mögen bei der Durchsetzung mancher Ziele durchaus hilfreich sein, der Gesundheit förderlich sind sie sicher nicht (meine Erfahrung).

    Sonst so? Willkommen im Klub. Auch ich investiere allmorgendlich eine knappe halbe Stunde für eine Mixtur aus Meditation, Yoga sowie Halswirbelsäulen bzw. Wirbelsäulengymnastik, um mich für den Tag fit zu halten und weiter meine Wege oft genug bepackt wie ein Esel mit dem Rad hier in den Bergen bewältigen zu können.

    Der Rest ist Konsequenz und Beharrlichkeit.
    Kriegst Du hin.

    Grüße !

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