Gedankenkreisel/Gedankensprünge

Einiges dessen, was ich in den vergangenen Wochen gelesen habe, hat mich intensiv beschäftigt und treibt mich immer noch um. Grübel, grübel. Halte ich weiter fest an meiner Entscheidung gegen Buchverlage? Wer meinen Blog schon länger liest, kennt meine Argumente. Habe ich diese womöglich auch getroffen aus Angst vor Ablehnung? Ganz vermag ich das nicht auszuschließen. Werde ich mich berichtigen müssen?

Den Anpfiff zu dieser geistigen Unruhe hat das intensive Lesen des Blogs von Michael Behr – Mein Traum vom eigenen Buch – gegeben. Besonders die Schilderungen seines Austauschs mit der Lektorin haben mich begeistert und verunsichert zugleich. Denn das will ich eigentlich auch. Es klingt so bereichernd. Mit einem klugen Menschen vom Fach Inhalte und Anordnungen zu diskutieren, neue Aspekte und Sichtweisen zu entdecken.

Ein gedrucktes Buch kann ich mittlerweile auch als selfpublisher bekommen. Die Veröffentlichung geht wesentlich schneller als über einen Verlag. Dann aber sollte es vollkommen fehlerfrei sein, also zumindest auf Rechtschreibung hin professionell überprüft worden sein. Das bekomme ich alleine nicht hin. Immer wieder übersehe ich etwas, besonders nach dem Verändern von Passagen, wenn ich mir nicht genug Zeit nehme, die Zeilen davor und danach eingehend anzusehen. Selbst bei äußerster Konzentration lese ich manchmal eher meine Gedanken als die geschriebenen Wörter. Betriebsblind halt. Und dann bin ich mit dem Buch ja eigentlich fertig, habe innerlich abgeschlossen.

Es gibt einige Dienste, die ein Lektorat anbieten. Jedoch werde ich dort nicht inhaltliche, konstruktive Kritik bekommen. Die Qualität kann ich auch nicht beurteilen. Für die Kosten muss ich erst einmal arbeiten und sparen. Allerdings will ich auch keine „Wesensveränderung“ meiner Texte haben. Doch meine oftmals sehr langen Schachtelsätze könnten gut eine kritische Anmerkung und Korrektur vertragen, die aber nicht die Entsprechungen zunichte machen dürfen.

Ich schreibe ja zuerst nach dem fertigen Grundgerüst einfach drauflos und kürze massiv beim Darüberlesen.  Vielleicht kürze ich dabei manchmal das Falsche? Eigentlich bin ich meist sehr überzeugt von meinen Texten. Aber eben nur eigentlich und meist. Reicht das für ein optimales Ergebnis?

Meine Gedanken purzeln wild durcheinander. Sobald einer fassbar scheint, schallt es von allen Seiten. „Ja, aber…“ Immer ein Aber.  Von hinten schreit Lena, ich möge sie doch endlich weiterleben lassen, es gebe so viel zu berichten. Auf meinen Esstisch liegen ungeordnet, fast schon unübersichtlich, Zettel mit Notizen.

Ich muss das jetzt einfach mal ordnen. Dazu habe ich mir das neueste Exemplar des „selfpublisher“ bestellt, auf das ich in einem anderen Blog aufmerksam  geworden bin. Mein Blick geht immer noch mehr in diese Richtung. Ich bin selber ganz gespannt, zu welchem Schluss ich letztendlich kommen werde.

 

 

 

 

 

14 Gedanken zu “Gedankenkreisel/Gedankensprünge

  1. Interessantes Thema….
    Ich hab ein – wie ich finde richtig gutes – Buch einer Freundin versucht, an einen Verlag zu bringen.
    So was kann ich ganz gut – vor allem, wenn es nicht meins ist 😉 – nix!
    E-Book… ich weiß nicht… eben das mit der fehlenden Werbung und ein Buch ist ein Buch ist ein Buch…
    Dann hab ich auch mal – über meinen Blog – ein „Angebot“ von einem „Verlag“ bekommen… im ersten Moment Begeisterung meinerseits, aber das war lächerlich – da hätte ich sogar noch meine Eigen-Exemplare selbst bezahlen müssen.

    Mein Problem ist aber auch, dass ich extrem selbst-kritisch bin und sehr hohe Ansprüche an mich habe.
    Ich leg die Projekte immer wieder auf Eis, weil sie mir dann doch nicht gut genug erscheinen.
    Aber jetzt 😉
    Habe ich mich entschlossen, endlich doch das zu schreiben, von dem ich „eigentlich“ schon immer wusste, dass ich das machen muss.
    Und wenn ich das mache, etwas umfangreichere Angelegenheit… dann werde ich in die Vollen gehen – Ich will ein Buch und ich will einen Verlag.
    Tja… wir werden sehen 😆

