Frieden

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Was haben Edwin Starr, Bruce Springsteen, The Temptations und Frankie Goes To Hollywood gemeinsam?

Sie sangen mit Inbrunst einen Song, der mir seit einiger Zeit wieder ständig im Kopf spukt:

War, huh, good god
What is it good for –
Absolutely nothing, listen to me, ……

Ein Bericht über Benefizkonzerte und Aufrufe zu Mut und Zusammenhalt in Manchester haben in mir den Wunsch erzeugt,  dass auch dieser kraftvolle Text auf den Konzerten aller Künstler zum Ende gesungen und vermehrt im Radio gesendet würde. Musik hat die Möglichkeit, das Bewusstsein der Menschen zu erreichen.

Terroranschläge gab es schließlich nicht vom Anbeginn der Zeit – sie haben irgendwann begonnen, haben in Ereignissen ihren Ursprung. In den Kriegen, die die USA zusammen mit ihren Verbündeten in fremden Ländern führen, wodurch diese zerstört werden, um „ihre Grenzen zu beschützen“. Jungs, was habt Ihr für Landkarten da drüben in den Schulen, dass Ihr das glaubt? Und warum spielen Länder Europas da mit – ohne verbrieften Bündnisfall und gegen Menschrechte? Übrigens: Bündnisse kann man beenden, verändern. Im Ursprung ist die Nato gemäß ihren eigenen Bestimmungen ein Verteidigungsbündnis. Klingt das nicht wie blanker Hohn?

Frieden ist das Einzige, was diesen Wahnsinn stoppen kann – die Traumatisierung  Beteiligter auf beiden Seiten eindämmen kann. Eine Beendigung von gewaltsamen Eingriffen in fremden Staaten muss das Ziel sein. Natürlich wird es absoluten Frieden nie geben. Aber es macht doch einen gewaltigen Unterschied, ob sich ein paar Bauern um fruchtbaren Boden bekämpfen, einige Klans um überschaubare Machtverschiebungen, oder ob massive Truppenverbände aus der Fremde einfallen und ganze Länder platt machen. Über die wahren Absichten möchte ich an dieser Stelle gar nicht reden.

Die Friedensbewegung hat sich bedauerlicherweise vielfach spalten lassen, verzettelt in Kämpfen um die Bedeutung der einzelnen Gruppen und Veranstalter. Auch irgendwie armselig. Ich denke, die meisten Menschen wollen Frieden. Aber ohne sich laut und sichtbar dafür einzusetzen ist er nicht zu erreichen.

Zum Thema noch ein Auszug aus dem Tagebuch der 18jährigen Sophia (Vorbilder? Fehlanzeige!) Bietet im Ansatz auch eine Beschreibung dessen, was in manchen jungen Menschen vor sich geht, die nach Syrien reisen, um zu kämpfen, weil sie nicht zu Ende gedacht haben.

