Zum Wochenende

Zum Wochenende noch eine besinnliche, einfach nette Kindergeschichte zum Runterkommen.

Eine Hühnerhofgeschichte                                    

„Der Morgen graut schon!“ schreit der Hahn. „Wacht auf, Ihr Hühner! Kikeriki! Kikeriki! Ich weck den Bauern und das Vieh im Stall. Kikeriki!“

Noch ist unsere Hühnerhaustür verschlossen. Aber macht Euch bereit, Ihr Hühner. Hausfrau Hanna kommt schon und schließt uns auf.

„Schnell, schnell hinaus ins Freie!“ gackern alle Hühner. „Gogogoak! Das Frühstück – Körner und Salat – frisches Wasser direkt aus dem Bach!

Im Hühnerhaus hängen Körbe, in die legen wir jeden Tag ein Ei. Wir haben ein sorgenfreies Leben. Das ist schon eine feine Sache.

Abends, wenn die Sonne untergeht, gehen wir ohne Angst schlafen. Des Nachts sind wir in unserem Haus sicher. Wenn der Fuchs dann im Dunklen vom Berg herunterkommt, draußen herumschleicht und gierig an der Tür kratzt, dann kann er nicht hinein zu uns. Oma Hanna sorgt dafür, dass uns kein Leid geschieht. Die Tür hat sie längst fest verschlossen.

Wenn draußen ein kalter Wind pfeift, merken wir nichts davon. Wir klettern die Hühnerleiter hoch und sitzen dicht gedrängt auf unseren Stangen, wobei ein jedes die Wärme und Nähe des anderen spürt. Zwanzig an der Zahl sind wir.

Sobald es hell wird, sind Fuchs und Marder verschwunden. Sie haben am Berg ihre Höhlen, in denen sie sich verkriechen. Sie scheuen den Tag. Wir Hühner aber können unser sorgloses Leben fortsetzen, kratzen unser Futter in aller Selenruhe auseinander und picken uns die besten Körnchen und Blättchen heraus.

Ist der Winter endlich vorüber und der Frühling naht, dann brüten wir älteren Hühner Eier aus. Wochenlang sitzen wir darauf, damit es die Kleinen schön warm haben. Ob der Hahn uns dabei hilft? Wo denkt Ihr hin? Dafür ist er viel zu großartig! Schließlich hat er ja auch mit Krähen und Aufplustern den ganzen Tag zu tun. Außerdem trägt er schon die ganze Verantwortung, so hat er es uns jedenfalls erklärt. Wenn er wüsste, dass wir ihn für unsere Aufgaben nicht wirklich brauchen, dann würde ihm wohl das Krähen vergehen. Deshalb schweigen wir. Wer sollte sonst die Menschen wecken?

Sobald es den Küken im Ei zu eng wird, klopfen sie mit ihren Schnäbeln so lange von innen an die Schale, bis sie bricht. Ohne fremde Hilfe schlüpfen sie ins Freie. Für große und kleine Menschen ist es eine helle Freude, unseren Nachwuchs in die Hand zu nehmen und die goldgelben, flaumigen Federchen zu streicheln. Wir sind so eine richtig große Hühnerfamilie.

Und auch der Hahn ist mächtig stolz – er ist und bleibt „Der Hahn im Korb!“

 

 

10 Gedanken zu “Zum Wochenende

  1. Letzten Sommer lief der Fuchs am hellen Tag mitten über unsere Terrasse. Am nächsten Tag traf mein Mann den Nachbarn. Der fragte: „haben Sie gestern einen Hund auf dem Grundstück gesehen, der hat am hellerlichten Tag all meine Hühner gekillt.“ Lachend klärte mein Mann ihn über den Fuchs (oder war es die Füchsen?) auf. Aber das müssen wir den Kindern ja nicht erzählen, sonst können sie die schöne Geschichte vielleicht nicht genießen.

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    1. Vielen Dank für die Kommentare. ich mach das hier mal pauschal, weil ich mich jetzt auf den Weg zum Hartkaiser mache zur Sonnwendfeier. Wir sind heute Nacht nach Tirol gestartet.
      Über unsere Dorfstraße schlendern des nachts oft Füchse, Hasen und Rehe. Jedoch ohne dass Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagten. Sonst gäbe es ja für einen von beiden kein morgen mehr.

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