    Dir für dein Projekt Alles Gute !!!
    und liebe Grüße ❤
    Ananda

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    1. Meinen Perfektionismus habe ich übrigens irgendwann eingebremst. Der Roman, an dem ich zurzeit arbeite, lag fast 20 Jahre in einem Aktenkoffer, das Manuskript halb fertig.
      Bei meinem ersten E-Book war dieser Druck nicht gegeben, weil es vordergründig darum ging, so genau und schnell wie möglich über eine seltene Erkrankung zu informieren. Die Handlung war durch das Schicksal meiner Tochter ja vorgegeben. So war der Wunsch zu veröffentlichen sehr stark.
      Die zweite Veröffentlichung ist einem gesellschaftskritischen Thema gewidmet, das mir persönlich sehr wichtig ist, nämlich der Perspektive auf ein sinnvolles Leben in dieser Zeit und notwendigen Veränderungen. Die dritte ist gewissermaßen ein Experiment.
      Was dein Projekt angeht, so möchte ich dich ein wenig anfeuern, denn ich sehe noch ein Zögern. Du schreibst, du seist entschlossen, schiebst aber im nächsten Satz ein „Wenn“ nach. Wage es und hol dir jede Unterstützung, die du kriegen kannst. Ich wünsche dir viel Erfolg.
      Empfehle dir den Blog, auf den ich mich bezogen habe: Mein Traum vom eigenen Buch .

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      1. Danke ❤

        Es ist kein Zögern.
        Ich weiß, dass ich das machen "muss", auch wenn es weh tun wird 😉
        Ich weiß auch, ich muss nur anfangen, dann "schreibt es sich", es ist nämlich alles schon da…
        Das Ding ist nur – Zur Zeit bin ich noch nicht wieder ganz gesund, geh schon wieder arbeiten und mach noch ein paar andere Sachen, die mir wichtig sind.
        Was ich gerne würde ist, ein, zwei Jahre Zeit zu haben nur zum schreiben und den richtigen Ort dafür.
        Kann aber sein, dass das nicht geht… ich einen Zwischen-Weg finden muss… vielleicht Stunden reduzieren in meinem Job… oder… keine Ahnung…
        Das heißt – Dieses Jahr ist erst mal wieder ganz gesund werden und so einiges auf feste Füße stellen.
        Zum Ende des Jahres werde ich dann wissen, was ich tun muss bzw wie ich es tun muss
        Das ist der Plan 🙂

        Noch zum Thema "kürzen"
        Das mach ich auch immer sehr extrem – ich hab's gerne knackig 😉
        Habe das kürzen aber inzwischen ein wenig gekürzt, da mich sonst keiner versteht 😆

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  2. Ja, liebe Caro, das Hauptproblem ist ja, einen Verlag zu finden, der Dein Buch auch will. Mit meinem Erstling ist mir das jedenfalls nicht gelungen, so dass ich froh war, als ich bei amazon das selfpublishing fand. Dank Die schreibe ich jetzt auch wieder an meinem Marlene-Buch. Da es jedoch fast genau ein Jahr im PC schlummerte, habe ich vorhin beschlossen, das bisher Geschriebene erstmal auszudrucken und zu lesen, damit die Personen, denen ich ja allen fiktive Namen zugedacht habe, diese auch behalten. Momentan könnte mein Tag 48 Stunden haben und wäre wohl noch zu kurz.

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    1. Ich hatte nur mein Nele-Buch bei Verlagen eingeschickt, weil es mir so wichtig war. Man antwortete mir, für dieses Thema und einem negativen Ende gebe es kein breites Publikum. Habe ich akzeptieren müssen, denn ein Happy-End gab es eben nicht. Natürlich müssen Verlage auf Absatzmöglichkeiten schauen. Die anderen beiden Romane habe ich gleich als Ebook veröffentlicht.

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      1. Das Problem mit dem Selfpublishing ist eben auch die fehlende Werbung, die ja ansonsten der Verlag übernimmt. Mit einem Buch in der Hand findet man eher Interessenten, aber auch das ist sehr mühsam. Im Oktober werde ich hier in unserer Stadtbibliothek aus meinem Kater-Buch lesen. Hier steiß ich sogleich auf großes InterLebte und esse. Deshalb fragte ich dieser Tage in der Stadtbbliothek meines vorigen Wohnorts wegen eines Termins an, um mich und meine Bücher wegen einer eventuellen Lesung vorzustellen. Ich dachte mir, dass ich dort auf Interesse stoßen würde, da ich dort ca. Jahre wohnte und arbeitete. Vielen Dank, kein Interesse, kam kurz zurück. Da war ich allerdings baff.

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  3. Dieses Ewige Hin und Her im Kopf kenne ich doch so gut. Bin überzeugt, dass Du auf jeden Fall den richtigen Weg finden wirst, für DICH. Das ist nämlich der Punkt, es ist Dein Weg und nicht den eines Verlages, oder? 😉
    Mit dem Thema „Selfpublishing“ setze ich mich auch schon seit einer Weile auseinander und finde, dass es eine gute Idee ist. 😉
    Lieben Gruß, Emmi

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    1. Kann ich nur empfehlen, nur auf die schönen Fotos müsstest Du verzichten, denn die sind sehr teuer. Habe deshalb aus meinem „Der Kater, der eine Katze ist, und andere Irtümer meines Lebens“ fast alle Fotos herausgenommen.
      Übrigens, die Weiße Bohnen -Bällchen gab es gestern zum Abendbrot, haben sogar meinem Mann geschmeckt. Vielen Dank!

      Gefällt 2 Personen

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