Kriege und Konflikte – provoziert (Waffenindustrie), ungerecht, selbstgerecht, unmenschlich. Das ist ja nicht auszuhalten. Wenn ich dann noch höre und merke, dass Nachrichten verfälscht, verdreht, manipuliert werden, kann ich nur noch ausrasten. Wenn ich das Elend der Menschen sehe in so vielen Ländern – nur wegen Bodenschätzen, Profit und übersteigerter Selbstüberschätzung, Geltungsbedürfnis und Gier, ist das die einzig bleibende Realität. Eigentlich – alles zusammen genommen – haben wir doch längst den Dritten Weltkrieg. Ich möchte schreien, helfen – will Rache für all die Qualen und Schmerzen. Und die Kinder da mitten drin mit all den Bildern im Kopf sollen sich völlig unbeeinflusst davon zu “wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft“ entwickeln? Das schaff ich ja nicht mal als Zuschauer.
Am liebsten möchte ich zusammenpacken und sofort gegen all diese Unterdrücker und Despoten kämpfen. Den Unschuldigen helfen. Endlich einmal etwas Sinnvolles machen in meinem Leben. Richtig reinschlagen! Die Schuldigen gnadenlos hart bestrafen für ihre Unmenschlichkeit. Aber wer ist wer? Wer macht sich diese Wut dann zunutze und manipuliert wieder anders herum? Vor einem Rattenfänger geflohen und beim nächsten gelandet – wer kann so etwas wollen? Die Spirale der Gewalt immer weiter treiben? Doch wie soll man das durchschauen ohne Wissen und geschultes Denken? Gar nichts tun ist auch keine echte Alternative.
Ich muss noch viel mehr wissen, das ist der einzige Weg zur halbwegs objektiven Wahrheit. Gibt es eine allumfassende Wahrheit, eine Wahrhaftigkeit, die allen Dingen zugrunde liegt? Das Beste zu wollen ist sinnlos und schadet nur, wenn lauter Mist dabei rauskommt. Das Beste für wen? Ist eh meistens nur eine Ausrede. Aber kann man sich denn einfach raushalten? Auf keinen Fall! Die Erde ist Eins, die Menschheit ist Eins. Ausnahme – die Regierungen! Eigentlich bin ich gegen Kriege. Wie vereinbart sich das? Gar nicht. Trotzdem!
Sind nicht die Meisten gegen Krieg? Wollen in Frieden ihr Leben leben? Warum machen sie dann mit? Gehen gegen einen „Feind“, mit dem sie selbst eigentlich gar keinen Stress haben? Sterben für den jeweiligen Machthaber, der nur eigene Interessen verfolgt und selbst gar nicht dabei ist, aber allein die Vorteile nach dem Sieg genießt? Wie logisch ist das denn? Wenn man dann noch weiß, dass „Beweise“ gefälscht werden, gefakte Propagandafilmchen verbreitet werden, um den Kampf als unser Interesse zu verkaufen. Kommt – wir machen da alle nicht mehr mit! Ab sofort!!! Lassen wir sie doch selber kämpfen, wenn sie es unbedingt wollen! Mann gegen Mann – war gar nicht so schlecht. Dann trifft es auch keinen Unschuldigen mehr. Es bleiben keine traumatisierten Völker zurück, keine dauerhaft gestörten Kinder wachsen so auf, Terrorismus hat keinen Nährboden mehr. Die Streithähne werden es sich dreimal überlegen, ob sie nicht eine bessere Lösung finden. Ich bin für Duelle.
Kann jemand etwas dagegen haben? Würde der Rüstungsindustrie nicht gefallen. Neue Waffen braucht keiner mehr – alte können nicht mehr kostengünstig entsorgt werden. Großes Problem. Heißt ja oft, die Menschheit hätte aus Kriegen nichts gelernt – stimmt nicht ganz. Kommt wie immer auf den Standpunkt und die Interessen an. Wer profitiert von Kriegen? Die Rüstungsindustrie! Alles klar? Die größten Absatzmöglichkeiten ergeben sich im Sinn der Gewinnmaximierung also durch möglichst viele Kriege. Und das am besten in kleineren, weit entfernten Ländern, die wenig Beachtung in den Nachrichten finden, weil da nicht viel zu holen ist. Dadurch besteht dort auch wenig bis gar keine Kontrolle.
Frage mich, ob alle, die dort arbeiten, mal darüber nachdenken, was für Werte und welches Weltbild sie ihren Kindern weitergeben. Was Ihr tut, prägt uns – nicht was Ihr redet! Wenn Ihr lügt, fühlen wir es. Ihr gebt die Atmosphäre und die Leitgedanken des Ortes weiter, an dem Ihr den Hauptteil der Zeit verbringt. Und es geht etwas kaputt, wenn wir als Heranwachsende merken, dass Beides nicht zusammenpasst und Eure Arbeit schreckliche Folgen hinterlässt. Vorbild tot – Vertrauen im Eimer! Zu dramatisch? Stimmt es nicht, dass die meisten Amokläufe an Schulen in Orten geschehen sind, wo große Rüstungsfabriken, Waffenfirmen o.ä. existieren, zumindest in den USA? Immer noch zu dramatisch? Sucht schon mal nach Ausnahmen, damit Ihr Euch wieder besser fühlt und nicht weiter nachdenken müsst.
Einer, einige Wenige müssen anfangen, sich öffentlich diesem Wahnsinn zu verweigern – möglichst in allen Ländern gleichzeitig. Im Zeitalter des Internets kein Problem mehr. Wir, die Jungen, die sich noch was trauen, müssen etwas unternehmen. Und ein paar Ältere, die wieder klar sehen – die gibt`s – sollten uns helfen. Erwartet nichts von den Erwachsenen im „besten Alter“. Die werden nichts tun – sie sitzen in ihren sicheren Nestern und haben ständig nur Angst, dass der nächste Bankensturm sie von den Bäumen bläst.
Kommt mir jetzt nicht wieder mit Vernichtung von Arbeitsplätzen. Es gibt genug zu tun: erneuerbare Energien, Bodensanierung, Umweltschutz, Tierschutz usw..

 

 

4 Gedanken zu “Frieden

  1. Da kam mir doch beim Lesen das Gedicht von Jewgeni Jewtuschenko „Meinst Du, die Russen wollen Krieg?“ in den Sinn.
    Es gibt so viele Kriege, auch vergessene, wie z.B. im Jemen. Gestern habe ich eine Reportage aus dem Libanon gesehen. Dort leben 1 Mio syrische Flüchtlinge. Die Kinder müssen arbeiten statt zur Schule gehen, weil ihre Eltern sonst die Unterkunft nicht bezahlen könnten. Da wächst die nächste ungebildete Generation heran. Etwas, das mit relativ wenig Geld zu ändern wäre.
    Es gibt aber auch positive Signale, z.B. die Wahl im Iran.
    Und dann gibt es immer wieder Berichte über Leute, die sich trotz allem engagieren. Zum Beispiel ein afghanisches Mädchen, das in Kabul ein Jugendorchester dirigiert. Ich finde das immer sehr beeindruckend und frage mich, woher diese Leute die Kraft dazu haben.
    Viele kleine Aktionen können die Situation ein kleines bisschen besser machen. Wer eine Idee, die Möglichkeiten und die Kraft hat, etwas zu tun, sollte sich nicht entmutigen lassen.

    Gefällt 1 Person

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